Suche geht weiter: Krokodil in Thüringen unterwegs?

Eine Woche ist es her, dass ein vermeintliches Krokodil in der Unstrut im Burgenlandkreis gesichtet wurde. Doch gefunden wurde es von der Polizei nicht. Jetzt ging die Suche in Thüringen weiter.

Suche nach vermeintlichem Krokodil in der Unstrut
Bildrechte: Silvio Dietzel

Am Sonntagvormittag hatte sich eine Pferdebesitzerin bei der Polizei gemeldet, weil sie das angeblich zwei Meter lange Krokodil gesehen habe. Laut ihrer Aussage lag das Reptil mit aufgerissenem Maul am Unstrut-Ufer. Ihre Pferde haben vor dem Tier gescheut. Das Krokodil sei dann ins Wasser geglitten.

Erfolglose Suche

Im Uferbereich wurden zwar Spuren entdeckt, die von einem Krokodil stammen könnten, aber die Suche durch die Polizei blieb auch nach zehn Stunden erfolglos. Auch etwa 80 Feuerwehrmänner waren an der Suche beteiligt. Zum Einsatz kamen auch ein Hubschrauber und eine Drohne. Polizeisprecherin Fränze Töpfer erklärt:

Man hat keinerlei Feststellungen in irgendeiner Weise machen können.

Die Suche auf dem 12 Kilometer langen Abschnitt war nicht einfach. Da ein Schlauchboot zu gefährlich gewesen sei, wurde der Fluss anfangs nur aus der Entfernung abgesucht. Erst später ging es mit einem stabileren Boot und einer Wärmebildkamera auf dem Gewässer weiter. Damit das vermeintliche Tier nicht aus dem Wasserbereich flüchten konnte, wurden während der Suche auch die Schleusen geschlossen gehalten. Nach Angaben der Rettungsleitstelle Nordhausen-Kyffhäuserkreis waren auch Mitarbeiter der Naturschutzbehörde vor Ort.

Zutrittsverbot zum Wasser

Da das vermeintliche Reptil bisher nicht gefunden werden konnte, bleibt der Unstrut-Bereich zwischen Kalbsrieth bis zur Grenze von Sachsen-Anhalt gesperrt. Dort gilt ein Zutrittsverbot zum Wasser und am Uferbereich. Das Verbot gilt also auch für Paddler und Radfahrer. Auch im Burgenlandkeis, der an den Kyffhäuserkreis grenzt, gilt eine Warnung.

Krokodil vorher schon in Sachsen-Anhalt unterwegs

Ende August wurde das vermeintliche Reptil laut Zeugenaussage von Anglern in Sachsen-Anhalt gesichtet. Eine Suche mit Hubschrauber und Booten der Wasserschutzpolizei blieb aber erfolglos. Doch um sicher zu gehen, wurde entlang der Unstrut im Burgenlandkreis ein Badeverbot erlassen. Das Verbot gilt bis zum 14. September.

So sah die Suche in Schönewerda aus

MDR JUMP-Hörer Silvio Dietzel war live bei der Suche in Schönewerda dabei und hat uns diese Bilder geschickt:

Suche nach vermeintlichem Krokodil in der Unstrut

Suche nach vermeintlichem Krokodil in der Unstrut
Bildrechte: Silvio Dietzel
Suche nach vermeintlichem Krokodil in der Unstrut
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Suche nach vermeintlichem Krokodil in der Unstrut
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Suche nach vermeintliches Krokodil in der Unstrut
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Thüringen erlaubt Haltung von Krokodilen

Woher das vermeintliche Krokodil stammen könnte, ist nicht bekannt. Es könnte als Haustier gehalten und dann ausgesetzt worden sein. Das Thüringer Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie hat auf MDR JUMP-Anfrage schriftlich mitgeteilt:

Tierschutzrechtlich ist die private Haltung von Krokodilen nicht erlaubnispflichtig, jedoch bestehen sehr hohe Anforderungen an die Haltung. Es sind die allgemeinen Vorgaben des Tierschutzgesetzes (insbesondere §1 und §2) zu beachten.

In den Paragraphen 1 und 2 des Tierschutzgesetzes steht, dass es dem Tier in der Haltung gut gehen muss und es nicht leiden darf. Außerdem muss das Tier artgerecht gehalten, gepflegt und ernährt werden. Will man mit der Haltung von Krokodilen Geld verdienen und züchtet oder hält sie gewerbsmäßig, ist das nach § 11 des Tierschutzgesetzes erlaubnispflichtig.

Auch in Sachsen-Anhalt erlaubt

Auch das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie des Landes Sachsen-Anhalt teilt auf MDR JUMP-Anfrage mit, dass in Sachsen-Anhalt Krokodile unter bestimmten Voraussetzungen gehalten werden können:

Alle Krokodile und Alligatoren sind international nach dem Washingtoner Artenschutzabkommen geschützt. Die Haltung von geschützten Tieren ist möglich. Der Halter muss die legale Beschaffung nachweisen, dies wird vom CITES-Büro geprüft.

Außerdem muss man auch die Haltung eines Krokodils beim Büro des Internationalen Artenschutzes (CITES) anmelden. Und natürlich müssen auch in Sachsen-Anhalt die gesetzlichen Anforderungen eingehalten werden. Dafür gelten bundesweit die artenschutzrechtlichen Regelungen im § 44 und 45 des Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG).

Anfang des Jahres 2019 hatte der Landtagsabgeordnete eine kleine Anfrage in den Landtag eingebracht. Darin ging es um die „nichtgewerbliche Haltung gefährlicher Tiere in Sachsen-Anhalt". Daraufhin teilte das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie Sachsen-Anhalt mit, dass sich ein gefährliches Tier nicht frei bewegen und herumlaufen dürfe und dass Schutzmaßnahmen durch den Halter getroffen werden müssen, um andere und Schäden durch das Tier zu schützen.

Mit Material der Nachrichtenagentur dpa.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP - Die Feierabendshow | 07. September 2020 | 15:40 Uhr

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