Außerirdische – es kann sie wirklich geben

ET und Alf. So sehen Außerirdische höchstwahrscheinlich nicht aus. Aber dass es grundsätzlich im Weltall außer uns noch Leben geben könnte, sagen sogar ernstzunehmende Wissenschaftler.

Bei einem Citizen-Science-Projekt wurden bisher über 1.700 Spuren von Asteroiden im Weltall gefunden.
Bildrechte: ESA/Hubble, M. Thévenot (@AstroMelina)

Warum auch Wissenschaftler von außerirdischem Leben ausgehen

Mit einem Lächeln und hochgestrecktem Daumen blick der deutsche Esa-Astronaut Matthias Maurer in die Kamera. Er befindet sich auf der Internationalen Raumstation ISS. Im Hintergrund befinden sich Kabel an der Decke und ein aufgeklappter Laptop.
Bildrechte: Nasa, Esa, M. Vande Hei

Er war ein halbes Jahr auf der Raumstation ISS, der deutsche Astronaut Matthias Maurer. In einem Interview hat er jetzt der Neuen Osnabrücker Zeitung auf die Frage, ob er im Weltall noch anderes Leben vermutet so geantwortet:

Wenn man sich überlegt, wie viele Milliarden Galaxien es gibt und wie viele Milliarden Sonnensysteme in jeder Galaxie sind, ist die Wahrscheinlichkeit, dass es ein ähnliches Sonnensystem wie unseres mit einer zweiten Erde gibt, deutlich größer, als einen Sechser im Lotto zu gewinnen

Lotto Euro Millions
Bildrechte: dpa

Ein Blick in die Statistik sagt, dass die Wahrscheinlichkeit, im Lotto einen Sechser richtig zu tippen bei 1 zu über 15,5 Millionen liegt. Es ist also bei mehreren Milliarden Sonnensystemen und Exoplaneten durchaus möglich, dass weiteres Leben existiert. Die Logik sagt: Uns gibt es ja schließlich auch.

Was einmal klappt, das könnte doch auch nochmal klappen

Bleiben wir kurz beim Lotto: Nicht nur, dass man einen Sechser tippt, sondern auch, dass man zweimal mit den gleichen Zahlen richtigliegt, kann passieren. Am 20.12.86 und am 21.6.95 ist bei der Lotto-Ziehung 6 aus 49 genau das geschehen. Auf das Leben im Weltall bezogen heißt das für Matthias Maurer:

Irgendjemand auf dieser Erde gewinnt so was trotzdem immer wieder – das heißt für mich, da draußen gibt es höchstwahrscheinlich Leben

Was braucht es fürs Leben

Symbolisch: Urknall
Bildrechte: IMAGO / Shotshop

Wissenschaftler haben das für unseren Planeten als Ur-Suppe bezeichnet. Ein Gemisch aus verschiedenen chemischen Grundstoffen. Hinzu kommen Hitze und Reibung, also Energie. Und irgendwann kann sich aus so einer Gemengelage Leben entwickeln, zum Beispiel erstmal als kleine Einzeller. Interessant: Schon 1953 führten die amerikanischen Wissenschaftler Stanley Miller und Harold Urey ein Experiment durch, indem sie die Bedingungen in der Atmosphäre und auf der Erde nachahmten, die vor Milliarden Jahren hier geherrscht haben sollen. Ergebnis: Es entstand eine Art Ur-Suppe, aus der sich Leben entwickeln könnte. Im Weltall ist all das vorhanden – möglich ist es also.

Wie könnten die denn aussehen, die Außerirdischen?

Bärtierchen
Bildrechte: imago/Science Photo Library

Das hängt natürlich ganz von den jeweiligen Bedingungen vor Ort ab. Leider erteilen die meisten Wissenschaftler den kleinen grünen Marsmännchen eine Abfuhr. Fakt ist: Bis 2021 wurden auf unserem Planeten über zwei Millionen verschiedenen Lebensformen entdeckt. Wissenschaftler gehen aber davon aus, dass wir noch nicht mal 10 Prozent aller hier vorkommenden Arten kennen. Viele halten ja ihren Nachbarn schon für eine völlig fremde Lebensform. Diversität ist also angesagt, auch verursacht durch die Anpassungsfähigkeit von Lebewesen an ihre Umwelt. Von der einfachen Bakterie bis hin zum großen, hochintelligenten Wesen ist also alles möglich, siehe das Bärtierchen auf unserer Erde.

Ob wir ihnen jemals begegnen?

Künstlerische Darstellung des Urknalls: In der Mitte ein heller Blitz mit Lichtstrahlen nach links und rechts, umgegeben von Dunkelheit, lilafarbenden Wolken und einigen umherfliegenden Galaxien.
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Das ist eher unwahrscheinlich: Aktuell können wir mit Raumsonden, wie der Voyager -1 gerade einmal rund 20 Funkstunden, also rund 23 Milliarden Kilometer weit ins Weltall fliegen. Und dafür ist die Sonde bis jetzt 45 Jahre unterwegs. Mit Teleskopen wird aber gelauscht und geguckt und immer wieder mal werden seltsame Geräusche, wie das sogenannte Wow-Signal aufgezeichnet, dass sich Wissenschaftler nicht wirklich erklären können. Sollten die Anderen höher entwickelt sein als wir, ist es eher wahrscheinlich, dass sie uns irgendwann entdecken oder gar kontaktieren…

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Bei der Arbeit | 05. August 2022 | 13:40 Uhr

Aktuelle Themen von MDR JUMP