Schulschwimmen: So wird der verpasste Unterricht nachgeholt

Die letzten beiden Jahre haben ihre Spuren hinterlassen - unter anderem auch in den Schulen, beispielsweise beim Schwimmen. Vielen Kindern fehlen die nötigen Fähigkeiten. Mit Extra-Angeboten soll Abhilfe geschaffen werden.

Nur 40 Prozent der Zehnjährigen können sicher schwimmen. Das beklagt die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft DLRG. Im Jahr 2020 gab es rund 50 Prozent weniger Kinder, die bei Anfängerkursen mitgemacht haben. Und in den Schulen? Da ist vor allem im Schuljahr 2020/21 viel Unterricht ausgefallen, der jetzt peu à peu nachgeholt wird.

Holger Friedrich, Geschäftsführer der DLRG Sachsen-Anhalt, sagte im MDR JUMP-Gespräch, dass es 2020 fast keine Schwimmkurse gab, 2021 konnte die DLRG mit Land und Kommunen dann wieder Extra-Kurse anbieten. Damit wurde der ausgefallene Schwimmunterricht etwas ausgeglichen.

Und wir konnten zumindest, was das 21-er Schuljahr betrifft, so drei Fünftel auffangen.

40 Prozent der Kinder haben aber nicht schwimmen lernen können. Hinzu kommen noch viele Kinder aus dem Jahr 2020. Die alle noch über Kurse zu erreichen, sei nicht zu schaffen, so Holger Friedrich.

Und da ist natürlich der Appell an die Eltern gerichtet, vielleicht doch auch auf privatem Wege etwas zu machen.

Um den verpassten Unterricht nachzuholen, stellt die Landesregierung von Sachsen-Anhalt den Schulen außerdem jährlich 480.000 Euro bereit. Damit können sie außerhalb des Unterrichts Schwimmangebote bezahlen. Die Nachfrage halte sich aber in Grenzen, hieß es aus dem Bildungsministerium auf MDR JUMP-Anfrage.

Auch in Sachsen wurde ein entsprechendes Programm gestartet. Es besteht aus Gutscheinen, die außerschulisch eingesetzt werden können. In erster Linie richtet sich das Programm an Schülerinnen und Schüler, die 2019/20 bzw. 2020/21 als Nichtschwimmer aus dem Unterricht gegangen sind. Aber auch Kinder, die dieses Schuljahr keine ausreichenden Fähigkeiten erlangt haben, sollen so einen Gutschein bekommen.

In Thüringen haben durch die Ausfälle des Schwimmunterrichts in den letzten zwei Jahren weniger Kinder schwimmen gelernt. Deshalb gibt es in einigen Regionen zusätzliche Schwimmangebote seitens der Schulen, hauptsächlich für Kinder, die im vergangenen Schuljahr zu kurz kamen. Dort, wo es keine schulischen Nachholangebote gibt, werden Lernschecks vergeben, so ein Sprecher des Bildungsministeriums auf MDR JUMP-Anfrage. Das entsprechende Programm heißt hier "Stärken Unterstützen Abholen". Die Schecks können aber erst ausgegeben werden, wenn es auch Anbieter (Schwimmvereine, Badbetreiber, o.ä.) gibt. Daran hapert es im Moment noch etwas, so der Ministeriumssprecher. Bessern soll sich die Situation mit Beginn der Freibadsaison.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP - Themen des Tages | 28. März 2022 | 19:10 Uhr

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