Tattoos selber stechen – mit einem Pflaster

Tattoos sind ein Dauerbrenner! Schon Gletschermann Ötzi hat sich vor 5000 Jahren Strichmuster in die Haut stechen lassen. Problem bisher: Man kann es nicht alleine machen. Bald soll das aber möglich sein.

Tattoo zum aufkleben
Bildrechte: Georgia Tech

Tattoo per Pflaster – wie geht denn sowas?

Ein Mann zeigt ein viereckiges Tattooplaster
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Wissenschaftler des Georgia Institutes of Technologie aus den USA um den Forscher Mark Prausitz füllen winzig kleine Nadeln, die sich in der Haut selbst auflösen, mit Tinte und kleben sie auf ein Pflaster. Die Nadeln können als kleine Muster, Zahlen oder auch als QR-Code angeordnet werden. Jetzt kann man sich so ein Pflaster auf die Haut kleben. Die Nadeln dringen ein und setzen die Tinte frei. Vorteil laut Forscher Prausitz:

Wir haben die Nadeln so klein gemacht, dass der Vorgang völlig Schmerzfrei ist, aber immer noch genügend Tinte in der Haut hinterlässt.

Wer kann es gebrauchen?

Das Team des Georgia Institutes beantwortet die Frage so:

Das Hautpflaster-Tattoo könnte ein Weg sein, dass medizinische Tattoos mehr akzeptiert werden. Und es eröffnet neue Möglichkeiten für die leichtere Anwendung kosmetischer Tattoos.

Nahaufnahme der kleinen Tattoonadeln
Bildrechte: Georgia Tech

In die Nadeln können nämlich sowohl Tattoo-Tinte, als auch UV-Licht empfindliche Spezialtinte und perspektivisch sogar Medikamente gefüllt werden. Die Tinte kann so verändert werden, dass sie zum Beispiel nur ein Jahr lang in der Haut bleibt. Wer also ein kleines Tattoo erstmal nur ausprobieren will und wer Angst vor den Schmerzen im Tattoo-Studio hat, für den wäre so ein Pflaster ideal. Mit der UV-Tinte können Tiere unauffällig markiert werden. Aber auch Patienten könnten sich so bestimmte, wichtige Informationen, wie zum Beispiel ihre Blutgruppe quasi unsichtbar tätowieren. Und auch Hautstellen wie Narben oder Flecke könnten mit einem solchen Tattoo überdeckt werden.

Wo bekommt man das Pflaster her?

Leider bekommt man es noch gar nicht. Bisher haben die Forscher ihre Pflaster an Ratten und auf Schweinehaut ausprobiert. Klinische Tests stehen noch aus. Eins können die kleinen Pflaster ohnehin nicht: Ein wirklich schönes und langlebiges Tattoo aus dem Studio ersetzen, aber das wollen die Forscher auch gar nicht.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Feierabendshow | 16. September 2022 | 16:36 Uhr

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