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Eingewanderte tropische Hyalommazecke gefährlich für Menschen

Stand: 01. Juni 2022, 12:18 Uhr

Die tropische Riesenzecke Hyalomma tauchte vor einigen Jahren erstmals in Deutschland auf. Nun verbreitet sich die Zeckenart weiter. Wie gefährlich sie wirklich ist und wie ihr sie erkennt, erfahrt ihr hier.

Frühlings- und Sommerzeit ist Zeckenzeit. Vor allem wer einen Hund oder ein Pferd hat oder oft in der Natur unterwegs ist, weiß: An den lästigen Spinnentieren kommen wir gerade nicht vorbei. Unsere einheimischen Zeckenarten sind dabei eigentlich schon gefährlich genug. Nun ist eine tropische Zecke auf dem Vormarsch, die noch eins drauf setzt.

Zecke wird bis zu zwei Zentimeter groß

Bildrechte: Universität Hohenheim / Marco Drehmann

Eigentlich lebt die Hyalommazecke in den Trocken- und Halbtrockengebieten Afrikas, Asiens und Südeuropas. Im März befällt die hungrige Larve aber gerne Zugvögel und verweilt bis zu vier Wochen unter dem Gefieder. In dieser Zeit kann ein Zugvogel vom Mittelmeer aus auch uns erreichen. Oft fallen sie in Deutschland gar nicht auf, weil es ihnen einfach zu kalt ist. Im Hitzesommer 2018 sind sie aber über drei Dutzend Mal in Deutschland gesichtet worden. Doch heimisch sind sie noch nicht geworden, das könnte vor allem an den kalten Wintern liegen. So ist zumindest die Enschätzung des Robert-Koch-Instituts:

Es ist unklar, ob die im Winter überlebenden Tiere ausreichen, um langfristig eine eigene Population in Deutschland aufzubauen.

Die tropische Zecke unterscheidet sich dabei von unseren einheimischen Zeckenarten. So kann sie bis zu drei Mal so groß werden wie der Gemeine Holzbock. Dazu kommt noch, dass Hyalommazecken spinnenartig schnell und aktive Jäger sind. Sie können bis zu zehn Meter weit sehen und verfolgen ihr Opfer mehrere hundert Meter. Man kann aber auch andere äußerliche Unterschiede erkennen. Ein Erkennungsmerkmal sind neben der Größe auch die gestreiften, langen Beinchen.

Die Hyalommazecke wird deutlich größer als einheimische Zeckenarten Bildrechte: Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr/ dpa

Hyalommazecke überträgt Fleckfieber und Krim-Kongo-Fieber

Gefährlich ist die Zecke unter anderem, weil sie allen voran das Krim-Kongo-Fieber-Virus überträgt. Die Erkrankung kann bei Menschen massive Blutungen im ganzen Körper auslösen und ist schwer zu behandeln. Die Hyalomma kann aber auch das Fleckfieber auslösen. Dabei handelt es sich um einen fieberhaften Infekt mit Kopf- und Muskelschmerzen, extremen Gelenkschmerzen und Hautausschlag. Für beide Krankheiten gibt es momentan noch keinen Impfstoff. Zur Vorbeugung solltet ihr helle, lange und geschlossene Kleidung tragen, wenn ihr euch in Waldgebieten aufhaltet. Nach jedem Aufenthalt in der Natur solltet ihr euch, eure Kinder und Tiere nach Zecken absuchen. Besonders größere Tiere wie Pferde werden von den Hyalommazecken gerne angefallen.

Zecken einschicken

Damit Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen nicht nur die Ausbreitung der Zecke besser einschätzen, sondern auch Gegenmaßnahmen entwickeln können, sollten gefundene Zecken an das RKI gesendet werden.

Mit Material von BR, NDR und MDR Wissen

Dieses Thema im ProgrammMDR JUMP Feierabendshow | 01. Juni 2022 | 14:27 Uhr

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