Warum werden wir süchtig nach Kaffee - und wie viel ist überhaupt gesund?

Wieviel Kaffee ist zu viel? Und solltet ihr stattdessen vielleicht lieber Tee trinken für die Gesundheit? Wir räumen für euch Kaffeemythen aus dem Weg!

Kaffeetasse mit schwarzem Kaffee und Kaffeebohnen
Bildrechte: Colourbox.de

Die Weltmeister leben im Norden. Schaut man sich die weltweiten Statistiken an, dann liegen beim Kaffeeverbrauch Länder wie die Niederlande, Finnland, Schweden und Norwegen vorn. Auch Deutschland liegt locker in den Top-Ten, die wiederum das eigentlich als Kaffee-Land geltende Italien ganz knapp verfehlt. Klar ist: Für viele von uns ist ein Leben ohne Kaffee nicht vorstellbar – oder aber, es ist vielleicht möglich, aber nicht erstrebenswert.

Längst nicht jeder kann sich einen sauteuren Kaffee-Vollautomaten hinstellen. Aber zum Glück tut es der gute alte Filterkaffee ja oft auch. Und bevor ihr euch jetzt die nächste Tasse holt, haben wir hier ein paar bekannte Kaffee-Mythen zusammengetragen und prüfen diese auf ihren Wahrheitsgehalt.

Bester Start in den Morgen: Kaffee
Bildrechte: IMAGO images / Westend61

Man kann gar nicht zu viel Kaffee trinken

Also, ehrlich – das habt ihr ohnehin nicht geglaubt, oder? Dabei verhalten wir uns alle ja ein bisschen so. Pro Kopf trinkt jede beziehungsweise jeder Deutsche nämlich nicht weniger als 168 Liter Kaffee im Jahr. Weil das Gebräu auf unseren Blutdruck, unser Herz-Kreislauf-System und, ja, auch den Verdauungstrakt eine Wirkung hat, kann man nicht unbegrenzt davon zu sich nehmen.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) sagt: Ein durchschnittlicher, gesunder Erwachsener kann über den Tag verteilt 400 Milligramm Koffein unbedenklich konsumieren. Wenn man jetzt weiß, dass eine normale Tasse Filterkaffee von 200 Millilitern etwa 90 Milligramm Koffein enthält, kommt man auf rund vier Tassen Kaffee am Tag. Das gilt aber nur, wenn man nicht aus anderen Quellen weiteres Koffein zu sich nimmt, etwa aus Energydrinks – aber auch Schwarzer oder Grüner Tee und Mate enthalten den anregenden Stoff.

Klar ist auch: Für Kinder und Jugendliche sowie schwangere und stillende Frauen liegen die Koffein-Grenzen deutlich niedriger.

Von Kaffee kann man süchtig werden

Wenn wir eine Tasse Kaffee trinken, dann dauert es normalerweise zwischen 15 und 30 Minuten, bis die Wirkung einsetzt. So lange braucht der Körper um den Wirkstoff über die gesamte Blutbahn zu verteilen. Interessant wird es nun, wenn wir regelmäßig Kaffee zu uns nehmen. Dann kann sich der Körper an das Koffein gewöhnen. Damit lässt auch die Wirkung nach – und wir müssen mehr konsumieren. Von einer Sucht im medizinischen Sinne kann man aber dennoch nicht sprechen, eher von Gewohnheit – und das ist ja auch irgendwie beruhigend, oder? Nachweisen lässt sich das unter anderem mit Hirnscans. Die belegen, dass das Suchtzentren im Gehirn unbeteiligt am Koffeingenuss ist.

Kaffee entzieht dem Körper Wasser

Das hört man immer wieder – und man einer von uns wird glauben, das auch schon am eigenen Leib gespürt zu haben. Nur ist es objektiv so, dass der Kaffee nur für kurze Zeit harntreibend ist. Das hat damit zu tun, dass er die Filterfunktion der Nieren stimuliert. Expertinnen und Experten gehen aber davon aus, dass er nicht für einen deutlich höheren Wasserverlust sorgt als andere Getränke. Wer also ein Glas Wasser zum Espresso trinkt, macht das nicht wegen des Flüssigkeitshaushalts – sondern für die Geschmacksnerven.

Espressomaschine
Bildrechte: Colourbox

Espresso wirkt stärker als normaler Kaffee

Naja, an dieser Stelle ist es wichtig, wie viel Espresso man trinkt. So doof das klingt. Aber es ist so: Pro Milliliter gerechnet enthält Espresso tatsächlich etwas mehr Koffein als Filterkaffee. Allerdings sind auch die Tassen kleiner. In einer kleinen Tasse Espresso stecken daher so in etwa 45 Milligramm Koffein – und in einer Tasse Filterkaffee ungefähr 100. Wenn man also nun mehrere Tassen Espresso vergleicht mit nur einer Tasse „normalem“ Kaffee, dann wirkt der auch stärker. Und sonst eben nicht.

Dass das Getränk so tiefschwarz ist, ist jedenfalls kein Hinweis auf seine Stärke – sondern hat damit zu tun, dass die Bohnen länger und heißer geröstet wurden.

Kaffee macht nüchtern

Hat vielleicht der eine oder die andere mal nach einem lustigen Abend versucht – ist aber quatsch. Der Abbau von Alkohol im Blut wird durch Koffein nicht beschleunigt. Alkohol kann die Wirkung von Kaffee abschwächen, umgekehrt gilt das aber nicht.

Zwei ältere Menschen halten je eine Tasse in der Hand
Bildrechte: Colourbox.de

Kaffee verfärbt die Zähne

Das ist leider so. Das hat damit zu tun, dass die Oberfläche unserer Zähne leider nicht ganz glatt ist. In feinen Rillen können sich Farbstoffe absetzen. Sogenannte Tannine färben unseren Zahnschmelz. Das trifft aber nicht nur auf Kaffee zu, sondern auch auf Tee und Säfte. Ein Trick: Milch im Kaffee soll die Farbstoffe binden – und Verfärbungen der Zähne verhindern. 

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Wochenende | 14. November 2021 | 08:03 Uhr

Wir sind MDR JUMP

Wir sind MDR JUMP

Die neue digitale Entertainment-Marke des MDR.

Newsletter

Newsletter

Updates zu Neustarts, Streams und Podcasts.