Pfandpflicht wird ausgeweitet und soll Regeln vereinfachen

Für Flaschen mit Cola, Wasser und Bier muss Pfand gezahlt werden. Ab dem kommenden Jahr werden es mehr Getränke sein, auf die die Pfandpflicht ausgeweitet wird. Dann muss auch auf bestimmte Sektflaschen, Säfte, Energydrinks und Wein ein Pfand erhoben werden.

Verkaufsregal mit Fruchtsäften von Biotta und Granini
Auch auf Saft in Plastikflaschen wird bald ein Pfand fällig. Bildrechte: IMAGO / Pius Koller

25 Cent, 8 Cent oder kein Pfand? Auf welche Flaschen und Getränke wird Pfand erhoben und wo kann ich sie zurückgeben? Das Pfandsystem in Deutschland hat den Ruf, in einigen Bereichen ganz schön kompliziert zu sein. Ab Januar 2022 gibt es auf mehr Getränkearten Pfand. Damit soll das System einfacher und umweltfreundlicher werden, es soll mehr Plastikmüll vermieden werden. Möglich macht das ein neues Verpackungsgesetz, das dann in Kraft tritt.

Pfand auf Saftflaschen

Bisher sind beispielsweise Fruchtsäfte nicht pfandpflichtig. Wenn es allerdings eine Fruchtsaftschorle mit Kohlensäure ist, muss ein Pfand erhoben werden. Jetzt wird die Pfandpflicht ausgeweitet. Sie gilt ab dem Jahreswechsel auch für Einwegflaschen, in denen Saft, Sekt, Wein, Cider, Energydrinks oder alkoholische Mischgetränke verkauft werden. Auf diese Flaschen werden dann 25 Cent Pfand fällig. Das gilt für Einwegflaschen, die meist aus einer dünnen Plastikschicht gefertigt sind. Auf ihnen befindet sich dann auch das Pfandsymbol, das wir von Einwegflaschen mit Wasser oder Limos kennen.

Außerdem gilt ab Januar 2022 das Pfand auf alle Getränkedosen. Bisher waren Milchgetränke und Produkte für Säuglinge und Kinder in Dosen ausgenommen.

Ganz konkret bedeutet das: Pfand muss dann beispielsweise auch für folgende Produkte gezahlt werden:

  • Gemüse-Shots
  • Frische Säfte aus der Kühltheke
  • Smoothies in Plastikflaschen
  • Alkoholische Cocktail-Mischgetränke in Dosen

Diese Regelungen gelten ab 1. Januar 2022. Wenn die Getränke vorher abgefüllt wurden, dürfen sie auch weiterhin ohne Pfand verkauft werden, allerdings maximal bis Juli 2022.

Zurücknehmen müssen die Flaschen alle stationären Händler, die auch Flaschen oder Dosen mit dem entsprechenden Pfandsymbol verkaufen.

Pfandsiegel auf PET-Flasche
Dieses Logo wird ab dem Jahreswechsel auch auf weiteren Getränken Pflicht. Bildrechte: MDR JUMP / Pierre Gehmlich

Es gibt noch immer Ausnahmen

Doch so einfach wie das neue Pfandsystem beworben wird, ist es doch nicht. Denn noch immer werden nicht alle Flaschen berücksichtigt. Denn Milch und Kakaogetränke sind weiterhin pfandfrei, wenn sie in Einwegflaschen angeboten werden. Hier soll die Pfandpflicht erst ab 2024 gelten.

So reagiert ihr auf die neuen Pfandregeln

Auf unserer MDR JUMP-Facebookseite haben viele die neuen Regelungen kommentiert und eingeschätzt. Kerstin Michalsky sorgt sich beispielsweise um den Einzelhandel, wo alle Pfandautomaten umgerüstet werden müssen. Annett Lory Telemann bezeichnet die Neuregelungen als "Tolle Sache". Wolfgang Matthias befürchtet hingegen, dass die Warteschlangen vor den Pfandautomaten noch länger werden.

Mit Material der dpa.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Abend - Die Themen des Tages | 09. Dezember 2021 | 19:40 Uhr

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