Alexa, Siri und Google Assistant: Welcher Sprachassistent erfüllt Wünsche am besten?

Auf Zuruf spielen sie Musik und steuern das Licht, liefern Rezepte, den Wetterbericht oder Nachrichten und buchen auf Wunsch Kinokarten: Sprachassistenten in Lautsprechern, Fernsehern und Smartphones sollen unser Leben deutlich bequemer machen. Das können Alexa, Siri und Google Assistant gut – und das noch nicht so gut.

In welchen Geräten stecken Sprachassistenten?

Die mobilen Assistenten sind aktuell meistens in Smartphones und Lautsprechern verbaut. Je nach Betriebssystem kommen die Handys mit Siri (iPhones) oder dem Google Assistant (Android) ab Werk. Für Amazons persönliche Assistentin Alexa gibt es eine entsprechende App. Die Lautsprecher mit den Sprachassistenten oder auch „Smart Speaker“ heißen Homepod (mit Siri an Bord), Echo (mit Alexa) oder Nest (mit Google Assistant). Zusätzlich verbauen auch Lautsprecherhersteller wie Sonos, Bose oder Marshall die Assistenten Alexa und Google Assistant in ihren Geräten. Mit denen kommen inzwischen auch Fernseher. LG oder Grundig beispielsweise statten Geräte mit Alexa aus. Selbst Soundbars, Thermostate oder Lichtsysteme lassen sich inzwischen über die Sprachassistenten steuern. Timo Schurwanz von COMPUTER BILD sagt:

Timo Schurwanz
Timo Schurwanz mit Amazon Echo Bildrechte: Computerbild

Das Thermostat hat natürlich kein Mikro an Bord, um Sprachkommandos zu empfangen. Und auch keinen Lautsprecher. Das geht dann über einen Umweg – über den smarten Lautsprecher. An den richte ich meine Wünsche und der leitet die an das Heizthermostat weiter.

Alternativ können Heizung und Licht auch über die Assistenten auf den Smartphones gesteuert werden. Auch in vielen Autos sind Siri und Google Assistant inzwischen verfügbar, über die Schnittstellen Apple Car Play und Android Auto. Allerdings hängt vom Autohersteller ab, ob über die Sprachassistenten auch Heizung oder Klimaanlage des Fahrzeugs gesteuert werden können.

Die Autohersteller müssen das über die Schnittstelle so integriert haben, dass die Sprachassistenten auch auf die Bordelektronik zugreifen können.

Geht das nicht, „bleiben“ Siri oder Google Assistant nur auf dem Handy und können von dort zum Beispiel Musik abspielen oder die Lautstärke des Radioprogramms regeln.

Wer beantwortet Nutzerfragen am besten?

Die drei beliebtesten Sprachassistenten funktionieren ähnlich: Sie werden mit Signalen wie „Hey Siri“ oder „Alexa!“ aktiviert. Anweisungen wie „Mach Lauter“ werden direkt vom Smartphone oder Lautsprecher umgesetzt. Fragen wie „Wie wird das Wetter morgen?“, „Wie heißt der dritte Harry Potter-Film?“ oder „Wie kocht man Mac’n‘Cheese?“ dagegen leiten Alexa und Co. an die Datenserver ihrer Anbieter weiter. Von dort wird die Antwort zurück an den Sprachassistenten gesendet und über den Lautsprecher ausgegeben. Das alles dauert nur wenige Sekunden. Alexa reagiert laut unserem Experten am besten auf Nutzerfragen:

Alexa ist am schlausten und schlagfertig. Das hat sich in Tests immer wieder gezeigt. Die weiß viel und was sie nicht weiß, kann man ihr beibringen. Das geht über Skills. Das sind Zusatzdienste, die man kostenlos laden kann.

Mit einem „Chefkoch-Skill“ beispielsweise lernt Alexa Tausende Rezepte.

Der Google Assistant kennt alles, was so eine Google-Suche am Computer auch zutage fördert. Der antwortet ebenfalls sehr souverän, aber manchmal liest er auch nur den gefundenen Sucheintrag vor. Das wirkt etwas lieblos und nicht so smart wie bei Alexa.

Im direkten Vergleich mit den beiden anderen Assistenten falle Siri bei den Antworten auf Nutzerfragen etwas ab, sagt unser Experte. Die Assistentin sei zudem weniger lernfähig und beherrsche vereinfacht gesagt nur das, was Apple einbaue.

Wer versteht Nutzer am besten?

Laut einem aktuellen Test von Smart Speakern von COMPUTER BILD (Stand: Januar 2022) liegt Googles Assistant beim Sprachverständnis knapp vor Siri. Beide Assistenten würden beispielsweise gut erkennen, dass Folgefragen sich auf die erste Frage beziehen. Wer also erst fragt „Wie heißt das neue Album von Dua Lipa?“, meint mit der zweiten Frage „Wo kommt sie her?“ immer noch Musikerin Dua Lipa. Alexa dagegen verliere bei Nachfragen schneller den Faden. Im Zweifel müssen Nutzer dann eben nochmal fragen: „Wo kommt Dua Lipa her?“. Grundsätzlich reagieren die Sprachassistenten auf jede Stimme, die sie aktiviert und eine Frage stellt. Alexa und Google Assistant lassen sich aber noch personalisieren und nutzen dafür eine Stimmerkennung.

Kind und Smart Speaker
Bildrechte: IMAGO / Panthermedia / Andrey Popov

Wenn ich dem Sprachassistenten beibringe, das ist meine Stimme und frage dann nach meinen Terminen, dann sagt der auch genau meine Termine an. Und auch nur mir und nicht meiner Frau oder meinem Kind. Und wenn mein Kind nach passenden Hörspielen fragt, dann wird auch was passendes und altersgerechtes vorgeschlagen.

Bei Siri war diese Personalisierung in Deutschland bis vor kurzem noch nicht verfügbar, sagt unser Experte. Das sei jetzt anders. Die Stimmerkennung funktioniere aber noch nicht ganz perfekt. Alexa lässt sich übrigens so einstellen, dass sie auch für Menschen gut funktioniert, die beim Sprechen der Anweisungen mehr Zeit brauchen. Normalerweise sind Sprechpausen für die alle drei Assistenten das Zeichen, dass eine Anweisung zu Ende ist.

Alexa hat dafür einen so genannten Aufmerksamkeitsmodus und hört dann den Fragen und Anweisungen auch länger zu. Und sie kann auch langsamer sprechen, wenn man jetzt Probleme hat, ihr zu folgen. Nachts kann Alexa ihre Antworten sogar flüstern, damit man sie trotzdem nutzen kann ohne jemand zu wecken.

Beim Punkt Barrierefreiheit punktet aus Sicht unseres Experten also Alexa.

Wer unterhält am besten mit der persönlichen Lieblingsmusik?

„Alexa, spiel Aprés-Ski-Hits“, „Siri, ich will meine Lauf-Playlist hören“: Musik abspielen ist die mit Abstand am häufigsten genutzte Funktion bei Smart Speakern. Dabei hängt aber vom Assistenten ab, aus welchen Quellen Musik, Hörbücher oder auch Podcasts kommen können. Laut COMPUTER BILD-Test bieten Alexa und Google generell die größte Musikauswahl und unterstützen sowohl die Dienste Spotify, Deezer als auch Apple Music. Alexa-Nutzer können auf den hauseigenen Dienst Amazon Music zugreifen, alle mit dem Google Assistant auf YouTube. Siri wiederum liefert Musik und Podcasts nur von Apple Music und Deezer.

Ich kann also Siri nicht sagen, dass sie etwas aus meiner Spotify-Playlist abspielen soll. In dem Fall kann ich nur die Musik von Spotify über mein Handy dann auf den smarten Lautsprecher streamen.

Internetradio-Sender über TuneIn können alle drei Assistenten suchen und abspielen.

Wie gut sind die Sprachassistenten auf dem Fernseher?

Inzwischen ziehen die persönlichen Assistenten auch auf Fernsehern ein. Bei Geräten von LG beispielsweise können Nutzer ihre Anweisungen für Alexa in die Fernbedienung sprechen.

Auf Zuruf den Fernseher einschalten oder das Programm wechseln oder die Lautstärke, das klappt alles. Allzu viel sollte man sich da aber nicht erwarten.

Die Fernbedienung selbst ersetzten die Sprachassistenten noch nicht. Bei einer Vielzahl von Geräten mit dem gleichen Assistenten im Wohnzimmer kann es übrigens zu Verwechslungen kommen: Beim Zuruf „Alexa“ werden dann möglicherweise Soundbar, Fernseher und Smart Speaker gleichzeitig aktiv. In so einem Fall hilft nur, die Geräte entsprechend in den Einstellungen mit „Alexa Fernseher“ oder „Alexa Lautsprecher“ zu benennen und auch nur so anzusprechen.

Mit welchem Assistenten lässt sich das Smart Home am komfortabelsten steuern?

Die Heizung anschalten, das Licht dimmen, den Staubsauger- und den Mähroboter losschicken, die Überwachungskamera aktivieren und die Jalousien schließen: Mit den Sprachassistenten lässt sich auch Smart Home-Technik steuern. Hier sieht unser Experte Alexa etwas im Vorteil.

Die kennt nahezu jede Smart Home-Lösung und was sie nicht kennt, kann ich ihr mit den Alexa-Skills beibringen und so die Verbindung schaffen.

Der Google Assistant kann laut unserem Experten mit vielen Smart Home-Anbietern zusammenarbeiten, darunter so bekannten wie Philips Hue für Lampen oder mit den Heizreglern von tado°.

Siri ist so ein Sonderfall mit einer eigenen Smart Home-Zentrale, die nennt sich HomeKit. Das nennt sich dann HomeKit und die packt gleich zahlreiche Geräte von verschiedenen Herstellern unter eine Haube. Wenn also die Geräte HomeKit unterstützen, kann ich sie auch mit Siri steuern.

Komfortabel seien vor allem die Automatisierungsfunktionen, die alle Sprachassistenten für die verbundenen Geräte anbieten. Dann können beispielsweise zu einer voreingestellten Zeit Licht und Radio eingeschaltet und die Jalousien geöffnet werden.

Welcher Assistent wahrt die Privatsphäre am besten?

Inzwischen dürfte fast jedem Nutzer bewusst sein, dass Alexa, Siri und Google Assistant immer zuhören und Spracheingaben in den Datenbanken und Servern der Anbieter ausgewertet werden.

Aufgezeichnet und nach Hause gefunkt wird aber erst, wenn sie ihr Signalwort hören. Aber es kann auch vorkommen, dass im Alltagsgespräch der Smart Speaker meint, er habe dieses Signalwort gehört zu haben.

Wer komplett auf Nummer sichergehen will, dass wirklich nur das Gewünschte weitergegeben wird, kann die Mikrofone der Geräte per Knopfdruck stummschalten. Dann ist allerdings auch kein Gespräch mit den Smart Speakern möglich. In den Apps zu Alexa und Google Assistant lässt sich zudem einstellen, was die Anbieter speichern dürfen. Dort kann auch festgelegt werden, dass Aufzeichnungen zeitnah gelöscht werden. Das geht bei Alexa auch auf Kommando: „Alexa, lösche alles, was ich heute gesagt habe.“

Siri geht ohnehin sparsam mit privaten Daten um. Das lässt sie halt im Alltag manchmal etwas begriffsstutzig wirken.

Dafür sei dieser Assistent eben etwas diskreter.

Fazit: Alexa, Google Assistant oder Siri?

Noch sind die Sprachassistenten ein ganzes Stück von den Computerhelfern entfernt, die in Science-Fiction-Filmen dank künstlicher Intelligenz ihren Besitzern jeden Wunsch prompt erfüllen. Vernetzt mit dem Smart Home und den Lieblings-Streamingdiensten können Siri und Co. den Alltag zu Hause aber schon jetzt etwas komfortabler und bunter machen. Dazu tragen auch kleine lustige Gimmicks wie Alexas Supermodus oder die Easter Eggs beim Google Assistant bei. Die Wahl für einen Assistenten hängt auch ein bisschen von den eigenen Vorlieben, den bereits genutzten Diensten und schon vorhandener Technik ab. Wer bereits im Apple-Universum iPhone oder iPad nutzt, fühlt sich wahrscheinlich auch bei anderen Geräten mit Siri wohl. Und wenn in der Küche schon ein Nest Mini von Google steht, müssen sich Nutzer mit einem Heimkino mit dem Google Assistant nicht nochmal umgewöhnen.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 21. Februar 2022 | 11:45 Uhr

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