ESC-Sieger: Ukraine will erst nach Kriegsende feiern

Sie haben am Wochenende den Eurovision Songcontest gewonnen: die ukrainische Band Kalush Orchestra ist trotz des Sieges gerade aber nicht in Feierlaune.

Das Kalush Orchestra aus der Ukraine jubelt über den Gewinn des Eurovision Song Contest (ESC). Der internationale Musikwettbewerb findet zum 66. Mal statt.
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In der Nacht zu Sonntag hat die Ukraine den Eurovision Songcontest (ESC) für sich entscheiden können. Mit ihrem Song "Stefania" erhielt die Band "Kalusha Orchestra" insgesamt 439 Zuschauerstimmen und konnte sich so vor Spanien, Schweden und Großbritannien auf den ersten Platz singen. Nach feiern ist den sechs Mitgliedern der Band aber nicht zumute. Wie der Sänger Oleh Psjuk in einer Online-Pressekonferenz nach dem ESC erzählte:

Wir werden vielleicht nach dem Krieg eine große Feier haben, denn der Sieg ist großartig, den ESC zu gewinnen ist fantastisch, aber es passiert gerade so viel. Ich meine, Menschen die man kennt, werden in diesem Krieg getötet oder kämpfen darin oder verlieren ihre Jobs in der Ukraine. Das ist nicht wirklich die beste Grundlage für eine Feier.

Am Sonntag veröffentlichte die Band das Musikvideo zu ihrem Siegersong. Der Clip zeigt Soldatinnen, die Kinder aus den Trümmern des Krieges tragen. Laut Plattenfirma wurde das Video in Butscha und Irpin aufgenommen, welches Vororte von Kiew sind, die in dem Krieg besonders hart getroffen wurden.

Unter dem Video schrieb die Band: Wenn Stefania die Hymne unseres Krieges ist, dann soll er auch die Hymne unsere Sieges werden.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Abend | 16. Mai 2022 | 20:17 Uhr

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