Light-Produkte – Was steckt dahinter?

Cola, Chips, Mayonnaise, Ketchup und Kekse – alles ungesund. Das wissen wir natürlich. Umso besser, dass es auch Light-Produkte gibt. Die ermöglichen Genuss mit besserem Gewissen – könnte man meinen. Doch das stimmt leider nicht immer.

Eine junge Frau steht mit einem vollen Einkaufswagen vor einem Supermarktregal
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Klar, längst nicht jede und jeder von uns hat sein Traumgewicht und ist in Topform – aber wir haben alle ziemlich gute Absichten. So in etwa kann man die Lage zusammenfassen. Denn eine beachtliche Menge der Menschen in Deutschland achtet bei der Ernährung auf die Kalorien. Weil zu viel Zucker und Fett uns dick machen, haben rund 60 Prozent hierzulande schon einmal zu zucker- oder fettreduzierten Artikeln gegriffen.

Laut Gesetz müssen solche Erzeugnisse mindestens 30 Prozent weniger Zucker oder Fett als ein vergleichbares Produkt haben, damit sie sich Light-Produkt nennen können. Und Kundinnen und Kunden ist das durchaus wichtig. Rund 58 Prozent achten auf einen geringen Zuckergehalt, für fettreduzierte Produktvarianten interessieren sich rund 51 Prozent – interessanterweise eher unter den älteren als den jüngeren Leuten. Beliebte Light-Produkte sind neben Fleischwaren, Getränken und Frühstücksflocken vor allem Milchprodukte.

Nicht so gut gesättigt

Nun gibt es leider ein paar Probleme: Denn auch in der schönen Welt der Light-Produkte ist leider nicht alles, wie es scheint. Zum Beispiel, dass Light-Produkte in manchen Fällen nicht so gut sättigen, wie herkömmliche Produkte. Will sagen: Die Sachen machen im Prinzip nicht ganz so dick – man isst davon aber einfach noch mehr. Das ist dann doch eher kontraproduktiv.

Das Problem kann zum Beispiel bei fettreduzierten Sachen auftreten. Deswegen raten manche Ernährungsexperten auch längst von fettarmer Ernährung ab – weil Fett eben sättigt und man dann nicht so schnell wieder etwas zu sich nehmen will. Selbst fettreduzierte Chips müssen nicht immer die bessere Entscheidung sein – etwa wenn die Alternative mehr Kohlenhydrate enthält, nimmt man am Ende trotzdem mehr Kalorien zu sich. Von zusätzlichem Salz, auch oft ein Problem, wollen wir hier noch nicht mal reden.

Zusatzstoffe, damit es schmeckt

Oder aber, es werden Zusatzstoffe wie Emulgatoren, Farbstoffe, Gelatine, Konservierungsstoffe oder Verdickungsmittel zugesetzt, damit das Lebensmittel trotz weniger Fett und Zucker trotzdem nach was schmeckt. Auch das muss nicht ideal sein. Zwar gibt es keine Belege, dass Süßstoffe - wie immer mal wieder behauptet wird – die Krebsgefahr erhöhen, doch auch sie können Probleme machen, etwa im Verdauungstrakt. Konkret stehen die Süßstoffe im Verdacht, gesunde Darmbakterien zu reduzieren und somit das Risiko für Diabetes zu erhöhen. Einen Teil des Zuckers durch den Ballaststoff Oligofruktose zu ersetzen, halten viele Mediziner aber prinzipiell für eine ganz gute Idee.

Und was kann man sonst noch so tun? Ganz klassisch sind auf jeden Fall die Tipps, die immer was bringen. Mehr bewegen – und weniger essen. Im Fall von Zucker klappt das übrigens bisher noch nicht. Zwar boomen die Light-Produkte, etwa bei Getränken: So wurden im Jahr 2020 in Deutschland nicht weniger als 1,45 Milliarden Liter zuckerfreie Cola, Cola-Mischgetränke und Limonaden produziert. Das entspricht einem Zuwachs um 27 Prozent in den letzten zehn Jahren.

Doch der Pro-Kopf-Verbrauch an Zucker sinkt in Deutschland kaum. Er liegt nach wie vor bei rund als 34 Kilogramm pro Kopf und Jahr.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Wochenende | 12. März 2022 | 14:10 Uhr

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