Landesausstellung: Erlebt die Himmelsscheibe von Nebra live

Am 4. Juni 2021 geht es los: Die Ausstellung "Die Welt der Himmelsscheibe von Nebra – Neue Horizonte" öffnet in Halle ihre Türen. Darauf könnt ihr euch freuen.

Hort von Nebra mit Himmelsscheibe
Hort von Nebra mit Himmelsscheibe Bildrechte: Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie (kurz: LDA) Sachsen-Anhalt, Juraj Lipták

Die Himmelsscheibe von Nebra zeigt die weltweit älteste bisher bekannte konkrete Darstellung des Kosmos. Das Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle (Saale) widmet der Scheibe nun eine ganze Ausstellung. Denn einige ihrer Geheimnisse blieben bisher unerforscht.

Der Fund der Scheibe gleicht einem Film

Die Himmelsscheibe von Nebra steht in einer Glasvitrine
Bildrechte: dpa

Die Himmelscheibe von Nebra ist der wichtigste archäologische Fund der letzten Jahrzehnte. Die Geschichte ihres Fundes gleicht einem Raubgräberkrimi. Im Jahr 1999 suchten zwei Männer den Mittelberg in Sachsen-Anhalt mit einem Metalldetektor ab. Sie hofften auf historische Artefakte und wurden nicht enttäuscht. Unter anderem gruben sie die Himmelsscheibe aus und versuchten sofort sie an den Meistbietenden zu verkaufen. Die Polizei vereinbarte eine Täuschung mit dem Archäologen und Direktor des Landesamts für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt Harald Meller, der sich im Jahr 2002 mit den Verkäufern traf. Die Himmelsscheibe kehrte nach Sachsen-Anhalt zurück und gehört nun als erste bekannte Himmelskarte zum Weltdokumentenerbe der UNESCO.

Ursprünglich war sie wohl eine Grabbeilage in einem prunkvollen Fürstengrab, sagte Kuratorin Dr. Regine Maraszek MDR Kultur:

Die Himmelsscheibe ist von diesen Fürsten in Auftrag gegeben, erschaffen, erdacht oder selbst gemacht worden. Sie haben sie benutzt, um sich nochmal über den Reichtum hinaus zu erhöhen und Wissen über den Kalender, Sonnenlauf, Nachthimmel, Zeitpunkte des Jahres in Anspruch für sich zu nehmen.

"Die Welt der Himmelsscheibe von Nebra – Neue Horizonte"

Bernsteinkette von Dieskau, Saalekreis
Bernsteinkette von Dieskau, Saalekreis Bildrechte: Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie (kurz: LDA) Sachsen-Anhalt, Juraj Lipták

Die Landesausstellung findet vom 4. Juni 2021 bis zum 9. Januar 2022 statt. Es werden Forschungen rund um die Himmelsscheibe der vergangenen 20 Jahre präsentiert. Dabei werden Naturwissenschaft, Archäologie, Gesellschaftstheorie und Kunst miteinander verknüpft. Auf der Seite des Landesmuseum heißt es:

Neue Funde und Befunde aus Sachsen-Anhalt werden durch hochrangige und zum Teil noch nie in Deutschland gezeigte Objekte von über 50 Leihgebern aus 14 Ländern ergänzt und in bewährt exklusiver Gestaltung in Szene gesetzt.

Cape von Mold / GB (Britisches Museum)
Cape von Mold / GB (Britisches Museum) Bildrechte: The Trustees of the British Museum

So sind neben der Scheibe unter anderem auch das goldene Cape von Mold (Wales), der Goldhut von Schifferstadt und reiche Grabfunde aus Mykene zu sehen. Das British Museum in London hat noch nie ausgeliehene Kostbarkeiten zu der Ausstellung beigetragen. Schließlich entstand die Ausstellung in Kooperation mit dem Museum und unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten Dr. Frank-Walter Steinmeier.

Was verbindet Sachsen-Anhalt mit Stonehenge?

Mit den neusten Grabungen um das Ringheiligtum in Pömmelte bei Magdeburg hat man tatsächlich eine Verbindung zu dem berühmten Stonehenge in Südengland erkannt. Auf der Seite des Landesmuseums heißt es:

Ringheiligtum Pömmelte, Salzlandkreis
Ringheiligtum Pömmelte, Salzlandkreis Bildrechte: Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie (kurz: LDA) Sachsen-Anhalt, Juraj Lipták

Es war ein zentraler Ort vom Ende der Steinzeit bis zum Beginn der Bronzezeit mit überregionaler Bedeutung. Zeitstellung, Grundriss und Bedeutung entsprechen der gleichzeitigen Anlage von Stonehenge, das in seinen frühen Phasen wahrscheinlich auch aus Holz bestand.

Kuratorin Dr. Regine Maraszek sagt, dass Mitteldeutschland vor 4.000 Jahren schon reich vernetzt war:

Die Landwirtschaft blühte, die Menschen lebten in großen Häusern. Wir wissen aus Knochenfunden: die Menschen waren gut genährt. Und außergewöhnlich in ganz Europa, wir haben die reichsten Bronzeschätze dieser Zeit: Viele Hunderte Kilogramm an Bronzen, Beile, Dolche, Waffen, Zeremonialgeräte wurden hier vergraben.

Die Welt der Himmelsscheibe von Nebra – Neue Horizonte

Öffnungszeiten:

Dienstag bis Freitag: 9 bis 17 Uhr
Samstag, Sonntag und Feiertage: 10 bis 18 Uhr
Montag: nur nach Voranmeldung (Gruppen, Führungen) 24.12.2021 und 31.12.2021 geschlossen

Der Zutritt zum Museum ist nur ohne erkennbare Symptome einer Covid-19-Erkrankung und unter Beachtung der Einschränkungen der aktuellen Eindämmungs- und Quarantäne-Verordnungen gestattet. Es gilt Maskenpflicht sowie die Einhaltung von Sicherheitsabständen und Hygienemaßnahmen. Ein Anwesenheitsnachweis muss ausgefüllt werden.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Nachrichten | 03. Juni 2021 | 06:00 Uhr

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