Mit Smartphone und Hitze gegen juckende Mückenstiche

Ein kleiner Pieks, der juckt wie die Hölle: Mückenstiche gehören zu den unangenehmen Seiten des Sommers. Neben kühlenden Gels und Hausmitteln gibt es auch Zubehör fürs Smartphone, das Abhilfe schaffen soll.

Eine Mutter drückt ihrem Kind einen Hitzestift auf einen Mückenstich
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Eigentlich heißt es ja, dass bei Juckreiz Kühle hilft. Mit kühlenden Gels (oder im Zweifel auch Spucke) soll der Juckreiz schnell gelindert werden. Seit ein paar Jahren gibt es aber auch Geräte, die mit dem glatten Gegenteil Linderung verschaffen können: sogenannte Hitzestifte.

Hitze wirkt - aber wie?

Die Stifte haben an ihrer Spitze ein kleines Metallplättchen, das auf etwa 50 Grad erhitzt werden kann. Drückt man die Spitze dann gegen den Mückenstich, werden chemische Prozesse im Körper in Gang gesetzt, die Linderung verschaffen. Welche das sind, ist Forschern allerdings ein Rätsel. Eine Theorie besagt, dass die Hitze dazu führt, dass grob gesagt die Juckreiz verursachenden Stoffe in der Haut zerfallen.

Eine andere These besagt, dass durch die Hitze Teile des Immunsystems aktiviert werden, die sich um die körperfremden Proteine kümmern. Wieder andere Forscher vermuten, dass die Nerven in der Haut sensibel auf Überwärmung reagierten und die Reizweiterleitung abschalten. So werde das Jucksignal nicht mehr übermittelt.

Stichheiler fürs Handy

Heat it Hitzestift fürs Handy Produktbild
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Sicher ist nur, es wirkt. Und zwar so gut, dass es Hitzestifte jetzt auch als Anstecker für das Smartphone gibt. Das kleine Gerät wird einfach in den USB- bzw- Lightning-Anschluss gesteckt. Das hat den Vorteil, dass man es einfach am Schlüsselbund mitnehmen kann. Außerdem bekommt es den Strom über das Handy, und nicht über extra Batterien. Die Hitze lässt sich über die dazugehörige App einfach regulieren und etwa an empfindliche Haut anpassen.

Wer keine 40 Euro für Smartphone-Zubehör gegen Mückenstiche ausgeben will, der kann auch selbst eine Variante basteln. Alles was du dafür brauchst ist ein Thermometer, einen Topf mit Wasser und einen Löffel. Erhitze den Löffel im Wasser auf ca. 50 Grad (die Temperatur überprüfst du am besten mit dem Thermometer) und drücke ihn dann kurz auf den Mückenstich. Bei Kindern sollen schon drei Sekunden reichen. Wichtig ist nur, dass du darauf achtest, dass der Löffel nicht zu heiß ist, denn sonst besteht Verbrennungsgefahr.

Bloß nicht kratzen

Ob du mit Wärme oder Kälte gegen den Juckreiz ankämpfst, am wichtigsten ist, nicht zu kratzen. Denn wer kratzt, arbeitet die Enzyme im Mückenspeichel am Ende nur tiefer ins Gewebe ein und bringt über die Fingerkuppen schlimmstenfalls noch Schmutz und Keime in die Wunde, sodass sie sich entzünden kann. Die Stiftung Warentest gibt immerhin den Ratschlag, mit zwei Fingern die Haut um die Stichstelle herum einzukneifen. Da lasse der Juckreiz auch oft nach.

Mit Material von dpa

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