Dienstreisen von der Steuer absetzen: Bahn und Co. lohnen sich nicht

Wenn man die Reisekosten beim Finanzamt einreicht, dann kommt es darauf an, welches Verkehrsmittel man nutzt. Das Auto wird dabei klar bevorzugt. Bus, Bahn und Co. schneiden eher schlecht ab.

Eine Frau arbeitet am Laptop und wartet auf ihren Zug
Bildrechte: imago images/ Addictive Stock

Nicht jeder von uns kommt zu Fuß zu seiner Arbeitsstelle. Die meisten müssen eine weitere Strecke mit dem Auto, dem Moped oder den öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegen. Einige haben gar kein festes Büro und sind immer unterwegs. So geht es auch einem Bundesbetriebsprüfer, der bundesweit im Einsatz ist und deshalb ständig im Zug sitzt. Die Bahnreisekosten hat er vom Arbeitgeber bezahlt bekommen. Nun hat er bei der Steuererklärung 30 Cent pro Kilometer Fahrtkosten angegeben. Das Finanzgericht Hamburg sagt: So geht das nicht. Entweder das eine oder das andere. Im einzelnen Fall kann man das vielleicht noch nachvollziehen. Aber wie sieht es im großen Ganzen aus? Anwalt Thomas Kinschewski erklärt, welches Verkehrsmittel sich eher lohnt und wie man das meiste Geld zurückbekommt.

Autofahren wird belohnt

Mit dem Auto zur Arbeit zu fahren ist wohl oft die praktischste Variante. Doch der Trend geht eher in die andere Richtung. Viele besitzen gar kein Auto oder lassen es stehen und nutzen lieber die öffentlichen Verkehrsmittel. Bei der Steuer wird das Autofahren aber trotzdem belohnt.

Wenn ich mit der Bahn fahre, bekomme ich nur die billigste Klasse erstattet. Das Ticket in der Holzklasse ist also erstattungsfähig. Aber wenn ich mit dem Auto fahre, kriege ich ohne jeden Nachweis 30 Cent pro Kilometer. Wenn das bei Google Maps einigermaßen passt, dann wird das anerkannt.

Das Auto steht dabei über allen anderen Verkehrsmitteln:

Im Einkommenssteuergesetz ist geregelt: Wenn ich mit einem Flugzeug zu einem Termin reise, bekomme ich nur 20 Cent pro Kilometer. Das Gleiche gilt, wenn ich mit einem Moped, einem Motorrad oder einem Motorboot fahre.

Wer keine Wahl hat und mit dem Zug zur Arbeit fahren muss, sollte also versuchen mit dem Chef zu verhandeln. Der kann möglicherweise die Kosten für die Fahrkarten oder die Bahncard übernehmen. In dem Fall muss man dann aber komplett auf die Kilometerpauschale verzichten. Beides zusammen geht nämlich nicht. Das hat neben dem Finanzgericht Hamburg auch der Bundesfinanzhof bestätigt.

Rechtsanwalt Thomas Kinschewski
Bildrechte: Thomas Kinschewski

Unser Experte

Fast täglich werden im Gerichtssaal wichtige Urteile gesprochen, die Einfluss auf unser Leben haben können. Rechtsanwalt Thomas Kinschewski stellt jede Woche das Interessanteste in Kurzform bei MDR JUMP am Wochenende vor.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Themen des Tages | 02. Juli 2021 | 19:20 Uhr

Wir sind MDR JUMP

Wir sind MDR JUMP

Die neue digitale Entertainment-Marke des MDR.

Newsletter

Newsletter

Updates zu Neustarts, Streams und Podcasts.

Aktuelle Themen von MDR JUMP