So kommst du schnell durch das verkehrsreichste Wochenende des Sommers

Es ist das Wochenende, mit Ferien in allen Bundesländern. Hinzu kommen jede Menge Baustellen. Staus sind programmiert.
Wie verhält man sich da und wie kann man sie umgehen?

Stau auf einer Autobahn
Bildrechte: Colourbox

Wo wird es so richtig dicke?

Im Süden haben die Ferien gerade erst begonnen, im Norden gehen sie langsam zu Ende. Zum Bettenwechsel treffen Reisewellen aufeinander. Fabian Magerhans aus dem MDR JUMP Verkehrszentrum kennt die Engstellen:

Besonders betroffen sind u.a. die Strecken Richtung Ostsee und Österreich, also die A9 München – Berlin, aber auch die A2 und A7-Abschnitte Richtung Nordsee.

Hinzu kommt dieses Jahr eine besonders hohe Baustellendichte mit Nadelöhren zum Beispiel auf der A9 bei Münchberg oder Halle. Besonders voll soll es am Freitagnachmittag, Samstagvormittag und Sonntagnachmittag werden. Kleiner Lichtblick: Bis Ende August gilt noch ein LKW-Ferienfahrverbot für Samstag von 7:00 bis 20:00 Uhr.

Wann fährt man am günstigsten

Das Zauberwort ist Antizyklisch, also dann fahren, wenn die anderen es nicht tun. Früh morgens oder spät abends sind gute Zeiten. Die Ferientage mit den statistisch wenigsten Staus kennt Fabian Magerhans:  

Wer nicht im Dauerstau stehen möchte, sollte über einen alternativen Reisetermin unter der Woche, zum Beispiel Dienstag oder Mittwoch nachdenken.

Am besten plant man das schon, wenn es geht, bei Buchung der Unterkunft mit ein. Vermieter, die nicht komplett ausgebucht sind, haben in der Regel nichts gegen eine Anreise in der Woche.

Woher kommen die Staus gerade in den Ferien?

Ein Verkehrsschild weist 2014 auf eine Autobahnbaustelle hin.
Bildrechte: IMAGO images Steffen Schellhorn

Da viele auch im Ausland unterwegs sind, sinkt das Verkehrsaufkommen auf heimischen Straßen in den Ferien um bis zu 40 Prozent. Deswegen wird in dieser Zeit soviel wie möglich gebaut.

Defekte Fahrzeuge in den engen Baustellen, kein Reißverschlussprinzip und anstrengende Hitze sorgen dann für teilweise deutlich längere Wartezeiten.

erklärt Fabian Magerhans vom MDR JUMP Verkehrszentrum das Stauproblem in den Ferien. Er rät:

Wir empfehlen, sich eine halbe Stunde vor Start noch mal die eigene Strecke auf mdrjump.de genau anzuschauen. Urlauber, die schon unterwegs sind, können uns auch gerne unter der 0800- 637 637 8 anrufen, wir helfen gerne weiter.

Den Stau umfahren? Nur wenn er richtig lang ist.

Sofern die Autobahn nämlich nicht gesperrt ist und die Staulänge unter sechs Kilometern, sollte man am besten auf der Autobahn bleiben. Unser Verkehrsexperte zum Grund:

Stau in Erfurt auf der Zufahrtstraße von Westen zur Bundesgartenschau.
Bildrechte: MDR/Regina Lang

Die Umleitungsstrecken sind oft durch Ampelschaltungen und den großen Schwerlastverkehr schnell überlastet.

Wenn alle von der Autobahn runter wollen, drohen dann auch auf den Nebenstrecken Staus.

Das richtige Verhalten im Stau

Rettungswagen durchfährt eine Rettungsgasse
Bildrechte: imago images/HMB-Media

Da man nie weiß, warum es sich staut, ist man verpflichtet, schon bei deutlich erkennbarer Geschwindigkeitsreduzierung eine Rettungsgasse zu bilden. Egal wie viele Spuren die Autobahn hat, es gilt immer: Wer auf der linken Spur fährt, fährt nach links, alle anderen auf ihrer Spur jeweils nach rechts. In der Rettungsgasse und auf dem Standstreifen darf niemand nach vorne fahren, auch Motorräder nicht. Wichtig: Wer sich über Zeitgenossen ärgert, die es trotzdem machen, nicht versuchen, sie mit waghalsigen Aktionen aufzuhalten. Bei Annäherung an den Stau immer Warnblinklicht einschalten.

Dieses Thema im Programm MDR Jump am Abend | 03. August 2022 | 19:30 Uhr

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