Was tun, wenn ein Waschbär im Garten sein Unwesen treibt?

Ein Kleingärtner in Leipzig hat versucht, einen Waschbären in einer Badewanne zu ertränken, um sich von der Plage zu befreien. Das ist definitiv nicht die richtige Lösung. Doch wie wird man die Tiere am besten los?

Ein Mitglied eines Kleingartenvereins in Leipzig hat versucht einen gefangenen Waschbären zu ertränken. Das machte der Verein Tiernothilfe Leipzig im Internet öffentlich. Katrin Thiemicke von der Tiernothilfe Leipzig sagte der Leipziger Volkszeitung, dass das kein Einzelfall sei:

Seit mehreren Jahren bekommen wir jeden Sommer Meldungen über solche Vorfälle in Kleingartenanlagen. Leider trauen sich die Leute aus Angst vor Repressalien fast nie, tatsächlich etwas zu unternehmen. Wer etwas unternimmt oder meldet, kann sich eigentlich gleich einen neuen Garten suchen.

Der Sachverhalt wurde vom Veterinäramt an die Staatsanwaltschaft übergeben. Wie die PETA Deutschland e.V. uns mitteilte, will die Organisation den Mann auch nicht unbestraft davon kommen lassen:

Wir werden natürlich Strafanzeige erstatten. Erstens ist es jagdrechtlich gar nicht erlaubt eigenmächtig Tiere zu töten. Und auch aus Tierschutz-Sicht ist es absolut nicht zu akzeptieren, wie da mit dem Tier umgegangen wurde.

Was kann ich nun tun, wenn ich einen Waschbären auf meinem Grundstück gesichtet habe? Und welche Vorkehrungen sollten getroffen werden, damit die Wildtiere gar nicht erst kommen?

Waschbären kommen nicht ohne Grund

Damit Waschbären vom eigenen Grundstück oder Garten nicht angezogen werden, sollte man einiges beachten. Denn die kommen nur, wenn ihnen ein Gebiet attraktiv erscheint. Man muss es dem Tier also so ungemütlich wie möglich machen. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) gibt Tipps:

Ein Waschbär sucht in Mülltonnen in Kassel nach Futter
Bildrechte: imago images / Eibner

Essensreste im Müll und auf dem Kompost, Fallobst und gefüllte Futternäpfe für Haustiere kommen für den Waschbären einer Einladung gleich. Daher sollten die Mülltonnen verschlossen gehalten, keine Essensreste auf den Kompost gegeben (sollte man ja ohnehin nicht machen) und Fallobst regelmäßig aufgelesen werden. Fressnäpfe für Haustiere bitte nicht halbvoll und nicht über Nacht stehen lassen.

Und die PETA fügt hinzu:

Man sollte dann auch keine Igel draußen füttern. Das zieht natürlich alle Wildtiere an. Man kann ja nicht die einen füttern und die anderen ausgrenzen. Alle Tiere wollen leben und überleben.

Aber was, wenn es für Vorkehrungen schon zu spät ist?

Was ist zu tun, wenn ein Waschbär trotzdem durchgekommen ist?

Da sie mittlerweile sehr weit verbreitet sind, wird es immer schwieriger, Waschbären komplett vom Grundstück fernzuhalten. Sie sind zudem auch sehr anpassungs- und lernfähig.

Der Waschbär ist ein guter Kletterer. Man kann also zum Beispiel bei den Klettermöglichkeiten anfangen.

weiß die PETA. Der NABU kann das nur bestätigen.

Damit sie nicht in Gebäude gelangen, sollten Sie Bäume und Sträucher, die an oder über das Dach reichen, großzügig zurückschneiden. Bringen Sie glatte Blechmanschetten (1 m hoch, 1 m breit) über den Fallrohren der Regenrinne an. Lassen Sie ein starkes Metallgitter auf dem Schornstein anbringen. Verschließen Sie mögliche Einstiege konsequent und mit soliden Baumaterialien. Verschließen Sie nachts die Katzenklappe.

Die PETA fordert außerdem auf, sich die Frage zu stellen: Stören die Tiere mich auch wirklich?

Einige Wildtiere werden betüddelt: Igel, Vögel & Co. will man gern im Garten haben. Und andere Wildtiere grenzt man aus. Kann man die Waschbären also nicht einfach akzeptieren? Wenn sie wirklich viel kaputt machen sollten, dann kann man zu diesen Mitteln greifen. Wir rufen aber grundsätzlich zu einer friedlichen Koexistenz mit Wildtieren auf.

Man sollte auf keinen Fall versuchen, die Waschbären selbst zu fangen, sagt die NABU:

Waschbären sind Wildtiere. Für alle Wildtiere gilt: respektvollen Abstand halten. Daher sollten Sie einen Waschbären auch nicht fangen oder sich auf andere Art dem Tier nähern. Diese können nämlich kräftig beißen.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Feierabendshow | 24. Juni 2021 | 15:27 Uhr

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