Einkaufsfallen im Supermarkt

Mehr als die Hälfte aller Produkte werden im Supermarkt spontan gekauft. Der Handel versucht, mit psychologischen Tricks Einkaufsfallen zu stellen. Wir erklären die fiesesten Tricks der Märkte und verraten, wie du dich davor schützen kannst.

Lange Wege sollen zu Spontaneinkäufen verführen

Vorsicht! Wer nur alltägliche Kleinigkeiten wie Milch oder Wurst kaufen möchte, wird vom Händler durch den ganzen Supermarkt geschickt. Die hat der nämlich gezielt ganz hinten platziert. D.h. man muss durch die typischen Obst- und Gemüsetheke im Eingangsbereich und an vielen Regalmetern vorbei. Überall lauern Angebote, die zu Spontaneinkäufen verführen sollen. Wer dem aus dem Weg gehen möchte, schreibt sich einen Einkaufszettel und hält sich daran. Zudem sollte man nicht hungrig oder durstig Einkaufen gehen. Auch das verleitet zu unüberlegten Spontaneinkäufen.

Handel nutzt Bequemlichkeit der Kunden aus

Vorsicht bei Produkten, die in den Regalen auf Augenhöhe stehen. Sie sind meist am teuersten, darüber und darunter ist es billiger. Der Handel nutzt hier die Bequemlichkeit der Kunden aus. Was für die Erwachsenen gilt, trifft auch für die Kinder zu. Ihrer Größe entsprechend sind auch teuren Produkte für Kinder oft auf Greif- und Sichthöhe platziert. Wer preiswert einkaufen möchte, sollte sich also öfter mal bücken oder strecken!

Trick: Riesige Einkaufswagen

Einkaufswagen mit verschiedenen Artikeln in einem Supermarkt
Bildrechte: dpa

Sicher würde oft ein kleiner Korb für deinen Einkauf reichen, aber in vielen Supermärkten gibt es nur diese überdimensionalen Einkaufswagen. Der Trick dahinter: Dein Einkauf sieht darin mickrig aus. Du hast das Gefühl, etwas vergessen zu haben oder denkst, du musst noch mehr hineintun, damit sich dein Einkauf auch „gelohnt“ hat. Auch hier hilft dir eine Einkaufsliste, an die du dich strikt hältst.

Werbung mit vermeintlichen Sonderangeboten

Vorsicht bei der Werbung mit „Sonderangebot“, „Rabatt“ oder „nur heute“. Da es dazu keine gesetzlichen Regelungen gibt, muss das Produkt nicht unbedingt günstiger sein. In den Werbeblättern werden auch Produkte offeriert, die keine Sonderpreise haben, das aber durch ihr Auftauchen in der Werbung suggerieren. Wer darauf nicht reinfallen möchte, sollte die Preise vergleichen. Dasselbe gilt für bunte Preisschilder, die dir symbolisieren sollen, dass es sich um ein „Schnäppchen“ handelt. Auch hier bitte genau hinschauen. Oft wollen die Händler nur ihr Regal leerkriegen.

Wohlfühlatmosphäre soll zum Verweilen und Shoppen verleiten

Vorsicht vor künstlich erzeugten Wohlfühlatmosphären. Die schafft der Händler durch weiches Licht, Musik und Düfte, wie zum Beispiel nach frischem Brot. Die Strategie des Handels: Wer sich wohl fühlt, bleibt länger und kauft mehr. Zudem macht zum Beispiel der Duft nach frisch Gebackenem auch Appetit. Dem kann man sich widersetzen, wenn man sich dessen bewusst wird. Wer sich gar von Duft und Musik belästigt fühlt, kann sich beim Marktleiter oder der Supermarktzentrale darüber beschweren. Wenn der Geruch nicht von den tatsächlich im Laden angebotenen Lebensmitteln stammt, gilt dies als Täuschung und somit als Gesetzesverstoß. In solchen Fällen sollte man sich an eine Veterinär- oder eine Lebensmittelüberwachungsbehörde wenden. Mit gezielt eingesetzter Beleuchtung werden Waren appetitlicher präsentiert, als sie sind. Fisch wird mit bläulichem Licht attraktiver, Fleisch durch rötliches und Käse durch gelbliches Licht.

Ausnutzen von quengelnden Kindern in der Kassenzone

Vorsicht in der Kassenzone! Dort lauern griffbereit meist teure Kleinpackungen. Optisch haben sie zwar einen kleinen Preis. Vergleicht man jedoch den Grundpreis mit dem der größeren Packungen im Laden, sind die Waren in der Kassenzone viel teurer. Hinzu kommt, dass Langeweile oder Frust beim Warten an der Kasse zum Spontankauf führt. Insbesondere Kinder werden mit dieser Strategie geködert. Bekommen sie nicht ihren Willen, fangen sie an zu weinen und zu quengeln. Deshalb heißt die Kassenzone in der Fachsprache des Einzelhandels auch „Quengel-Zone“. Diese Hürde kann man meistern, wenn man ggf. vorhandene spezielle Kinderkassen benutzt. Ist das nicht möglich, können sich Eltern bei der Marktleitung über „Quengelware“ in der Kassenzone beschweren.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 25. März 2022 | 11:45 Uhr

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