Kinderwagen im Test – die Preiswerten sind die besten

Bis ungefähr zum dritten Lebensjahr transportieren wir unseren Nachwuchs mit Kinderwagen. In Liegewanne und später in Sitz oder Schale, ideal als Kombination.
Geht das sicher, bequem und preiswert? Der aktuelle Test von Stiftung Warentest sagt Ja.

Nah dran Konkurrenzkampf Kinderwagen
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Diese Wagen haben die Tester untersucht

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Zwölf Kinderwagen, die sich zuerst als klassische Liegewanne für die ganz kleinen Babys verwenden lassen. Und später werden sie dann mit einem Sitz umgerüstet. Das macht Sinn, da manche Kinder schon mit fünf Monaten so groß sind, dass sie gut in der Schale sitzen können und auch nicht mehr nur liegen wollen. Die Kombi spart also die Anschaffung eines zweiten Wagens in kurzer Zeit.  

Das Ergebnis überrascht und enttäuscht

Insgesamt kritisieren die Tester der Stiftung Warentest, dass gerade bei den teuren Modellen mitunter nicht an das Wohlgefühl der Kinder gedacht wurde:

Von zwölf Wagen fallen viele mit unbequemen Sitzen auf. Sie lassen sich nicht zur flachen, rückenschonenden Liege klappen. Bei vier Modellen ist die Babywanne zu klein.

Kind im Kinderwagen
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Ebenso problematisch ist, dass bei einigen Modellen die Kinder zu früh nicht mehr in die Wanne und noch nicht in wirklich die die Sitzschale passen. Gute Nachricht: Die preiswerten Kinderwagen schneiden im Test am besten ab. Auf Platz eins landet der BabyOne B.O. StartKlar Comet für 400 Euro, auf dem zweiten Platz der Hauck Vision X Set für 500 Euro. Testergebnis jeweils gut. Die schlechte Nachricht: Ab dem dritten Platz bekommen die Wagen nur noch ein befriedigend, ausreichend oder sogar mangelhaft. Das gab es für das Schlusslicht, denn 800 Euro teuren Moon Rocca Edition. Problem: Die Tester fanden Schadstoffe im Regenverdeck, die im Verdacht stehen Krebs zu erregen.

Trostpflaster für das Schlusslicht

Die Firma Moon hat das kritisierte Regenverdeck sofort vom Markt genommen. Wer es schon gekauft hat, soll es problemlos umtauschen können. Ansonsten hat der Wagen nämlich ziemlich gut abgeschnitten.

Worauf kommt es beim richtigen Wagen an?

Passt auch in kleine Kofferräume: Ein zusammengefalteter Buggy
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Diese Punkt müssen auf die Checkliste: Liegeflächen, Gurte, Sitze, müssen bequem sein, sich einstellen lassen und sie müssen leicht zu reinigen sein. Problemloses  Um- und Auseinanderbauen und das vor allem auch alleine, ist ein großer Pluspunkt. Die Sitzschalen sollten zu einer geraden Liegefläche geklappt werden können. Denn selbst der agilste Junior wird bei Zoobesuch irgendwann müde und braucht seinen erholsamen Schlaf. Lüftungsfenster und Regenverdeck sind genauso wichtig, wie stabile möglichst breite Räder, die auch auf unebenem Untergrund gut rollen. Schiebegriffe sollten sich problemlos verstellen lassen und auch für große Personen bequem zu erreichen sein. Genügend Stauraum für Wechselsachen, Windeln oder auch den kleinen Einkauf sollte auch vorhanden sein. Und: Der Wagen muss ins Auto beziehungsweise Bus und Bahn passen.

Testfazit

Eine gute Kombination aus Liege- und Sitzkinderwagen muss nicht mehr als 400 oder 500 Euro kosten.

Geht es noch preiswerter? Ja, aber bitte genau schauen.

Gebrauchte Kinderwagen sind für die Hälfte des Neupreises und weniger zu haben. Einmal gründlich gereinigt, sehen die meisten auch wieder gut aus. Man sollte trotzdem auf folgendes achten:

Ein kleines Mädchen schaut unten aus dem Kinderwagen heraus.
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  • Sind die Gummis der Räder noch brauchbar, sind die Lager in Ordnung?
  • Lassen sich alle Hebel und Bügel leicht bedienen und rastet alles sicher ein?
  • Sind Verdecke, Klappen, Einlagen und ähnliches noch intakt?
  • Lässt der Wagen sich leicht rollen und leicht umbauen?
  • Sind die Bremsen noch zu 100 Prozent funktionstüchtig?

Dieses Thema im Programm Die MDR JUMP Feierabendshow | 23. Juni 2022 | 18:20 Uhr

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