Die Sommerzeit kommt: Warum wurde die Zeitumstellung immer noch nicht abgeschafft?

Ende März wird wieder an der Uhr gedreht, obwohl die Debatte über die Abschaffung der Zeitumstellung schon seit Jahren läuft. Dabei galt ihr Ende schon als beschlossene Sache. Warum werden die Uhren trotzdem wieder umgestellt?

Zeitumstellung
Bildrechte: dpa

In der Nacht zum 27. März werden unsere Uhren wieder um eine Stunde vorgestellt, von zwei Uhr auf drei Uhr. Am 30. Oktober 2022 wird die Uhr dann wieder auf die Mitteleuropäische Zeit (MEZ), also die Winterzeit, umgestellt. Dabei wurde das Ende der Sommerzeit in den letzten Jahren immer wieder diskutiert, ein Ende der Zeitumstellung ist aber bislang noch nicht in Sicht.

Die Mehrheit der Deutschen wünscht sich Abschaffung

Laut einer repräsentativen Forsa-Umfrage, die von der Krankenkasse DAK in Auftrag gegeben wurde, ist eine deutliche Mehrheit der Deutschen für die Abschaffung der Zeitumstellung. 72 Prozent finden, dass sich die EU auf eine einheitliche Zeit einigen sollte. Außerdem berichtet jeder Vierte von gesundheitlichen Problemen, wie z.B. gestörtem Schlafverhalten.

Eigentlich hatte eine Mehrheit vor vier Jahren bei einer EU-weiten Umfrage für die Abschaffung der Zeitumstellung gestimmt. Schließlich wurde ihr Ende sogar beschlossen und die Mitgliedsstaaten konnten entscheiden, ob sie zur Normalzeit zurückkehren oder bei einer ganzjährigen Sommerzeit bleiben wollen. Nun drehen wir erneut an unseren Uhren, bislang hat die Entscheidung also keine Auswirkung auf Deutschland gehabt.

Warum gibt es die Zeitumstellung immer noch?

Nach dem Entschluss wurden einige Haken deutlich: Die Umstellung des Zeitsystems braucht einen größeren Vorlauf. So müssen beispielsweise Fahrpläne umstrukturiert werden oder die Vergabe von Slots auf Flughäfen neu geregelt werden – das braucht Zeit. Außerdem würde es mit der Abschaffung der Zeitumstellung auch mehr als drei Zeitzonen in der EU geben. Das würde bedeuten, dass wir eine große Zeitzone hätten, die von Spanien bis nach Polen reicht. Bisher funktionierte das durch den ausgleichenden Wechsel zwischen Sommer- und Winterzeit, ohne die Umstellung wäre das aber nicht mehr möglich.

Mehr Geld für diejenigen, die während der Zeitumstellung arbeiten?

Menschen, die in der Nacht der Zeitumstellung arbeiten, haben einen verlängerten Arbeitstag. Betroffene Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben Anspruch auf mehr Geld, wenn es ausdrücklich so im Tarifvertrag geregelt ist. Ansonsten kommt eine gesonderte Vergütungspflicht nur dann zum Tragen, wenn das Arbeitsentgelt nach Stunden abgerechnet wird. Wer ein festes monatliches oder wöchentliches Gehalt bekommt, hat diesen Anspruch nicht. Im Endeffekt richtet es sich nach dem Wortlaut des entsprechenden Tarifvertrags, ob die zusätzliche Arbeitsstunde auch vergütet wird.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Die Themen des Tages | 22. März 2022 | 19:47 Uhr

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