Schneller gesund, weniger Symptome: Zink lindert Erkältungen

Eine aktuelle Studie zeigt, wie wirksam das Spurenelement ist. Zink verhindert zwar keine Erkältungen, wenn es vorbeugend eingenommen wird. Damit verläuft eine schlimme Erkältung offenbar aber milder.

Ein Junge nimmt eine Lutschtablette gegen den Husten ein (Symbolbild)
Bildrechte: IMAGO / Jochen Tack

Husten, Halsschmerzen, Schnupfen, heisere Stimme: Im Herbst und Winter kämpfen wieder viele mit Erkältungen. Ihnen soll das Spurenelement Zink helfen. Das wird in Apotheken und Drogerien gern in Tablettenform oder als Spray als wirksamer „Boost“ fürs Immunsystem verkauft. Das Spurenelement ist auch in einem Hausmittel enthalten, das bei schweren Erkältung oft empfohlen wird: In der Hühnersuppe.

Studie zeigt Wirksamkeit von Zink

Wer auf Zink-Lutschtabletten oder Zink-Nasensprays setzt, hat weniger Beschwerden wie Fieber, Husten oder Gliederschmerzen und ist auch spürbar schneller wieder gesund. Wird Zink in der ersten Woche der Erkältung eingenommen, erhöht es die Wahrscheinlichkeit um das Doppelte, dass Erkrankte nach der Woche schon wieder gesund sind. Studienteilnehmer ohne Zinkmedikamente waren dagegen oft länger krank. Das zeigt eine Metastudie australischer Forscher, für die knapp 30 schon vorliegende Untersuchungen mit mehr als 5.000 Teilnehmern ausgewertet wurden. Die Ergebnisse wurden jetzt in der medizinischen wissenschaftlichen Fachzeitschrift BMJ veröffentlicht. Sie gelten für Erkältungen, die durch Rhinoviren ausgelöst werden. Das sind geschätzt 30 bis 50 Prozent aller Erkrankungen. Auch das RS-Virus, Parainfluenzaviren und vor SARS-CoV-2 bekannten Corona-Viren können Erkrankungen der Atemwege auslösen.

Die Untersuchung zeigt auch, dass Immunbooster mit Zink zum Vorbeugen leider nichts bringen: Wer darauf setzte, erkrankte trotzdem. Das Geld für diese Produkte können sich offenbar alle sparen, die nicht an Zinkmangel leiden.

Wir haben auf dem MDR JUMP-Facebookprofil gefragt, auf welche Hausmittel bei Erkältungen besonders häufig gesetzt wird. Da wird auffallend häufig die Hühnersuppe genannt, mit der dem Körper zumindest etwas Zink zugeführt wird. Sabine schreibt:

Hühnersuppe, viel Tee, heißes Bad und dann schön in eine Decke einwickeln. Dazu paar Vitamine durch Obst.

Auch Kerstin setzt auf das Hausmittel:

Ne ordentliche selbstgemachte Hühnersuppe mit Ingwer und Chili drin, viel Tee trinken und schlafen.

Auch der bekannte Virologe Hendrik Streeck empfiehlt bei Erkältungen Hühnersuppe. Er hat gerade ein Buch über das menschliche Immunsystem veröffentlicht und sagt:

Eine frische Hühnersuppe hat Vitamin C und Vitamin E, das hat einen positiven Effekt. Zudem regt sie die Schleimbildung im Rachen an. Mit einer größeren Schleimproduktion werden Erreger leichter rausgespült.

Hühnersuppe enthält wenige Milligramm Zink pro Portion. Allerdings ist noch nicht geklärt, ob die Suppe damit ähnlich wirkt wie die Sprays und Tabletten mit Zink, deren Wirkung jetzt für die Studie ausgewertet wurde. Vielleicht tut Hühnersuppe bei Erkältungen einfach nur gut, weil sie heiß ist und sich jemand kümmert. Aber das ist auch was Schönes!

Mit Material der Nachrichtenagentur dpa.

Dieses Thema im Programm Die MDR JUMP Feierabendshow | 02. November 2021 | 16:40 Uhr

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