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So stehen die Sterne 2022 – Der Ausblick auf das astronomische Jahr

Stand: 01. Januar 2022, 00:00 Uhr

Auch wenn die Zeiten gerade ziemlich komisch sind, der Blick an den Himmel verliert nichts an Faszination. Deswegen haben wir für alle Astro-Fans eine Vorschau für die wichtigsten Ereignisse des kommenden Jahres zusammengestellt.

Wenn der Himmel aufklart in diesen Winternächten, wird es frostig. Doch genau das ist die Voraussetzung dafür, den faszinierenden Sternenhimmel zu beobachten. Das heißt: Astronomie-Fans müssen sich aktuell warm anziehen, wenn sie ihrem Hobby nachgehen. Zum Beispiel in der Nacht auf den 4. Januar, der ersten Sternschnuppennacht des neuen Jahres. Dann gibt es die Quadrantiden zu bestaunen. Der Meteorschauer bietet rein rechnerisch bis zu 120 Sternschnuppen pro Stunde.

Grund ist, dass die Erde dann die die Umlaufbahn des Asteroiden 2003 EH kreuzt. Dessen Bruchstücke verglühen dann als Sternschnuppen in der Atmosphäre. Und nicht nur in dieser Nacht, auch in den umliegenden Nächten lohnt sich ein Blick in den Nachthimmel durchaus.

Abstand zur Sonne hat nichts mit der Temperatur bei uns zu tun

Interessanterweise passiert in den Morgenstunden des 4. Januar noch etwas Spannendes, nur können wir das nicht sehen: Die Erde erreicht auf ihrer elliptischen Bahn den sonnennächsten Punkt des Jahres. Sie ist dann 147.100.000 Kilometer vom von unserem Stern entfernt. (Zur Einordnung: Der sonnenfernste Punkt, der am 4. Juli erreicht wird, hat einen Abstand von 152.104.000 Kilometern. Man sieht daran übrigens auch schön, dass der Abstand zur Sonne nichts mit der Temperatur hier bei uns und den Jahreszeiten zu tun hat.)

Aber nochmal zu den Sternschnuppen: Wer sie im kalten Januar verpasst, sollte sich auf jeden Fall im hoffentlich deutlich milderen August auf die Lauer legen – wenngleich da die Dunkelheit natürlich viel, viel später erst einsetzt. Der klassische Höhepunkt des Sternschnuppenjahres sind die Perseiden, deren Maximum zwischen dem 9. und 13. August liegt. Die Leoniden gibt es dann vom 13. bis 30. November am Morgenhimmel, mit dem Maximum in der Nacht vom 16. auf 17. November. Vom 4. bis 17. Dezember stehen dann wieder die Geminiden an.

Was gibt es sonst noch? Am 16. Mai gibt es eine totale Mondfinsternis zu bestaunen. Wobei das leider ein bisschen besser klingt, als es die Bedingungen tatsächlich hergeben. Denn genau genommen kann man in den frühen Morgenstunden bei uns nur den Beginn des Phänomens beobachten. Und schon vor Mitte der Finsternis geht der Mond unter. Wobei, das ist immer noch besser als bei der totalen Mondfinsternis vom 8. November, die bei uns komplett nicht zu sehen ist.

Partielle Sonnenfinsternis im Herbst

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Am 25. Oktober steht uns dann – wie zuletzt am 10. Juni 2021 - eine partielle Sonnenfinsternis in Haus. Sie kann in den Vormittags- und Mittagsstunden verfolgt werden. Die größte Verfinsterung wird dabei im Nordosten Deutschlands erreicht. In Sassnitz auf Rügen werden dann maximal 35,3 Prozent der Sonnenscheibe bedeckt sein, bei uns in der Region sind es entsprechend ein paar Prozente weniger. (Aber alles ist besser als bei einer weiteren partiellen Finsternis am 30. April, die von uns aus gesehen aber leider nicht zu beobachten ist. Dafür müsste man schon nach Südamerika oder gar in die Antarktis reisen.)

Dann gibt es noch zwei himmlische Versteckspiele: Am 5. Dezember verdeckt der Mond von uns aus gesehen den fernen Planeten Uranus, am Morgen des 8. Dezember dann, deutlich besser zu beobachten, den Mars. Was die sonstige Sichtbarkeit der Planeten angeht: Merkur – schwierig zu beobachten! – ist Anfang Januar, Ende April und Ende Dezember am Abendhimmel knapp über dem Westhorizont zu sehen, Anfang Oktober in der Morgendämmerung tief im Osten. Venus ist bis zum 9. Januar noch am Abendhimmel zu sehen, aber auch eher lichtschwach, danach bis in den Oktober hinein morgens, bis sie wieder an den Abendhimmel wechselt.

Mit dem Mars ist zunächst auch nicht allzu viel los, weil er aktuell so weit weg von uns ist. Zunächst ist er am Morgenhimmel zu sehen, später im Jahr dann in der ganzen Nacht, wobei er erst ab Dezember wieder richtig hell wird. Der Jupiter ist Anfang des Jahres gut am Morgenhimmel zu sehen, gegen Ende September erreicht er seine maximale Helligkeit – weil er uns am nächsten ist. Dann ist er auch die ganze Nacht über zu sehen und dominiert den sternarmen Herbsthimmel. Der etwas lichtschwächere Saturn ist zunächst nicht zu sehen, ab dem Spätsommer ist er dann wieder am Abendhimmel vertreten.

Dieses Thema im ProgrammMDR JUMP am Wochenende | 01. Januar 2022 | 14:47 Uhr

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