Warme Mahlzeit oder Scheibe Brot – Tipps für das perfekte Abendessen

Eine Scheibe Brot zum Abendessen oder doch lieber eine warme, gekochte Mahlzeit? Was für unseren Körper abends am besten ist und was auf den Teller kommen sollte, erklärt eine Ernährungswissenschaftlerin.

Im Grundschulalter sind die meisten Kinder so weit, auch knifflige Sachen wie Nudeln mit Besteck zu essen
Bildrechte: dpa

Das klassische Abendbrot bestand, wie der Name schon sagt, aus einem Brot zum Abend. Doch immer häufiger essen Menschen zu Abend warm, wie eine Studie aus dem Jahr 2019 herausfand. Stress im Alltag und Zeitmangel führen auch immer häufiger dazu, dass wir Mahlzeiten wegfallen lassen oder eher nach Hungergefühl entscheiden, wann wir Nahrung zu uns nehmen. Doch ist das so gut für unseren Körper und macht ein spätes Abendbrot wirklich dick? Astrid Donalies, Ernährungswissenschaftlerin bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) aus Bonn gibt Antworten.

Morgens wie ein Kaiser, mittags wie ein König und abends wie ein Bettler

Ist an diesem Sprichwort etwas dran? Nicht wirklich, sagt Donalies:

Insgesamt muss man sagen, dass die Energieaufnahme und die Versorgung mit Nährstoffen über den ganzen Tag stimmen muss. Wichtig ist auch, dass man einmal am Tag mit der ganzen Familie zusammen isst. Das tut viel für die Ernährungsprägung der Kinder, wie sich gezeigt hat.

Familie mit Kind beim Essen
Bildrechte: imago images/ Westend61

Kinder schauen sich nämlich so von ihren Eltern ab, wie beispielsweise gekocht und was und wie gegessen wird.

Das wichtigste ist, dass Abendbrot nicht zu spät gegessen wird. Etwa drei Stunden sollten zwischen Abendbrot und dem ins Bett gehen liegen. Und es sollte energieangepasst sein - also weder zu süß, noch zu fettig. Das gilt übrigens auch für das Mittagessen. Wer mittags nur eine Kleinigkeit isst, der kann abends durchaus auch eine gut füllende Portion zu sich nehmen - egal ob warm oder kalt. Ein spätes Abendessen macht also per se nicht dick, wie Donalies erklärt:

Wenn man über den ganzen Tag wenig isst, bekommt man Abends ein Heißhungergefühl und dann wird zu viel gegessen - also zu viel Energie aufgenommen wird. Das führt dann eben, auf Dauer gesehen, zu Übergewicht. Grundsätzlich ist es aber nicht so, dass abends essen dick macht.

Wenn Kinder in der Schule oder Kita schon mittags warm essen

Viele Kinder bekommen in der Schule oder Kita ein warmes Mittagessen. Ist es dann so gut, wenn es dann abends nochmal gekocht wird?

Ob es warmes Essen ist oder nur Salat oder Brot ist nicht ausschlaggebend. Wichtig ist eher, dass es nicht zu reichlich ist. Man muss nur darauf achten, ob die Kinder mittags schon gut gegessen haben.

Das Abendbrot sollte dann also auf den bereits gedeckten Bedarf des Tages angepasst werden. Etwa 25% der Gesamtmenge sollten zum Frühstück und jeweils ein Drittel zum Mittag- und Abendessen aufgenommen werden. Wer dann noch Zwischenmahlzeiten braucht, kann diese auch zu sich nehmen. Die Ernährungswissenschaftlerin rät allerdings davon ab, durchgängig zu "snacken". Das sei weder gut für die Zähne, noch für den Insulinspiegel.

Wie sieht das optimale Abendessen aus?

Eine ausgeglichene Menge an Nahrung über den ganzen Tag verteilt ist wichtig. Man sollte tagsüber nicht versäumen zu essen und dann Abends die Defizite versuchen aufzuholen.

Ausreichend trinken ist wichtig! Wasser, Kräuter- oder Früchtetees sind gut - auch keine süßen Getränke, das ist besonders für Kinder wichtig. Dazu sollte man auch eine Art von Getreide zu sich nehmen, also Brot oder Reis zum Beispiel.

Auch etwas Obst und Gemüse sollten immer dabei sein. Am wichtigsten aber ist, darauf zu achten, dass das Essen nicht zu fettreich ausfällt.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Feierabendshow | 17. August 2022 | 15:45 Uhr

Aktuelle Themen von MDR JUMP