Zahnprobleme bei Hunden und Katzen. Wie Sie am besten vorbeugen!

Wildkatze und Wolf haben gesunde Zähne. Meistens jedenfalls. Hausmietze und Pudel bekommen hingegen oft Schwierigkeiten mit den Zähnen. Warum das so ist und was du dagegen tun kannst, klären wir jetzt.

So werden die Zähne schmutzig

Zuviel weiches Futter, manchmal noch mit Getreide oder Obst versetzt. Das führt zu Plaque, also Zahnbelag. Dazu kommen Fleischfasern und andere Futterreste zwischen den Zähnen. Werden diese nicht regelmäßig entfernt, kann sich das Zahnfleisch an den Bakterien im Zahnbelag entzünden. Das Zahnfleisch zieht sich zurück, jetzt kommt noch Parodontose ins Spiel und legt die Zahnhälse frei. Kariesbakterien können zusätzlich zu Löchern in den Zähnen führen. Hunde und Katzen die einseitig gefüttert werden und im wahrsten Sinne zu wenig harte Knochen zu kauen bekommen, haben sehr schnell Probleme mit den Zähnen. Das kann unbehandelt zu vielen weiteren Schwierigkeiten führen.

So bleiben die Zähne bei Wildtieren sauber

Keine Leckerlies, kein Nassfutter, keine Süßigkeiten. Stattdessen zähes Muskelfleisch, Sehnen und Knochen. Das ist die einfache Formel für saubere Tierzähne. Die wilden Vorfahren unserer Haustiere haben Ihr Gebiss im Alltag beim Reißen der Beute und beim Fressen beansprucht und sauber gehalten. 

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Tierisch tierisch macht Sommerpause. Wir sehen uns wieder am 31.08.2022


So hilfst Du Deinem Haustier vorzubeugen

Der erwähnte Abrieb ist auch für unsere Haustiere gut und hält die Zähne sauber.

Eine Katze, die Freigang hat und regelmäßig Mäuse fängt und frisst, die wird kaum Probleme mit den Zähnen bekommen, weil die an den Knochen der Maus gesäubert werden

so Tierärztin Kristina Schenke. Hunde sollten nun nicht unbedingt frei jagen dürfen, deshalb helfen ihnen Rinderknochen vom Fleischer. Dazu nochmal Dr. Schenke:

Knochen sind ein wirklich gutes Mittel für Hunde und auch Katzen. Wichtig, es dürfen keine gekochten Geflügelknochen sein. Und man sollte es auch mit Rinderknochen nicht übertreiben. Wenn die Tiere zu viel davon fressen, kann es sein, dass sie extrem festen Kot bekommen, der dann zu Verdauungsprobleme führt

Ganz allgemein gilt: Muskelfleisch, Kauartikel wie Schweinsohren und auch Trockenfutter können helfen, den Zahnbelag zu reduzieren und Zahnstein zu verhindern. Außerdem regt das Kauen den Speichelfluss an.

Und dieser Speichel spült dann auch noch zusätzlich schädliche Bakterien von den Zähnen

so unsere Expertin.

Jetzt solltest du Zahnpflege betreiben

Du kannst den Besuch beim Tierarzt vermeiden, indem du Zahnprobleme frühzeitig erkennst und behandelst. Dazu unsere Tierärztin:

Man hat ja zunächst immer den Zahnbelag und daraus wird dann Zahnstein. Also ist wichtig, den Zahnbelag mit möglichst regelmäßigem Abrieb zu entfernen.

Oft ist der Zahnbelag auf den ersten Blick als gelblich-brauner Rand zwischen Zahn und Zahnfleisch zu erkennen. Kommt noch ein entzündetes Zahnfleisch hinzu, müffeln Hund und Katze auch mal schnell aus dem Maul. Spätestens jetzt solltest Du eingreifen.

Zähneputzen möglichst früh lernen

Hunde haben mit Zähneputzen oft kein Problem. Bedingung: Du musst so früh wie möglich damit anfangen.

Wenn Sie damit im Welpenstadium beginnen und eher spielerisch rangehen, gewöhnen sich die Hunde sehr gut daran. Bei Katzen wird das nur in ganz seltenen Ausnahmefällen funktionieren

sagt Tierärztin Dr. Schenke. Wichtig: Hunde haben ein viel empfindlicheres Zahnfleisch als wir Menschen. Deswegen solltest du das Putzen behutsam und am Anfang auch nur spielerisch und mit viel Lob für den Hund beginnen. Dazu sind spezielle Fingerlinge und später richtige Hundezahnbürsten geeignet.

Wenn die Tiere so gar nicht mitmachen wollen, gibt es Gels und Sprays, die Sie auftragen können und die dann mit Enzymen eine Reinigung der Zähne bewirken.

Auch spezielle Zusätze fürs Trinkwasser können bei Hund und Katze die schädlichen Keime verringern. Achte dabei auf möglichst natürliche Inhaltsstoffe, denn: Hund und Katze können Zahnpflegeprodukte nicht wie wir Menschen wieder ausspucken. Bei empfindlichen Reaktionen fragst du besser den Tierarzt. 

Jetzt muss der Profi ran

Der ist auch die richtige Adresse, wenn Hund und Katze tatsächlich Zahnstein oder eine hartnäckige Zahnfleischentzündung haben.

Da kommen Sie um eine Narkose nicht herum. Nur so können die Zähne gründlich vom Zahnstein befreit, oder sogar der Zahn gezogen werden

rät Dr. Kristina Schenke. 

Wenn Du nichts unternimmst

Werden die Zahnprobleme nicht behandelt, können die Zähne abbrechen, ausfallen und im Kieferknochen kann sich sogar eine Entzündung bilden. Wichtig: Alle Bakterien und Abfallprodukte der Entzündung schlucken Hund und Katze runter. Das belastet den gesamten Körper. In der Folge können aus nicht behandelten Zahnproblemen Nierenprobleme, Herzkrankheiten und ein rasanter körperlicher Verfall hervorgehen. Deshalb solltest du Zahnprobleme bei Hund und Katze unbedingt ernst nehmen und möglichst früh etwas dagegen unternehmen.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 03. November 2021 | 11:45 Uhr

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