Wahrheit oder Unsinn? Sommer-Mythen im Faktencheck

Sollte man sich an heißen Tag wirklich eher für warme als kalte Getränke entscheiden? Sorgt das warme Wetter tatsächlich für Hitzepickel und ist es wahr, dass hohe Temperaturen die Lust auf Sex steigern?

Badegäste sind am See und im Wasser
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Rund um die heißen Temperaturen halten sich so einige Mythen über den Sommer hartnäckig. Welche davon wahr sind und welche falsch, klären wir im folgenden Faktencheck für euch.

Viel trinken hilft viel

Dem widerspricht der Sportwissenschaftler und Gesundheitsexperte Prof. Ingo Froböse ganz klar. Im MDR JUMP-Interview erklärt er, dass man auch zu viel trinken kann.

Der Körper kommt pro Stunde mit nur etwa 0,8 Liter überhaupt klar. Alles andere schwemmt nur Mineralien aus und schadet sogar letztendlich.

Er rät dazu max. 0,8 Liter pro Stunde in kleinen Schlucken zu sich zu nehmen, maximal zwei bis drei Liter pro Tag insgesamt. Das Ganze sollte über den Tag verteilt werden.

Warme Temperaturen steigern die Libido

Je weiter die Temperaturen steigen, desto knapper wird bei den meisten die Kleidung am Körper. Doch sorgen die warmen Sommertage auch für eine gesteigerte Libido? "Ja", sagt die Frauenärztin Sheila de Liz. Die Wärme und das Sonnenlicht sind laut der Expertin sehr wichtig für unser Lustempfinden, denn so produziere der Körper mehr Vitamin D. Das erhöhe die Stimmung und sorge für Entspannung. Für visuelle Reize, sorge natürlich auch mehr nackte Haut und bringe unsere Hormone in Wallungen.

Kalt duschen hilft?

Kind steht unter der Dusche und lacht
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Darauf sollte an Sommertagen eher verzichtet werden. Eine kalte Dusche ist zwar verlockend - allerdings eher kontraproduktiv. Durch das kalte Wasser geht die Körpertemperatur zwar erst einmal runter. Anschließend schwitzt man aber durchaus mehr. Besser ist es, es ruhig mit der Temperatur angehen zu lassen und zunächst mit handwarmem Wasser zu duschen. Das kann man dann Schritt für Schritt kälter drehen.

Im Sommer eher warme statt kalte Getränke?

Hier verhält es sich ähnlich wie mit einer kalten Dusche bei warmen Temperaturen. Denn eiskalte Getränke belasten den Körper deutlich mehr als wohltemperierte oder warme. Der Körper muss nämlich viel Energie aufbringen, um die Temperatur zu regulieren.

Im Schatten wird man braun

Ein orange-farbener Sonnenschirm steht an einem einsamen Strand, dahinter das blaue Meer.
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Völlig richtig! Auch wenn wir im Schatten sitzen, können wir braun werden. Die UV-Strahlen der Sonne, die für das Bräunen der Haut verantwortlich sind, treffen nicht ungehindert auf die Erdoberfläche. Sogar bei vermeintlich klarem Himmel werden sie durch Staubpartikel oder Bäume umgeleitet und unterbrochen.Auch wenn man den Eindruck hat, dass die Sonnenstrahlen senkrecht auf die Erde fallen, geschieht das auch schräg und waagerecht. Wer also unter einem Sonnenschirm oder unter einem Baum sitzt, bekommt trotzdem genügend umgelenkte UV-Strahlung ab und wird braun. Daher sollte man sich auch im Schatten mit Sonnenschutz eincremen.

Hohe Temperaturen verursachen Hitzepickel

Auch dieser Mythos ist wahr. Gerade bei warmen Umgebungstemperaturen können die Ausführungsgänge von Schweißdrüsen verstopfen. Eng anliegende Kleidung, die verhindert, dass der Schweiß auf der Haut verdunstet, führt zu einem Hitzestau am Körper, was Hitzepickel hervorrufen kann. Aber auch an stark schwitzenden Stellen wie am Rücken, unter den Achseln oder am Dekolleté treten sie oft auf. Ratsam ist es daher, an heißen Tagen viel Luft an die Haut zu lassen. So kann der Schweiß direkt abfließen und die Schweißdrüsen bleiben frei. Am besten dafür geeignet sind Naturmaterialien wie Baumwolle oder Leinen, die luftdurchlässig sind und den Schweiß aufsaugen.

Mücken werden durch süßes Blut angelockt

Mücken können einem die warme Jahreszeit richtig verderben. Wenn sie ein Lieblingsopfer auserkoren haben, heißt es gerne mal, dass sie süßes Blut lieben würden. Doch das ist Unsinn! Der Zuckergehalt im Blut spielt für die unterschiedliche Attraktivität verschiedener Menschen keine Rolle für die Quälgeister. Dass manche Menschen öfter gestochen werden als andere, hat vor allem mit dem Duft zu tun. Im Schweiß sind Stoffe enthalten, die Mücken anlocken.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Feierabendshow | 23. Juni 2022 | 15:20 Uhr

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