So kommen Garten und Balkon durch den heißen Sommer

Für uns mag der hitzige Sommer entspannte Urlaubsgefühle wecken – doch für unsere Pflanzen bedeutet er Stress. Und wer falsch gießt, kann die Probleme manchmal noch größer machen. Hier ein paar Tipps.

Ein Mädchen gießt im Garten mit einer Brause.
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Der Sommer mit seinen oft hohen Temperaturen gepaart mit vielfachem Wassermangel ist eine Stresszeit für unsere Pflanzen. Das gilt natürlich auch für Blumen auf dem Balkon. Gießen, gießen, gießen, das ist die wichtigste Form der Abhilfe.

Am wärmsten ist es nicht mittags

Zu den beliebtesten Zierpflanzen in Deutschland zählen Geranie, Fuchsie und Petunie. Nicht alle kommen gleichermaßen mit der Sommerhitze klar. Für das Gießen gibt es einige ganz praktische Tipps.

So solltet ihr eure Pflanzen entweder ganz früh am Morgen oder aber nach dem Sonnenuntergang wässern – und nicht in der größten Hitze. Das liegt daran, dass dann die Sonne einen beträchtlichen Teil des Wassers innerhalb kürzester Zeit verdunsten lässt. Er steht euren Pflanzen dann nicht mehr zur Verfügung.

Die höchsten Temperaturen werden übrigens nicht mittags, sondern am späten Nachmittag oder frühen Abend erreicht. Beim Bundesverband der Einzelhandelsgärtner geht man davon aus, dass beim klassischem Gießen mit Kanne und Schlauch zur falschen Tageszeit bis zu 90 Prozent des Wassers verschwendet werden. 

Wasser läuft aus einer Gießkanne
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Das Gießen eurer Pflanzen kann übrigens auch noch nach einem Sommergewitter nötig sein. Das liegt daran, dass dann innerhalb von kurzer Zeit sehr große Wassermengen fallen. Vor allem, wenn er vorher ausgetrocknet war, kann der Boden so viel Wasser gar nicht aufnehmen – und das kostbare Nass läuft weg. Also müsst ihr wieder nachhelfen.

„Kübelpflanzen verlangen im Hochsommer oft sogar zweimal täglich nach frischem Nass“, heißt es beim Bundesinformationszentrum Landwirtschaft. Und je kleiner der Topf ist, desto schneller droht das Austrocknen.

Hier kann man sich eventuell mit integriertem Wasserspeicher helfen, mit Wasserspeichervlies auf dem Boden des Topfes oder Kastens oder mit Wasserspeichergranulat, das man unter die Erde mischt.

Kleine Töpfe kann man zum Wässern auch in einen Eimer untertauchen – damit sich die Erde schön vollsaugen kann. Wenn keine Luftblasen mehr aufsteigen, ist es genug.

Lieber seltener wässern - aber dafür ordentlich

„Beetpflanzen und Rasengräser halten vergleichsweise lange ohne echten oder künstlichen Regen aus, doch irgendwann ist auch bei ihnen die Schmerzgrenze erreicht und es muss umso intensiver bewässert werden“, so das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft

Neben der hohen Verdunstung gibt es übrigens noch ein weiteres Problem beim Gießen mitten am Tag: Die Wassertropfen können das Sonnenlicht wie ein Brennglas bündeln – und damit für Verbrennungen etwa an Blättern sorgen. Grundsätzlich gilt: Es ist besser, die Pflanzen seltener, dafür aber durchdringend zu gießen.

Die perfekte Zeit zum Gießen ist laut Experten aktuell so in etwa vier Uhr nachts. Da will natürlich niemand aufstehen. In diesem Fall kann aber vielleicht ein Bewässerungscomputer helfen.  Sich ein solches System anzuschaffen und zu installieren, ist natürlich aufwändig und teuer. Aber es lohnt sich – und im Idealfall spart man damit Wasser. 

Wasser läuft aus einem Tropfen eines Tröpfchenschlauchs als Teil eines Bewässerungssystems.
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Interessant sind hier zum Beispiel sogenannte Tröpfchenschläuche. Diese lassen sich vergleichsweise einfach verlegen. Es gilt als Faustregel: Ihr braucht 2,5 Meter Schlauch pro Quadratmeter. Ein Abstand von bis zu 30 Zentimeter zwischen Leitung und Pflanze ist noch ok.

Und für einen Bewässerungscomputer braucht euer Garten noch nicht mal einen Stromanschluss, viele Modelle verfügen über eine Batterie.

Eine Sache noch: Das Gießen mit gesammeltem Regenwasser ist für die Pflanzen übrigens oft verträglicher als mit Leitungswasser, das unter Umständen zu hart und kalkhaltig ist. Das heißt: Wer von euch ein Haus hat und noch keine Regentonne, sollte schnellstens über eine Anschaffung nachdenken.

So lässt sich im Idealfall auch die nächste Hitzeperiode mehr oder weniger gut überbrücken. Ob ihr dagegen Wasser für euren Garten auch aus öffentlichen Gewässern wie Flüssen oder Seen entnehmen dürft, müsst ihr bei eurer jeweiligen Unteren Wasserbehörde erfragen.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Wochenende | 25. Juni 2022 | 16:40 Uhr

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