R. Kelly: 30 Jahre Haft für den Ex-Popstar

Im letzten Jahr hatte eine Jury die Schuld im Missbrauchsprozess gegen R. Kelly in allen Anklagepunkten festgestellt. Jetzt wurde das harte Strafmaß gegen den ehemaligen Popstar verkündet.

R. Kelly
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Insgesamt neun Anklagepunkte umfasste die Liste der Anklage gegen R.Kelly im vergangenen Jahr, darunter sexuelle Ausbeutung Minderjähriger, Kidnapping und Bestechung. Wie Richterin Ann Donnelly am Mittwoch an einem Gericht in New York mitteilte, muss der frühere Pop-Superstar dafür nun für insgesamt 30 Jahre ins Gefängnis. Kelly, der mit schwarzer Brille, schwarzer Corona-Maske und khakifarbenem Oberteil am Gericht erschien, hatte die Vorwürfe stets zurückgewiesen.

Opfer erzählen unter Tränen vor Gericht

Bevor Richterin Donnelly das Strafmaß verkündete, erzählten sieben Opfer von Kelly nacheinander und teilweise unter Tränen noch einmal ihre Geschichten. Teilweise schauten und sprachen ihn die Frauen dabei direkt an - doch Kelly starrte entweder geradeaus, auf die Notizen vor sich auf dem Tisch, oder unterhielt sich leise mit seinen Verteidigerinnen. Der Musiker habe einen «Gotteskomplex», habe «Millionen Menschen manipuliert» und «jämmerliche, unerklärliche» Taten begangen, sagte eine Frau. «Ich bin nicht hier wegen des Geldes und schon gar nicht für Hollywood», sagte eine andere. «Ich bin hier, weil ich Gerechtigkeit suche.»

Weitere Anklagen möglich

Die Staatsanwaltschaft hatte mehr als 25 Jahre Haft und eine Geldstrafe bis zu 250.000 Dollar gefordert. Die Verteidigung plädierte auf eine deutlich geringere Strafe. Nach der gestrigen Verkündung des Strafmaßes in New York muss sich Kelly noch auf weitere juristische Auseinandersetzungen einrichten. Auch in den US-Bundesstaaten Illinois und Minnesota liegen Anklagen gegen den Musiker vor. Ein Prozess in Chicago soll schon Mitte August beginnen.

Mit Material von dpa

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Feierabenshow | 30. Juni 2022 | 17:20 Uhr

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