60 km/h: Mit der Simson von Halle nach Moskau

Ein Bild von seiner grünen Simson S50 vor den roten Mauern des Kreml in Moskau: Dafür will Maximilian Rühlich aus Halle/Saale fast zweitausend Kilometer mit dem Moped fahren.

Wer in der DDR aufgewachsen ist, kenn diesen Schriftzug auf dem Moped-Tank auf jeden Fall.
Bildrechte: Privat: Maximilian Rühlich

Die Idee hatte Maximilian Rühlich auf einer sechsstündigen Fahrt mit seiner „Simme“ zur Oma in Brandenburg: Wie wäre es, mit der S50 nach Moskau zu knattern? Und dort ein Foto vor dem Kreml zu machen? Diese fixe Idee soll jetzt Realität werden.

"Auf Russisch kann ich Hallo und Tschüß sagen"

Der Plan des 20-jährigen aus Halle klingt ein bisschen nach dem erfolgreichen Kinofilm „25 km/h“ mit Lars Eidinger und Bjarne Mädel. Die beiden machen sich mit ihren alten Mofas vom Schwarzwald aus auf den Weg ans Meer. Im Film sind es aber „nur“ ein paar hundert Kilometer quer durch Deutschland. Maximilian will fast 2.000 Kilometer mit seinem Moped zurücklegen und auf der Route Halle-Warschau-Minsk-Moskau auch mehrere Ländergrenzen überqueren. Im Gespräch mit MDR JUMP verrät er, woher die Idee für das Abenteuer kommt.

Im Rückspiegel: Maximilian Rühlich auf seiner Simson
Im Rückspiegel: Maximilian Rühlich auf seiner Simson Bildrechte: Privat: Maximilian Rühlich

Ich war bei meiner Oma, die wohnt in Berlin und da bin ich mit der Simson hingefahren. Und dann habe ich mir gedacht: Russland kannst du ja eigentlich auch mal machen.

Der gelernte Mechatroniker und Fan von DDR-Oldtimern hat seine S50 vor sechs Jahren für 750 Euro gekauft. Weitere 5.000 Euro hat er seitdem in das 40 Jahre alte Moped gesteckt. Fans der „Simme“ wissen, dass sie mit dem kleinen Moped mit Geduld und etwas Reparatur-Geschick überall hinkommen. Der Vergaser lässt sich zur Not auch mal schnell am Straßenrand zerlegen und reinigen. Außerdem hat sich der Hallenser etwas ganz Besonderes überlegt, um die Tour noch größer aufzuziehen.

Leicht verschneit: Die S50 von Maximilian Rühlich aus Halle/Saale
Bildrechte: Privat: Maximilian Rühlich

Die Vorbereitungen für die Tour sind in vollem Gange. Das ist auch sehr umfangreich, weil ich das nicht nur für mich machen möchte. Damit andere Leute teilhaben können, werde ich die gesamte Fahrt über einen Livestream anhaben.

Laut Einigungsvertrag darf die Simson bis heute offiziell mit Tempo 60 fahren. Mit Rückenwind und bergab sind es auch mal bis zu 70 km/h. Für die 2.000 Kilometer bis in die russische Hauptstadt plant Maximilian daher vier bis fünf Tage ein und will in der Zeit im Zelt schlafen. Ein paar Städte an der Strecke will er auch besichtigen.

"Road to Moskau"

Auf der Facebookseite „Road to Moskau“ berichtet der 20-jährige darüber, wie weit er mit seinen Vorbereitungen ist. Noch ist die To-Do-Liste recht lang, sagt Maximilian gegenüber dem MDR.

Man benötigt verschiedene Versicherungen und auch ein Touristen-Visum. Das ist wegen Corona gerade schwer zu erhalten. Und man muss schauen, wie die Grenzübergänge verlaufen. Das bedarf großer Vorbereitungen.

Auf seiner Facebook-Seite wirbt Maximilian um Spenden für seinen großen Reise-Traum. Rund 10.000 Euro wird er für die Mopedtour nach Moskau benötigen, hat er ausgerechnet. Darin sind 200 Euro für Visa enthalten, 800 Euro für Ersatzteile, 40 Euro für Mischöl für den Zweitakter und knapp 300 Euro Benzingeld. Die S50 braucht gerade mal drei Liter auf 100 Kilometer, wenn sie nicht gerade im ersten Gang und Vollgas einen Anstieg hochmuss.

Dieses Thema im Programm Die MDR JUMP Feierabendshow | 28. Dezember 2021 | 15:10 Uhr

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