In diesen Urlaubsgebieten ist die Delta-Variante weit verbreitet

Der Sommer ist da und für viele heißt es: Tasche packen und ab in den Urlaub. Einige Urlaubsgebiete solltet ihr derzeit jedoch meiden. Denn dort gibt es immer mehr Infektionen mit der Delta-Version des Coronavirus.

Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude. Und die gibt es gerade in Unmengen, denn der Urlaub steht vor der Tür. Wäre da nicht die neue Mutation von Corona, auch Delta oder B1.617.2 genannt. Die breitet sich gerade in Europa und somit in beliebten Urlaubsgebieten aus. Das wird vor allem zum Problem, wenn ein Land plötzlich zum Virusvariantengebiet erklärt wird. Die Bundesärztekammer warnt derzeit wieder vor riskanten Reisezielen. Präsident der Bundesärztekammer Klaus Reinhardt sagte der Funke-Mediengruppe:

Auf Reisen in Regionen, die von der Delta-Variante besonders betroffen sind, sollte verzichtet werden.

Nach den letzten Monaten, die für uns alle belastend waren, ist der Urlaub wichtig. Es sei aber Vorsicht bei der Reiseplanung angebracht. Und auch am Urlaubsort sollten die Hygieneregeln eingehalten werden.

Großbritannien

Delta wütet seit einigen Wochen auf der Insel. Nun ist sie bereits die dominierende Variante. Von den untersuchten Infektionen macht die Mutation einen Anteil von 90 Prozent aus. Schwerpunkte sind vor allem die Städte Blackburn und Bolton in Mittelengland sowie ein Westlondoner Bezirk. Das Robert Koch-Institut hat am Freitagabend deshalb bekannt gegeben, dass Großbritannien nun als Virusvariantengebiet gilt. Für Einreisende gilt eine zweiwöchige Quarantänepflicht, die auch nicht durch negative Tests verkürzt werden kann. Das Land ist damit das erste in Europa seit einiger Zeit, das wieder zum Virusvariantengebiet wird. Die Inzidenz liegt dort bei rund 100. Trotzdem sollen in Großbritannien die Corona-Beschränkungen am 19. Juli aufgehoben werden. Schließlich sei die Zahl der Todesfälle niedrig - selbst bei zunehmenden Infektionen.

Portugal

Mitte Mai konnten wieder Familienfeiern stattfinden und die Urlauber kommen. Kurz danach schossen in Portugal die Zahlen wieder in die Höhe. Im Risikogebiet Lissabon liegt die Sieben-Tage-Inzidenz am Montag bei 182,5, an der Ferienregion Algarve bei 111,4. In der portugiesischen Hauptstadt sind bereits mehr als 60 Prozent aller neu erfassten Corona-Infektionen auf die Delta-Variante des Virus zurückzuführen. Am vergangenen Wochenende wurde Lissabon für zwei Tage komplett abgeriegelt. Das könnte auch an den kommenden Wochenenden drohen. Noch ist die Einreise nach Portugal mit einem Corona-Test möglich. Und auch bei der Rückreise nach Deutschland gibt es keine Quarantänepflicht. Dies könnte sich in den kommenden Tag oder Wochen jedoch ändern. Denn auch Portugal könnte zum Virusvariantengebiet erklärt werden.

Spanien

Spanien ist im Vergleich nicht ganz so stark betroffen. Hier gab es vor allem in Touristengebieten einen Anstieg der Zahlen. Die Sieben-Tage-Inzidenz auf der Ferieninsel Teneriffa beispielsweise hat sich vom 31. Mai bis zum 20. Juni mehr als verdoppelt, von 43 auf 89. In Spanien werden jedoch wenige Viren auf Mutationen getestet. Andalusien, Navarra, Baskenland, La Rioja und Ceuta gelten als Risikogebiete. Einschränkungen für Urlauber gibt es momentan zwar kaum, trotzdem ist Vorsicht geboten.

Russland und Türkei

Die russische Hauptstadt Moskau entwickelt sich zum neuen Delta-Hotspot. 89 Prozent der Neuinfektionen sind dort auf die Delta-Variante zurückzuführen. Zwar ist Russland für Tourismus noch nicht geöffnet, doch der Flugverkehr in die Türkei ist wieder aufgenommen. Am Dienstag wurden in Antalya mehr als 12.000 Reisende aus Russland erwartet. Es besteht also die Chance, dass sich die Variante dadurch auch am Urlaubsort verbreitet. Aktuell ist die Delta-Variante nur in 2 Prozent der Corona-Neuinfektionen in der Türkei nachgewiesen.

Sichere Urlaubsziele

Italien scheint derzeit eins der sichereren Reiseziele zu sein. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt unter 13 und geht seit Mitte April kontinuierlich zurück. Die Zahlen lassen außerdem vermuten, dass die Delta-Variante noch nicht weit verbreitet ist. In Frankreich besteht ebenfalls wenig Grund zur Sorge. 8,4 Prozent der gesamten Neuinfektionen entfallen auf die Delta-Variante, doch insgesamt geht die Sieben-Tage-Inzidenz kontinuierlich zurück. Dänemark ist momentan eines der sichersten Ziele in Europa. Dort werden fast 80 Prozent der Viren auf Mutationen untersucht. Die Delta-Variante ist dabei für nur 0,7 Prozent aller Infektionen verantwortlich. Schweden und Griechenland haben offiziell keinen einzigen nachgewiesenen Fall der Delta-Variante. Dort werden allerdings aber nur sehr wenige Viren getestet.

Mit Material von dpa, RND, RKI

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Nachrichten | 21. Juni 2021 | 19:00 Uhr

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