Tanken wird günstiger - zumindest in Polen

Die Preise für Benzin und Diesel sind in Deutschland immer weiter angestiegen. In Polen zeigt sich ein anderes Bild. Kraftstoff ist dort deutlich günstiger geworden. Dafür ist eine Steuersenkung verantwortlich.

Tankstelle bei Nacht
Bildrechte: imago/Panthermedia

Die Fahrt an die Tankstelle ist für uns in den vergangenen Monaten sehr teuer. Die Preise für Benzin und Diesel sind immer weiter angestiegen oder verweilen auf hohem Niveau. Seit Dezember 2020 sind die Preise für Benzin um mehr als 40 Cent angestiegen. Anders ist die Situation, wenn wir in eines unserer Nachbarländer blicken.

Tanken wird in Polen immer günstiger

Die Preise für Benzin und Diesel zeigen in Polen in die andere Richtung: Es wird immer günstiger. Seit einigen Wochen ist die Kraftstoffsteuer weggefallen. Jetzt wurde auch die Mehrwertsteuer auf Benzin und Diesel gesenkt. In Polen möchte man damit die wirtschaftlichen Folgen der Inflation abfedern. Die Mehrwertsteuer auf Benzin wurde zum 1. Februar von 23 Prozent auf acht Prozent vorübergehend gesenkt. So sollen die Menschen so finanziell entlastet werden. Die Regelung gilt für sechs Monate. Ein Liter Super soll dadurch etwa 50 Cent bis 65 Cent günstiger sein, als in Deutschland.

Problem für Tankstellenbetreiber

Die günstigen Preise für das Tanken des Autos sorgen dafür, dass mehr Menschen als "Tanktouristen" über die Grenze fahren. Jens Rösler betreibt eine Tankstelle im sächsischen Bad Muskau, nah an der Grenze zu Polen. Dem MDR erklärt er, dass viele Menschen über die Grenze zum Tanken fahren.

Wenn man so die Nummernschilder sieht, ist es aktuell schon so, dass von mindestens 30, 40 Kilometer Umkreis die Leute dahin fahren. Wahrscheinlich wird der noch größer werden, weil es gibt ja auch beispielsweise Zigaretten billiger und das verbinden die meisten dann noch. Hier bleibt immer weniger.

Jens Rösler, Tankstellenbetreiber

Auch der Verband des Garagen- und Tankstellengewerbes Nord-Ost befürchtet große Umsatzeinbußen. Vor allem, weil die Tankstellen nicht nur von Benzin, sondern auch vom Verkauf von Lebensmitteln, Tabak und Getränken leben. Dem RBB sagte der Vorsitzende Hans-Joachim Rühlemann:

Ich mache mir schon Sorgen, wenn ich mir die Preisentwicklung ansehe. Anfang Januar kam alles zusammen: Ein hoher Rohölpreis, die höhere CO2-Abgabe seit diesem Jahr, die Energiesteuer. Da habe ich schon kurz geschluckt

Hans-Joachim Rühlemann, Vorsitzender des Verbandes des Garagen- und Tankstellengewerbes Nord-Ost

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