Was tun, wenn das Zeugnis schlecht ist

Die Halbjahreszeugnisse sind für alle, die dieses Jahr mit der Schule fertig werden, die Zeugnisse mit denen sie sich bewerben. Auch für die Viertklässler ist es entscheidend, weil die Noten den weiteren Weg in der Schule mitbestimmen.

Während die einen mit einem strahlenden Gesicht in die Winterferien starten, ist die Vorfreude bei den anderen etwas getrübt, weil die Noten auf dem Zeugnis nicht so gut sind wie erhofft. Wir erklären, was Eltern und Schüler tun können, wenn das Zeugnis nicht so gut ist.

Was führt zu schlechten Noten?

Die gute Nachricht zuerst: Zensuren sagen meist nicht allzu viel über Intelligenz aus. Es kann schon mal vorkommen, dass die ein oder andere Note schlecht ausfällt. Wichtig ist es, die Gründe dafür zu erforschen. Kann mein Kind den Lehrer nicht leiden oder umgekehrt? War das Kind faul oder hat es den Stoff nicht verstanden? Wurden Arbeiten unfair benotet?

Wie sollten sich Eltern verhalten?

Natürlich kann es für Eltern ein Schreck sein, wenn das Zeugnis schlechter als erwartet ausfällt. Dennoch sollte man erstmal tief durchatmen und das Kind nicht anschreien. Auch Vorwürfe machen oder Strafen androhen bringt gar nichts, denn wahrscheinlich ist es ohnehin schon unglücklich genug über die schlechte Benotung. Besser ist es, das Kind zu trösten. Außerdem gibt es neben den schlechten Zensuren bestimmt auch in dem ein oder anderen Fach eine Verbesserung. Oder es stehen in der schriftlichen Bewertung des Klassenlehrers positive Punkte, die hervorgehoben werden.

Wenn der erste Schreck erstmal vorbei ist, sollte man sich in Ruhe zusammensetzen und klären, wie es zu den schlechten Zensuren gekommen ist. Meist weiß das Kind am besten, woran es gelegen hat.

Nach Lösungen suchen

ein Vater gibt seinem Sohn Nachhilfe
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Wenn das Zeugnis so schlecht ausgefallen ist, dass man versetzungsgefährdet ist, dann sollte man handeln. Denkbar wäre eine Nachhilfe im zweiten Schulhalbjahr.

Eine andere Möglichkeit ist mit dem Klassenlehrer der Schule in Kontakt zu treten. Die Lehrer können die momentane Leistung des Kindes einschätzen und man kann so gemeinsam überlegen, ob eine Rückstufung sinnvoll wäre. In manchen Fällen spricht der Klassenlehrer auch die Eltern auf eine Rückstufung des Kindes an. Allerdings müssen Eltern einer Rückstufung nicht zustimmen. Entscheidend ist hier immer der Elternwille.

Stimmen Eltern Lehrer und Schulleitung einer Rückstufung zu, kann das Kind schon relativ zeitnah, also nach den Winterferien die vorhergegangene Klassenstufe wechseln.

Die Nummer gegen Kummer

Wenn es ganz schlecht läuft, können sowohl Kinder und Jugendliche als auch Eltern das Sorgentelefon anrufen und sich Rat holen. Das Angebot ist anonym und kostenlos. Die "Nummer gegen Kummer". Unter der 116111 wird deutschlandweit von Montag bis Samstag von 14 bis 20 Uhr beraten. Diese Hotline wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend mitbetreut. Auf der Webseite wird auch eine E-Mail-Beratung angeboten. 

Weitere Tipps bei Zeugnissorgen

Wichtig ist, seinem Kind gut zuzureden. Es darf auf keinen Fall Angst vor der Schule, Lehrern oder Mitschülern haben, nur, weil die Noten nicht so prall sind.

Kleine Ziele stecken hilft, die Leistung dauerhaft und nachhaltig zu verbessern, heißt: Im nächsten Halbjahr konzentrieren wir uns beispielsweise auf Mathe und üben jeden Tag eine Viertelstunde Kopfrechnen um die Note zu verbessern.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 11. Februar 2022 | 11:45 Uhr

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