Paketfristen vor Weihnachten – Bis dahin sollten die Geschenke für die Lieben verschickt werden

Das wissen wir alle: Je früher Päckchen und Pakete mit Geschenken auf die Reise gehen, desto sicherer kommen sie pünktlich bei den Lieben an. Meistens wird es dann aber doch wieder knapp im Weihnachtstrubel. Wir haben bei den fünf großen Paketdiensten in Deutschland nachgefragt, bis wann die Geschenke spätestens verschickt werden sollten.

So wie in diesem Sortier- und Verteilzentrum im französischen Toulouse dürfte es auch in vielen Paketzentren in Deutschland aussehen: Tausende Pakete müssen richtig und pünktlich auf den Weg gebracht werden. 2 min
So wie in diesem Sortier- und Verteilzentrum im französischen Toulouse dürfte es auch in vielen Paketzentren in Deutschland aussehen: Tausende Pakete müssen richtig und pünktlich auf den Weg gebracht werden. Bildrechte: imago images / Hans Lucas

Hermes

Bis zum 20.12. (Montag) sollten Pakete und Päckchen in einem der Geschäfte sein, die für Hermes Sendungen entgegennehmen. Diese Frist gilt für alles, was innerhalb von Deutschland verschickt wird. Für Pakete ins EU-Ausland variieren die Fristen, vom 5. Dezember (Albanien oder Kosovo) bis 21.12. (Österreich). Die Abgabefristen sind laut Hermes ähnlich lang wie im letzten Jahr. Der Paketdienst erwartet gegenüber dem Rekordweihnachten 2020 nochmal neun Prozent mehr Sendungen und will die mit knapp 4.000 zusätzlichen Zustellfahrzeugen schaffen

DPD

Der Paketdienst rät, Weihnachtspakete bis zum Dienstag, 21. Dezember um 12.00 Uhr zu verschicken. Wer es bis dahin nicht schafft, kann laut DPD noch auf den Express-Versand zurückgreifen. So könne auch ein am 23. Dezember bis Mittag verschicktes Paket bis zum Fest beim Empfänger ankommen. Pakete ins EU-Ausland sollten bis zum 17. Dezember, 12.00 Uhr, auf den Weg gebracht werden. DPD geht davon aus, insgesamt etwas weniger Pakete als in der letzten Weihnachtszeit zu befördern.

GLS

Auch bei GLS sollten für den Versand verpackte Geschenke bis zum 21.12. um 12.00 Uhr in den jeweiligen Paketshops abgegeben werden. Weihnachtspäckchen und –pakete in EU-Nachbarländer wie Österreich oder die Niederlande sollten bis zum 20. Dezember (12.00 Uhr) verschickt werden. Für weitere EU-Länder ist der 17. Dezember (12.00 Uhr) der spätestmögliche Termin. GLS setzt dieses Jahr im Weihnachtsgeschäft 1.000 zusätzliche Zustellfahrzeuge ein. Aus Sicht des Paketdienstes wächst der Versand über GLS im Vergleich zum Vorjahr nochmal zweistellig.

DHL

Bei der Post sollten Weihnachtssendungen bis zum 20. Dezember in einer Packstation oder einem Shop abgegeben werden. Bei Briefen und Postkarten haben alle noch bis zum 22. Dezember Zeit. Weihnachtspakete in EU-Länder werden bis zum Heiligabend zugestellt, wenn sie bis zum 10.12. (alle Länder, die nicht an Deutschland grenzen), bis zum 14.12. (Frankreich/Italien) beziehungsweise bis zum 15.12. (alle anderen EU-Nachbarländer) aufgegeben wurden. Die Post rechnet damit, im Dezember 2021 ähnlich viele Pakete wie im letzten Jahr zu transportieren. Das waren pro Tag bis zu elf Millionen Pakete.

UPS

Wer über UPS Päckchen oder Pakete versendet, sollte die bis zum 21.12. (12.00 Uhr) abgegeben haben. Mit Expressversand reicht auch der 23.Dezember. noch. Für alle Sendungen, die in die EU-Länder oder andere Länder gehen, stellt USP hier einen Lieferzeitenrechner bereit.

„Paketshop wählen?“

In manchen Ratgebern zum Paketversand in der Adventszeit wird geraten, Weihnachtsgeschenke nicht an den Empfänger sondern sicherheitshalber direkt an einen Paketshop in dessen Nähe zu versenden. Das habe Vorteile, auch wenn sich der Empfänger immer nochmal auf den Weg machen muss. Zum einen kann ein Paket manchmal im Shop eher ankommen. Das ist dann der Fall, wenn weder der Empfänger noch Nachbarn dem Paketboten öffnen. Ein Hermes-Sprecher sagt dazu:

Dann erfolgt der nächste Zustellversuch am Folgetag. Hier wäre eine Lieferung an den PaketShop sicherlich effektiver, da die Sendung dort in jedem Fall am Zustelltag auch abgegeben wird und ab diesem Zeitpunkt zur Abholung bereitsteht.

Zum anderen können so die Absender sicherstellen, dass ihr Paket wirklich ankommt und nicht aus Versehen mit dem Vermerk „unzustellbar“ an sie zurückgeht. Das möchte vor allem in der Weihnachtszeit niemand. Wer über DHL versendet, kann mit der Wahl des Paketshops dem Empfänger manchmal auch längere Wartezeiten ersparen: In den kleineren Geschäften, die mit DHL zusammenarbeiten, sind die Warteschlangen in der Weihnachtszeit meist deutlich kürzer als in den Postfilialen. Dort werden aber oft die Pakete abgegeben, die nicht direkt zugestellt werden konnten. Ein DPD-Sprecher empfiehlt die direkte Lieferung an einen Paketshop noch aus einem weiteren Grund:

Gerade dann, wenn Paketempfänger tagsüber nicht zu Hause sind, bieten Paketshops die Möglichkeit, Zustellquoten zu erhöhen. Durch die gebündelte Zustellung von mehreren Paketen an einem Ort werden dann Fahrzeugbewegungen vermieden und das entlastet den städtischen Verkehr und schont das Klima.

Laut Hermes werden bei der Direktlieferung an Paketshops im Schnitt 25 Prozent CO2 im Vergleich zur Lieferung an die Haustür eingespart.

Schleifen können ganze Sortieranlagen außer Betrieb setzen

Wir haben die fünf großen Paketdienste gefragt, was aus ihrer Erfahrung immer wieder den Transport von Sendungen verzögert. Die folgenden Dinge wurden besonders häufig genannt.

  • Auch es weniger festlich wirkt, sollten Weihnachtspakete besser nicht außen dekoriert sein: Lockeres Geschenkpapier oder auch Schleifen sind ein häufiges Problem für Sortieranlagen.
  • Die Anschrift des Empfängers sollte komplett und gut lesbar sein. Die Post empfiehlt, für den Fall der Fälle ein Doppel der Adresse ins Paket zu legen.
  • Gebrauchte Kartons kann man gern wiederverwenden. Die alten Paketaufkleber und alte Barcodes entfernt man aber besser vollständig oder überklebt sie. Die können beim Sortieren Probleme bereiten.
  • Hohlräume im Paket polstert man am besten gut mit alten Zeitungen, Luftpolsterfolie oder Styroporchips. In der Weihnachtszeit sind sehr viele Pakete viele Kilometer unterwegs. Da kann es laut Hermes auch mal „ruppiger“ zugehen.
  • Die Pakete sind am besten fest zugeklebt und alle Schlitze gut mit Paketklebeband „gesichert“. Auch das verringert die Gefahr, dass Mitarbeiter in den Depots nachbessern müssen.
  • Auch wenn Kinder die Empfänger sind, geht das Paket besser an die Familie. Dann gibt es keine Probleme, wenn die Sendung im Paketshop abgeholt werden muss. Dann muss meist der Ausweis oder Pass vorgezeigt werden. Den haben manchmal Kinder noch nicht.

Hermes und UPS haben Tipps zusammengestellt, wie Weihnachtspakete möglichst „fachgerecht“ auf den Weg gebracht werden.

Kleine Aufmerksamkeiten für Paketboten sind erlaubt

Paketwagen Postpaketwagen Paketzusteller
Bildrechte: IMAGO / Michael Gstettenbauer

Die Zusteller haben besonders in der Weihnachtszeit ein ordentliches Pensum. Das sieht man spätestens dann, wenn man den „Hermes-Mann“ oder die „DPD-Frau“ mit Dutzenden Paketen auf der Sackkarre und weiteren unter den Armen auf der Straße trifft. Wer ihnen die Arbeit etwas leichter machen will, kann ihre Wege verkürzen und ihnen beispielsweise ein paar Treppen im Mietshaus entgegenkommen. Kleine Geschenke nehmen Paketboten gern an und dürfen das auch. Eine DHL-Sprecherin sagt:

Unsere Mitarbeiter*innen dürfen Trinkgeld und Sachgeschenke wie Schokolade bis zu einem Wert von 25 Euro annehmen.

Wer ein kleines Trinkgeld geben will, macht das am besten kontaktlos, empfiehlt DPD.

Das geht via DPD-App. Dort kann ein digitales Trinkgeld gegeben werden, das per PayPal bezahlt wird.

Auch bei Hermes sind kleine Zuwendungen für die Zusteller willkommen und das auch gern außerhalb der Weihnachtszeit.

Zusteller*innen, die bei Hermes Germany angestellt sind, dürfen keine Geld- oder Sachgeschenke annehmen, die den Wert von 10 Euro überschreiten. Wir arbeiten bundesweit zudem noch mit regionalen Logistikunternehmen zusammen.

Diese hätten oft eigene Richtlinien zum Trinkgeld. Die zehn Euro als Obergrenze seien aber eine gute Orientierung. Ein GLS-Sprecher sagt:

Kleine Aufmerksamkeiten wie selbstgebackene Plätzchen oder ein Schoko-Weihnachtsmann versüßen den Mitarbeitenden natürlich ebenso den Arbeitsalltag, wenn sie ihnen angeboten werden.

Auch UPS-Fahrer würden in der Weihnachtszeit häufig beschenkt, sagt ein Sprecher des Paketdienstes.

Manche Kunden haben auch Körbe mit Wasser und Snacks hinterlassen, wirklich sehr aufmerksame Sachen und wir wissen das sehr zu schätzen. Trinkgelder sind in Ordnung, solange dafür nicht eine Vorzugsbehandlung gegenüber anderen Kunden erwartet wird.

Und ein freundliches „Danke!“ geht natürlich immer.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 14. Dezember 2021 | 11:45 Uhr

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