Leichter zu merken: So kommen Handynutzer an ihre Wunschrufnummer

Der Geburtstag des Partners oder der Kinder, ein besonderes Datum oder einfach eine leicht zu merkende Zahlenfolge: Handynutzer können sich bei vielen Anbietern ihre Wunschrufnummer aussuchen. Meist gegen Aufpreis.

Er sitzt am Laptop, sie mit dem Smartphone daneben. (Symbolfoto)
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Kurze Frage gleich am Anfang: Welche Handynummer könnt Ihr auf Anhieb ansagen? Die eigene? Die vom Partner und den Eltern? Vielleicht noch die von der besten Freundin oder vom besten Freund? Das Merken von Handynummern ist zugegeben auch nicht so einfach. Die ändern sich zudem bei manchen Menschen oft. Einige Handyanbieter vergeben gegen Aufpreis Wunschrufnummern. Die selbst gewählten Nummern sollen sich dann auch leichter merken lassen.

Die Wunsch-Nummer kostet

Wer sich bei der Telekom einen neuen Handy-Vertrag holt, kann für einmalig 25 Euro Aufpreis eine „Wunschrufnummer“ wählen. Allerdings haben Kunden nicht die ganz freie Wahl, die der Begriff „Wunsch“ andeutet. Die Telekom schlägt stattdessen eine Reihe von Telefonnummern vor. Aus denen können Handykunden eine für sie leicht zu merkende Nummer oder eine mit einer besonderen Datumskombination auswählen.  

Ähnlich funktioniert das bei den Handyverträgen der Telekom-Tochter Congstar. Bei Congstar können Kunden online entweder kostenlos aus vier Rufnummern auswählen. Mit etwas Glück ist da auch eine besonders gut passende Handyrufnummer dabei. Mit einem Klick können dann weitere kostenlose Nummern aufgerufen werden. Für einmalig 15 Euro Aufpreis bietet Congstar so genannte „Goldrufnummern“ an. Diese sollen sich laut Congstar besonders gut merken lassen. Eins ist bei allen Wunschrufnummer-Angeboten gleich: Die vier- oder fünfstellige Handyvorwahl ist festgelegt und kann nicht geändert werden, etwa die 0170 oder die 01511 bei der Telekom oder die 0162 bei Vodafone.

"Einfach zu merkende Rufnummern sind sehr beliebt und kaum zu bekommen"

Für einmalig 20 Euro können bei Vodafone Handynutzer eine Wunschnummer anfragen. Das ist allerdings nur im Vodafone-Shop selbst oder im Fachhandel und nicht über die Hotline möglich. Auch bei diesem Netzbetreiber können Handynutzer ihre Wunschrufnummer nicht komplett frei wählen. Vodafone-Sprecher Thorsten Höpken sagt:

Shop-Mitarbeiter können verschiedene Suchfilter anwenden: Etwa die Suche nach bestimmten Zahlen-Kombinationen. Zum Beispiel nach Geburtstagen und Jahrestagen. Und sie können nach ‚einfachen Rufnummern‘ suchen. Diese bestehen zum Beispiel aus leicht zu merkenden Ziffern-Kombinationen.

Für Partner- und Familien-Karten seien einheitliche Rufnummern-Blöcke möglich. Den Wunschrufnummern-Service können allerdings nur Neukunden nutzen. Wer schon Vodafone-Kunde ist, kann zwar für 15 Euro seine Rufnummer ändern lassen. Das kann zum Beispiel nötig werden, wenn jemand nach dem Ende einer toxischen Beziehung mit Anrufen belästigt wird. Spezielle Wünsche für die Handynummer werden laut Vodafone aber nicht berücksichtigt.

Besonders einprägsame Rufnummern sind in der Regel vergeben und werden meist auch mit zum neuen Anbieter mitgenommen, sagt Thorsten Höpken.

Einfach zu merkende Rufnummer mit möglichst vielen gleichen Zahlen wie 11111 oder 44444 oder mit sich wiederholenden Zahlenkombinationen wie 353535 oder auch  Zahlenreihen wie 34567 und 203040 sind sehr beliebt und damit auch kaum verfügbar.

Nahaufnahme des Tastenfelds eines Festnetztelefons
Nahaufnahme des Tastenfelds eines Festnetztelefons Bildrechte: IMAGO / IlluPics

Geburtsdaten oder sogenannte „Vanity Nummern“ würden eher selten als Wunschrufnummer gewünscht. „Vanity Nummern“ sind Handynummern, deren Ziffern beispielsweise einen Namen oder eine Firmenbezeichnung ergeben. Eine „Laura“ wäre dann übersetzt eine „52872“. Auf älteren Handys mit Tasten oder aktuellen Festnetztelefonen sind auf den Zahlentasten je drei Buchstaben abgebildet. Diese konnten auf Handys zum Schreiben von SMS angewählt werden.

Suche, ob eine bestimme Zahlenfolge verfügbar ist

Zwei Frauen sitzen gemeinsam im Park und tippen auf ihren Handys (Symbolfoto)
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Auch einige Handydiscounter bieten gegen Aufpreis Nutzern die Möglichkeit an, bestimmte Zahlenfolgen für die Handynummer zu wählen. Dazu gehört laut dem Portal MobiTalk der Anbieter Sparhandy (im Telekom-Netz), der kostenlos eine Auswahl aus verschiedenen Nummern anbietet. Für 20 Euro Aufpreis können Handynutzer beispielsweise bei smartmobil oder simplytel (beide im O2-Netz) ihre Wunschzahlen für die Rufnummer wählen. Bei DeutschlandSIM (auch O2-Netz) heißt das Ganze „Premium-Nummer“: Handynutzer können entweder aus zehn verschiedenen Rufnummern wählen oder über eine schnelle Suche herausfinden, ob eine bestimmte Zahlenkombination wie ein Geburtsdatum oder ein Hochzeitsdatum noch verfügbar ist. Wer einen der Günstig-Tarife im Netz von Vodafone nutzt, kann generell keine Wunschrufnummer bekommen. Dieser Service steht nur Vodafone-Kunden selbst zur Verfügung, so das Unternehmen auf Anfrage.

Gibt es nicht für alle Handyverträge und nicht bei Prepaid-Tarifen

Keine Wunschrufnummer gibt es bei O2 und Telefonica, die gemeinsam ein Handynetz in Deutschland betreiben. Das teilte eine Sprecherin auf Anfrage mit. Auch wer sich für einen neuen Prepaid-Tarif entscheidet, muss in allen Netzen die vom Anbieter vorgeschlagene Nummer akzeptieren. Congstar und Vodafone beispielsweise weisen darauf hin, den Wunschrufnummer-Service gebe es nur für Vertragskunden und nicht für Prepaid-Angebote.

Hilft Freunden und der Familie beim Merken: Eigene Rufnummer immer mitnehmen

Wer seine Handynummer über Jahre nicht ändert und auch bei einem Anbieterwechsel mitnimmt, macht es sich und anderen deutlich leichter. Handynutzer mit Vertrag haben einen gesetzlichen Anspruch darauf, ihre Rufnummer auch zu einem neuen Anbieter mitzunehmen. Das ist laut Bundesnetzagentur sogar noch einen Monat nach Vertragsende möglich. Für diesen Service dürfen die Netzanbieter seit Ende 2021 nichts mehr berechnen. Auch bei Prepaid-Tarifen kann eine Handynummer in der Regel problemlos mitgenommen werden, sagt Hayo Lücke vom Technik-Magazin inside digital. Allerdings gebe es da einzelne Discount-Anbieter, die den „Portierung“ genannten Service nicht anbieten.  

Hayo Lücke vom Technik-Magazin inside digital
Hayo Lücke vom Technik-Magazin inside digital Bildrechte: inside digital

Hier ist es ratsam, vor einem angedachten Wechsel zu einem neuen Anbieter zu klären, ob dieser eine solche Portierung tatsächlich akzeptiert. Und auch das ist wichtig: Es muss ausreichend Prepaid-Guthaben vorhanden sein, um die anfallenden Portierungsgebühren in Höhe von in der Regel knapp sieben Euro bezahlen zu können.

Bei einzelnen Anbietern sei es zudem notwendig, als wechselwilliger Prepaid-Kunde eine Verzichtserklärung zu unterschreiben. Erst dann könne die Rufnummernmitnahme erfolgreich abgeschlossen werden.

Mit Material der Nachrichtenagentur dpa.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 27. Mai 2022 | 13:15 Uhr

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