Das E-Rezept kommt - mit diesen Vorteilen

Eigentlich sollte es schon im Januar für alle verfügbar sein. Jetzt wird das E-Rezept schrittweise ab dem 1.September eingeführt. Wann ist es bei uns soweit und welche Vorteile bringt es mit sich?

Auf einem Smartphone ist die App "Das E-Rezept" neben einem Apothekensymbol zu sehen.
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Das alte Rezept war eine Erfolgsgeschichte

In ähnlicher Form gibt es das Rezept auf Papier nämlich seit rund 800 Jahren.

Es war gleichzeitig Urkunde und Scheck

Eine Apothekerin hält ein Rezept in der Hand und sucht ein Medikament in der Schublade - gestelltes Symbolfoto aus dem Jahr 2008.
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erklärt der Präsident der Sächsischen Landesapothekenkammer Friedemann Schmidt. Der Patient hatte es selbst in der Hand, wo er es einlösen wollte und die Apotheke konnte das Rezept später bei der Krankenkasse gegen Geld abrechnen. Ein bewährtes Prinzip also. Warum daran etwas ändern?

Was das E-Rezept besser kann – die Vorteile für Patienten

Rezept für ein Medikament via Smartphone.
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Es ist einfach schneller. Denn vom Arzt oder der App des Patienten kann es direkt über einen zentralen Server an eine Apotheke übermittelt werden.

Von dort kann es nur ein einziges Mal abgerufen werden und ist danach blockiert. So können Medikamente nicht doppelt ausgegeben werden,

erklärt Friedemann Schmidt. Medikamentenmissbrauch ist also ausgeschlossen. Weitere Vorteile:

Die Apotheke kann das Medikament bestellen, bevor der Patient vor Ort ist. Man geht also nicht umsonst hin.
Nach einer Online-Sprechstunde kann man das Medikament per App bei der Apotheke bestellen und direkt nach Hause liefern lassen.
In der dazugehörigen App kann man Neben- und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten checken.
Man hat einen Überblick über alle verschriebenen Medikamente.
Das Rezept kann nicht mehr verloren gehen.

Wie funktioniert es?

Der Arzt stellt ein Rezept aus. Das geht dann an den schon erwähnten zentralen Server. Wichtig: Alle Daten sind in der sogenannten Telematikinfrastruktur gespeichert und können nur dort übertragen werden. Dazu Apotheker Friedemann Schmidt aus Leipzig:

Das ist eine Art Netzwerk von Ärzten, Apothekern und Krankenkassen, das gerade aufgebaut und getestet wird. Und nur mit diesem Netzwerk ist unter anderem das E-Rezept realisierbar.

Digitales Arztrezept auf einem Smartphone in der Adler Apotheke in Hamburg-Wandsbek (Foto vom 14.02.2019).
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Als Patient bekommst du auf dein Smartphone einen QR-Code mit allen nötigen Informationen zum Rezept. Du kannst dir den Code auch an deinen Rechner schicken lassen oder bekommst in der Arztpraxis direkt einen Ausdruck. Über den QR-Code kann die Apotheke vor Ort oder auch jede Online-Apotheke auf die Informationen zum Rezept zugreifen.

Wann betrifft es dich?

Ein Facharzt zeigt auf eine elektronischen Patientenakte, die ein E-Rezept zeigt.
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Ab dem 1. September werden Arztpraxen und Krankenhäuser unter anderem in Schleswig-Holstein die E-Rezepte ausgeben. Theoretisch soll es ab da in allen Apotheken in Deutschland einlösbar sein. Bis zum 1.Januar 2023 soll das E-Rezept dann bundesweit ausgegeben werden. Es wird allerdings auch da erstmal nur für gesetzlich Versicherte verfügbar sein. Privatpatienten werden später eingebunden.

Was braucht man, um das E-Rezept zu nutzen?

Du brauchst ein NFC-fähiges Smartphone, also eins, das mit anderen Geräten kommunizieren kann. Dort lädst Du die offizielle App der Gematik GmbH drauf. Dann brauchst Du noch einen NFC-fähige Versicherungskarte deiner Krankenkasse und einen Pin. Klingt ein bisschen kompliziert, wenn es aber erstmal eingerichtet ist, kannst du alle Vorteile nutzen. Am besten setzt du dich bei Nachfragen mit deiner Krankenversicherung in Verbindung. Positiv: Wer keine Lust oder Schwierigkeiten mit dem ganzen Procedere hat, kann sich auch das E-Rezept einfach weiterhin beim Arzt ausdrucken lassen und damit in die Apotheke gehen.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Wochenende | 13. August 2022 | 12:44 Uhr

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