Studie: Deutsche rauchen offenbar wieder häufiger

Die vergangenen Monate haben sich negativ auf das Rauchverhalten in Deutschland ausgewirkt. Denn wie eine Studie jetzt ergab, wird offenbar wieder vermehrt zur Zigarette gegriffen.

Auf dem Bild ist eine Hand zu sehen. Zwischen den beiden Finger steckt eine qualmende Zigarette.
Bildrechte: IMAGO / Design Pics

Wir leben gerade in nicht ganz so einfachen Zeiten und das kann vor allem eines auslösen - Stress. Um diesen zu bewältigen, entscheiden sich manche für die Zigarette. Und dieser Trend scheint sich immer häufiger bei den Deutschen zu zeigen.

Jeder vierte Raucher raucht häufiger

Zumindest ergab das die Forsa-Umfrage im Auftrag der Kaufmännischen Krankenkasse in Hannover (KKH). Für die repräsentative Studie wurden im Juli 2020 und im Juli 2022 rund 1000 Menschen im Alter von 16 bis 69 Jahren online befragt. Das Ergebnis: Jeder vierte Raucher raucht häufiger oder hat erst kürzlich mit dem Tabakkonsum angefangen. Im Gegenzug dazu sagte nur jede zehnte Person, dass sie weniger raucht oder ganz aufgehört hatte.

Im Sommer 2020 waren die Zahlen noch nicht ganz so hoch ausgefallen. Denn damals hatte jede sechste befragte Person angegeben, seit Beginn der Corona-Krise mehr geraucht zu haben als vorher. Jede Siebte sagte, sie rauche seither weniger.

Gibt es eine Ursache?

Ob nun aber tatsächlich z.B. die Pandemie eine mögliche Ursache für diesen Trend ist, bleibt vorerst unklar. Dazu sagte der KKH-Experte für Suchtfragen Michael Falkenstein in der Pressemitteilung zur Umfrage:

Da Abhängigkeitserkrankungen über einen längeren Zeitraum hinweg entstehen, bilden sie sich statistisch in der Regel erst zeitverzögert ab.

Denkbar sei allerdings, dass in den vergangenen Monaten viele ehemalige Raucherinnen und Raucher rückfällig geworden seien.

Gefahren werden häufig ignoriert

Rauchen ist laut Bundesministerium für Gesundheit "das größte vermeidbare Gesundheitsrisiko in Deutschland". Dem wird in der Pressemitteilung der KKH noch hinzugefügt, dass der Glimmstängel einer der Hauptrisikofaktoren für einen vorzeitigen Tod sei. Beim Rauchen gäbe es keinen unbedenklichen Konsum, da allein eine Zigarette pro Tag das Risiko für eine Herzerkrankung und einen Schlaganfall erhöhe. Diese Gefahr werde laut Falkenstein von vielen verdrängt.

Viele Menschen sind sich dieser Gefahr gar nicht bewusst oder verdrängen sie, gerade wenn andere Probleme im Vordergrund stehen, etwa private Konflikte oder globale Krisen.

Gerade in schwierigen Lebensphasen seien Rauschmittel für viele wie eine Art entspannender und beruhigender Bewältigungsmechanismus, der Ängste und Sorgen vertreibt.

Die große Gefahr dabei ist, dass aus dem vermehrten Konsum während einer schweren Lebensphase eine Gewohnheit wird und dadurch ein noch höheres Risiko für eine Abhängigkeit entsteht.

Mit Material der dpa.

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