Tornado in Tschechien: Kann sowas auch bei uns passieren?

In Tschechien gab es am Donnerstag schwere Unwetter. In der Region Südmähren gab es sogar einen Tornado, der eine Schneise der Verwüstung hinterließ. Drei Menschen starben.

Ein Tornado
Bildrechte: imago image/Robert Postman

"Auf einmal habe ich ein merkwürdiges Dröhnen gehört, als ob ein Zug näherkommen würde. Dann begann die Hölle, alles flog herum", beschreibt ein Augenzeuge in einer tschechischen Zeitung, was er am Donnerstagabend erlebt hat. Im Südosten Tschechiens gab es schwere Unwetter, ein Tornado hat sieben Dörfer verwüstet. Nach Angaben der Rettungskräfte wurden 200 Menschen verletzt, zehn davon schwer. Drei Menschen starben.

Tornados sind in Europa keine Seltenheit. Allein in Deutschland soll es pro Jahr zwischen 20 und 60 solcher Wirbelstürme geben. Auch in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gibt es immer wieder Tornados, die eine Schneise der Verwüstung hinterlassen. So etwa Pfingsten 2010 in Sachsen, oder im September 2011 in Sachsen-Anhalt. Anfang Juni war bei Leipzig eine Trichterwolke zu beobachten. Bodenkontakt hatte sie aber nicht.

Lassen sich Tornados Vorhersagen?

Ob, wo und wie Tornados auftreten, lässt sich schwer vorhersagen, weil dafür eine ganze Reihe von Bedingungen gegeben sein muss. So entstehen sie etwa aus sogenannten Superzellen, rotierenden Gewitterwolken. Mit Radargeräten, wie sie vom Deutschen Wetterdienst betrieben werden, lassen sich solche Wolken bis zu 18 Stunden im Voraus identifizieren.

Verdächtige Tornado-Spuren können manchmal schon bis zu einer Stunde im Voraus identifiziert werden, meist ist die Vorwarnzeit aber geringer. Ob und wann ein Tornado dann allerdings auch tatsächlich Bodenkontakt bekommt und wie stark er wird, lässt sich nicht vorhersagen.

Was tun, wenn ein Tornado wirklich kommt?

Weil Tornados sehr viele Trümmerteile mit sich führen und herumwirbeln, sollte man sich vor diesen besonders in Acht nehmen. Im Falle eines Falles raten Experten des amerikanischen Wetterdienstes auf jeden Fall, Schutz in einem fensterlosen Raum, bestenfalls im Keller zu suchen. Wer keinen Keller hat, oder in einem mehrstöckigen Gebäude wohnt, soll sich möglichst nach unten begeben und dort in Sicherheit bringen.

Wer auf freiem Feld unterwegs ist, sollte sich flach auf den Boden legen oder in einer Grube oder Mulde Schutz suchen. Auf keinen Fall solle man sich ins Auto flüchten, raten Experten, denn Autos können vor allem von stärkeren Tornados mühelos herumgewirbelt werden.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Nachrichten | 25. Juni 2021 | 06:00 Uhr

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