Ein eigener Brunnen – wann er sich für dich lohnt

Es ist viel zu trocken. Nicht nur wer einen Garten hat, ist um seine Pflanzen besorgt. Gießen ist wichtig, aber auf Dauer sehr teuer. Wann ein eigener Brunnen Sinn macht und wie man ihn bekommt.

Schwere Baumaschine bohrt ein Loch für den Brunnen in den Boden
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Nichts geht ohne Genehmigung

Pflanzen auf einem Beet werden mit einer Gartenbrause gegossen.
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Das ist wirklich wichtig: Wer über einen Brunnen nachdenkt, muss zumindest bei der zuständigen Wasserbehörde nachfragen. Wer das ist, darüber geben deine Stadt oder Gemeinde Auskunft. Wenn man selber bohren will, muss man einen entsprechenden Antrag ausfüllen, in dem es unter anderem um die Bohrtiefe und die geplante Wasserentnahme geht. Wie viele Kubikmeter will man also pro Tag oder aufs Jahr gerechnet abpumpen. Wer sich den Aufwand sparen will, der kann die Anmeldung für 50 bis 100 Euro auch von der Brunnenbohrfirma erledigen lassen. Die kennt Ansprechpartner und Ablauf.

Selber bohren oder Firma beauftragen?

Eine Maschine reicht in den Boden.
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Einen Brunnen selber zu bohren, ist theoretisch möglich, sollte aber nur mit handwerklichem Geschick und Erfahrung gemacht werden. Wer tiefer als fünf Meter bohren muss und ein paar gemeine Steine im Boden hat, kommt nämlich selbst mit Maschinen schnell an seine Grenzen. Am besten beauftragt man eine Fachfirma. Die kommt zur Besichtigung vor Ort, um zu klären, wo der Brunnen auf dem Grundstück am meisten Sinn macht. Sind alle Genehmigungen da, dauern das Bohren und der Anschluss einer Pumpe in der Regel ein bis zwei Tage. Wichtig: Nur seriöse Firmen beauftragen und amtlich bestätigte Genehmigungen für die Unterlagen zuhause unbedingt aufheben. Wer nämlich schwarz bohrt oder bohren lässt, dem drohen Bußgelder von bis zu 50.000 Euro.

Wer darf eigentlich bohren lassen und wo?

Als Wohnungsmieter mit Garten hinter dem Haus muss man sich unbedingt mit dem Grundstückseigentümer, meist also dem Vermieter abstimmen. Er darf den Antrag stellen. Pächter von Kleingärten dürfen, je nach Vereinsordnung, einen Brunnen bohren lassen. Und auch jeder Grundstückseigentümer kann theoretisch seinen Garten mit Grundwasser bewässern. Beim Brunnenbau gibt es aber viele Dinge zu beachten. Zum Beispiel in Grundwasserschutzgebieten oder anderen sensiblen Gegenden, wie etwa Bergbauregionen, kann auch ein Nein von der Behörde kommen. Deshalb immer nachfragen und einen Antrag stellen.  

Was kostet ein Brunnen?

Ein Mädchen gießt im Garten mit einer Brause.
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Die Bohrkosten der Firmen liegen aktuell ungefähr bei 60 bis 70 Euro pro Meter. Besichtigung, Anfahrt, Aufbau, Einbau einer Pumpe und so weiter kosten zusätzlich. Wichtig: Damit genügend Wassersäule im Brunnenrohr steht, geht das Bohrloch immer ein paar Meter unter den Grundwasserspiegel. Das hängt auch davon ab, wieviel Wasser aus den Grundwasserschichten tatsächlich nachläuft. Wichtiger Fact am Rande: Auch da kennen sich die Fachfirmen wesentlich besser aus als der Laie, der zum ersten Mal einen Brunnen bohrt. Brunnendurchmesser, die Tiefe, die Art der Pumpe und Abdeckung tragen schließlich mit zum Preis bei. Wer ein Gesamtpaket bei der Firma beauftragt, und das sollte man ausdrücklich tun, muss mit Kosten ab rund 2500 Euro rechnen.

Wann lohnt sich ein Brunnen?

Brunnenmeister Matthias Schreier rät gegenüber dem Magazin MDR-Garten erstens klar zur Fachfirma und zweitens dazu, aktuell nicht übereilt einen Brunnen zu bohren:

Ob sich das wirklich lohnt, sollte sich jeder genau durchrechnen.

Ein Taschenrechner und Geldscheine und Münzen
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Die Faustregel sagt, ab zirka 2000 Quadratmeter Grundstück lohnt sich ein Brunnen. Aber: Auch bei einem kleineren Garten kann man die Ausgaben nach ein paar Jahren wieder reinhaben, wenn man entsprechend viele Blumen, Obst- und Gemüsepflanzen sowie Bäume bewässern muss.  

Die Alternativen

Wasseruhr
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Das können zum Beispiel Wasserfässer an möglichst jedem Dachrinnenabgang sein. Ab rund 50 Euro gibt es solche Fässer. Eine Klappe fürs Fallrohr kostet um die 20 Euro. Je nach Gebäude und Grundstück kann man auf die Art ein paar Kubikmeter Wasser bevorraten. Auch ein Gartenwasseranschluss kann sich rechnen. Den beantragt man bei seinem Wasserversorger. Vorteil: Es wird nur das verbrauchte Wasser berechnet, nicht aber die Abwassergebühren.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Feierabendshow | 11. August 2022 | 15:30 Uhr

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