Jahresrückblick ABC – so skurril war 2021

Ein erzgebirgischer Nussknacker im All, 20 Frauen im Trabi, ein Maya-Schatz in der Altmark – 2021 war voller komischer und merkwürdiger Geschichten. Die schönsten haben wir zusammengefasst.

A wie Autokorrektur

"Die Betrüger sind da" – diese WhatsApp-Nachricht erhielt eine junge Frau im Februar von ihrer Mutter. Die Tochter bekam einen Schreck, versuchte die Mutter telefonisch zu erreichen. Als da niemand ranging, wählte sie den Polizei-Notruf. Die Beamten kamen dann auch und stellten fest: alles in Ordnung. Die Autokorrektur hatte zugeschlagen. Die Mutter wollte eigentlich schreiben: "Die Betttücher sind da"

B wie Bergkauf

Einen eigenen Berg in der Sächsischen Schweiz besitzen – wie toll ist das denn? Für 199.500 Euro plus Provision stand der 384,5 Meter hohe Zirkelstein im Sommer bei ebay zum Verkauf, samt umliegendem Waldstück – und hat im August auch einen neuen Besitzer gefunden. Der darf allerdings keinen Zaun drum herum bauen. Der Berg ist weiter für Wanderer zugänglich.

C wie Cosmic Kiss

Zwei Männer halten den Nussknacker Wilhelm
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Einen Nussknacker aus dem Erzgebirge und eine Kopie der Himmelsscheibe von Nebra hat der deutsche Astronaut Matthias Maurer im November mit auf seine Mission "Cosmic Kiss" ins All genommen. Im Weltraum ist der Reisenussknacker Wilhelm Botschafter der Kulturhauptstadt Europas 2025: Chemnitz. Den Titel hat die Stadt Anfang des Jahres nach Sachsen geholt.

D wie Dance-Challenge

Als mutmaßlich erstes Gefängnis in Deutschland hatte sich im Januar die Justizvollzugsanstalt Hohenleuben an der sogenannten "#Jerusalema-Challenge" beteiligt. Die Bediensteten und Inhaftierten drehten ein Video, wo sie in den Anstaltsräumen, in den Zellen, Büros und auf dem Hof mit Abstand und Maske tanzen. Ähnliche Aktionen gab es weltweit als Ermunterung während der Corona-Pandemie.

E wie eingeschneit

Feiern bis der Schneepflug kommt … ganz so lustig war das sicher nicht, was da 60 Gästen eines Pubs in England Ende November passiert ist. Die saßen nach einem Herbststurm drei Nächte in dem Lokal fest. Erst als der Schneepflug durchkam, konnten sie den Heimweg antreten. In der Zwischenzeit hatten sie sich die Zeit mit Karaoke, Quiz und Brettspielen vertrieben. Alkohol wurde wohl erst nach 15 Uhr ausgeschenkt.

F wie Feuershow

Im Oktober wurde in Gera das weltweit größte Fackelbild entzündet. Auf dem Flugplatz wurden dafür rund 15 000 Fackeln gesteckt, von denen tatsächlich 14 901 brannten. Damit habe der Verein "Rekordteam" für einen guten Zweck seinen siebten Weltrekord aufgestellt. Die mit 14 Kilometer Draht verbundenen Fackeln wurden elektrisch gezündet.

G wie großzügig

Das Trinkgeld des Jahres hat ein Amerikaner im Juni in einem Grill Restaurant in New Hampshire einer Kellnerin hinterlassen: sage und schreibe 16.000 Dollar! Der Mann hatte lediglich zwei Hotdogs, Pommes und Getränke bestellt und beim Bezahlen mit der Kreditkarte den Preis mal eben "nach oben aufgerundet".

H wie Hackerangriff

Die günstigste Tankstelle des Jahres war eine Nacht lang in Triptis zu finden. Hacker hatten sich im November in das Benutzerportal für Tankstellen eingeloggt und die Preise extrem nach unten gesenkt. Dem Betreiber entstand ein Schaden von mehreren tausend Euro. Einige Autofahrer konnten sich über den günstigen Sprit freuen.

I wie Irrfahrt

Da haben die Anwohner in Dresden-Striesen nicht schlecht gestaunt: Im August landete mitten in ihrem Viertel ein Heißluftballon. Das Gefährt musste eine Sicherheitslandung aufgrund der Witterungsverhältnisse machen. Die Punktlandung verlief ohne Zwischenfälle, es wurde niemand verletzt.

J wie Joghurt-Eis

 Claudia Trotta steht mit einer Eiskreation auf dem Marktplatz.
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Mit einer Edelweiß-Ziegenjoghurt-Kreation ist die deutsche Eismeisterin Claudia Trotta aus Wernigerode im Dezember bei der Eis-Weltmeisterschaft in Bologna angetreten. Wegen Corona konnte sie dort nicht persönlich ihr Eis zusammenrühren, sondern musste ihre Rezeptur herausrücken. Schlussendlich landete ihre Leckerei nur auf einem mittleren Platz, aber dabei sein ist ja schließlich alles.

K wie Kunstwerk

Kunst liegt bekanntlich im Auge des Betrachters und damit hatte Torgau im Mai so seine Schwierigkeiten: Ein Holzkünstler hatte eine große Skulptur auf den Marktplatz gestellt. Für den einen sah die aus wie ein Spargel (vom Künstler auch so gemeint). Doch andere erkannten eindeutig einen Penis. Nach wenigen Tagen war die Erregung abgeklungen - das Ding wurde wieder abgebaut.

L wie Leipziger Allerlei

Etwas "Leipziger Allerlei" gefällig? Mehr als genug davon gabs im September in der Messestadt: Lokale Gastronomen hatten dort mehr als eine halbe Tonne gekocht - nach Angaben des Rekord-Instituts die größte Portion, die je gekocht wurde und damit Maßstab für weitere Weltrekordversuche. Es ging auch darum, das regionale Gericht bekannter zu machen. Denn oft wird "Leipziger Allerlei" mit Mischgemüse gleichgesetzt.

M wie Motorradstadt

Schon in den 1920er Jahren wurden in Zschopau Motorräder gebaut. Seit diesem Jahr darf sich der Ort auch offiziell "Motorradstadt" nennen. Im Juli wurde die Ernennungsurkunde überreicht. Auch wenn heute in Zschopau keine Motorräder mehr gebaut werden, ist die Stadt doch Vorreiter in diesem Bereich gewesen.

N wie Naturprodukt

So viel Schnee wie im Februar 2021 hatten wir in Mitteldeutschland schon lange nicht mehr. Ein findiger Malermeister wollte daraus gleich Profit schlagen. Bei ebay bot er Schnee an: Pulverschnee für Skifahrer, Pappschnee für Schneeballschlachten und schweren Schnee für den Bau für Iglus - zum Selbstabholerpreis von fünf Euro. Potenzielle Käufer meldeten sich aus ganz Deutschland. Ebay fand das Angebot aber nicht seriös und löschte den Eintrag.

O wie Online-Unterricht

Der Beginn des Jahres war ja geprägt vom Homeschooling und da gab es viele unerwartete Ereignisse, so wie das hier in Erfurt: Während einer Online-Stunde im Januar haben Schüler einen Diebstahl beobachtet. Ihr Lehrer hatte kurz das Klassenzimmer verlassen, als jemand hereinschlich und ihm den Geldbeutel aus der Jacke klaute. Die ganze Zeit über lief die Videoübertragung weiter und die Schüler konnten den Vorfall melden. Der Dieb wurde gefasst.

P wie Plakatpanne

Wegen Corona wurden ja auch dieses Jahr ganz viele Weihnachtsmärkte hier bei uns abgesagt, so auch in Leipzig. Dummerweise waren schon etliche Werbeplakate mit einem Weihnachtsmarkt-Motiv in der Pariser Metro aufgehängt worden. Seit November gibt es nämlich eine direkte Flugverbindung Leipzig – Paris und um Interessierte in der Adventszeit anzulocken, waren bereits im Herbst die Plakate gedruckt worden. Vielleicht entscheiden sich die Pariser ja nächstes Jahr für einen Weihnachtsbummel in der Messestadt.

Q wie Qualitätskontrolle

Was ein wirklich gutes Bier ist, dass sollte ein Biersommelier wissen. Den deutschen Meistertitel hat sich in diesem November der Chemnitzer Bierbrauer Michael Friedrich geholt. Nächstes Jahr wird er Deutschland bei den Weltmeisterschaften in München vertreten.

R wie Rekord

In einen kleinen Trabi passt viel mehr als man denkt. Das haben im September 20 Frauen in Zwickau bewiesen. Sie quetschten sich alle in das Kult-Auto. Damit kommt der Rekord wieder in die Geburtsstadt des Trabis zurück. Der alte Rekord lag bei 19 Menschen, die sich in die Pappe gedrängelt hatten.

S wie Schatz

Mehrere Maya-Schätze liegen in der Staatskanzlei in Magdeburg auf einem Tisch.
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So eine Meldung hört man auch nicht alle Tage: In einem kleinen Ort in Sachsen-Anhalt wurde ein Maya-Schatz entdeckt. 13 historische Fundstücke hatte die Polizei nach der Selbstanzeige eines Mannes im Keller eines Bauernhauses in Klötze gefunden. Sie waren dort mehrere Jahre versteckt worden und sind etwa 100.000 Euro wert. Im Mai wurden die Artefakte an Mexiko und Guatemala zurückgegeben.

T wie Tweet des Jahres

Ein aus Versehen getipptes Ä ist Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloffs erfolgreichster Tweet des Jahres. Spontan bekam er im März 15.000 Likes. Thüringens Landeschef Bodo Ramelow tat es ihm aus Solidarität nach, tippte gleich 279 Äs und landete damit ebenfalls einen Erfolg. Was wollen uns diese Tweets nur sagen?

U wie Umzug

Die Stabkriche Stiege zieht um.
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Den Umzug des Jahres hat eine kleine Kirche im Harz hinter sich. Im März begann das Verfrachten der Einzelteile in Stiege. Jetzt wird das Kirchlein fachmännisch wieder aufgebaut. Für das Vorhaben hat ein Verein 1,1 Millionen Euro zusammenbekommen. Er wollte den Verfall der Kirche verhindern.

V wie Verkaufsschlager

Auch wenn sie keine Kanzlerin mehr ist, Angela Merkel bleibt uns erhalten – als Räucherweibchen. Die Figur aus Seiffen mit typischer Merkel-Raute wurde schon im August präsentiert und war sofort vergriffen. Ein Teil der Verkaufserlöse soll übrigens für Flutopfer im Westen Deutschlands gespendet werden.

W wie waghalsige Aktion

Der mutigste Familienvater des Jahres kommt aus den USA. Auf seinem Grundstück im Bundesstaat Florida hatte er im September einen Alligator entdeckt. Beherzt begann er, das Tier mit einer Mülltonne einzufangen, was ihm auch gelang. Ein Video von dem waghalsigen Einsatz wurde von Millionen Menschen gesehen.

X wie X-mas-Rekord

Ein weihnachtsverrückter Mann hat in der Adventszeit in seiner Wohnung in Niedersachsen sage und schreibe 444 Weihnachtsbäume aufgestellt. Damit ist ihm ein neuer Rekord geglückt - für die "meisten geschmückten Weihnachtsbäume an einem Ort". Nicht weniger als 47 000 Lichter und 72.000 Kugeln hängen an den Bäumen. Der Weihnachtsfan gestaltet auch Themenbäume, etwa mit Star-Wars-Figuren oder Quietsche-Entchen.

Y – wie Yuppie-Auto

Mehrere Porsche Taycan stehen nebeneinander.
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Ein schönes Ding hatte sich im Oktober die Stadt Weimar geleistet: einen E-Porsche. Als Technologieträger war die Anschaffung gemeint, nicht als Statussymbol – hatte sich die Stadt verteidigt. Mit dem Luxuswagen sollten Daten zu Ladezyklus und Netzbelastung gewonnen werden. Nach heftiger Kritik hat die Stadt den E-Porsche wieder zurückgegeben.

Z – wie Zwerge

Im Januar wurde Europas letzte traditionelle Zwergenmanufaktur gerettet: Nach langer Suche hat die Zipfelmützen-Werkstatt von Reinhard Griebel im thüringischen Gräfenroda doch noch Nachfolger gefunden: Helma und Rolf Ortmann führen nun nicht nur die Manufaktur weiter, sondern auch das dazugehörige Zwergenmuseum.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Bei der Arbeit | 27. Dezember 2021 | 11:27 Uhr

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