Van und PKW zum Camper umbauen: So klappt es mit einem günstigen Wohnmobil

Camping ist im Trend! Wohnmobile sind allerdings teuer. Die Lösung: Den eigenen PKW zum Reisen einfach umbauen. Das haben Franziska aus Jena und Sophie aus Leipzig gemacht.

Der ausgediente Rettungswagen von Sophie Schroeder wird zu einem Camper umgebaut.
Der ausgediente Rettungswagen von Sophie Schroeder wird zu einem Camper umgebaut. Bildrechte: Privat / Sophie Schroeder

Die Corona-Pandemie haben viele Menschen genutzt, um ihr eigenes Auto zum Wohnmobil für kleine Abenteurer und große Reisen umzubauen. Sie zeigen im Netz, wie sie das hinbekommen haben und wie sie jetzt auf vier Rädern Urlaub machen.

Ausgedienter Rettungswagen als Basis

Sophie studiert in Leipzig. Die 25-jährige konnte sich anfangs keinen Großraum-PKW leisten und reiste daher mit einem Dachzelt auf ihrem damaligen Kleinwagen durch Europa. Doch damit war ein bequemes Reisen nicht möglich. Sophie hat dann durch die Familie von ihrem Freund ein günstiges Angebot für einen ausgedienten Rettungswagen erhalten und zögerte nicht lange. Den Ausbau und die ersten Reisen mit dem neuen mobilen Zuhause hat Sophie auf Instagram dokumentiert. Ihr Profil heißt passend zum Rettungswagen "thevan_bulance".

Die Ausstattung kann sich sehen lassen. Es gibt eine Sitzecke, die zum Bett umfunktioniert werden kann, einen Tisch zum Arbeiten, eine Küchenzeile mit Wasserzugang und Verstaumöglichkeiten. Reisen im ausgebauten PKW kann aber auch Schwierigkeiten mit sich bringen, erzählt Sophie:

Als wir in Frankreich rumgereist sind, hatten wir eine Autopanne. Unsere Batterie war defekt, weswegen unser Van fünf Tage in die Werkstatt musste. Also war unsere Unterkunft erstmal weg. Unser Urlaub musste umgeplant werden und wurde dementsprechend auch teurer.

Auch Franziska aus Jena campt und reist gerne mit ihrem Zuhause auf vier Rädern. Sie ist 23 Jahre alt und befindet sich noch mitten im Ausbau ihres Campervans. Die Thüringerin liebt das Freiheitsgefühl, dass beim Reisen mit dem eigenen PKW aufkommt.

Noch im Umbau, aber schon für Reisen geeignet: Der Campervan von Franziska
Noch im Umbau, aber schon für Reisen geeignet: Der Campervan von Franziska Bildrechte: Privat / Franziska Keilpflug

Du kannst aufwachen, wo du willst. Du kannst hinfahren, wo du möchtest. Aber die Stellplatzsuche ist schwieriger als man denkt. Oft sind Plätze schon voll oder zugemüllt. Dadurch kann die Stellplatzsuche teilweise sehr lang dauern.

Die Stellplatzsuche sollte also immer gut organisiert werden. Dabei soll die kostenlose App Stellplatzradar helfen.

Dusche: Muss nicht sein

Aktuell besteht Inneneinrichtung in Franziskas Van aus einem ausziehbaren Bett und einer Zeile. Demnächst möchte die 23-Jährige eine Küchenschublade unter das Bett bauen, wo sie kochen und abwaschen kann. Auch ein paar Regale und Licht soll ihr fahrbares Zuhause bekommen. Franziska und auch Sophie bleiben beim Ausbau minimalistisch. Sie wollen keine Toilette oder Dusche verbauen, wie es manche tun. Sie nutzen lieber öffentliche Stellplätze oder gehen im See baden. Beim Ausbau des eigenen PKWs zum Reisen gibt es im Internet unter dem Stichwort Vanlife viele hilfreiche Tipps. Die sparen Geld und Nerven. Franziska empfiehlt zum Beispiel:

Beim Möbelbau muss man unbedingt schauen, welches Holz man wofür nehmen sollte und wie dick die Holzplatten sein dürfen, damit sowohl sitzen als auch liegen möglich ist.

So bequem sieht der Innenraum von Sophies Rettungswagen nach dem Umbau aus
So bequem sieht der Innenraum von Sophies Rettungswagen nach dem Umbau aus Bildrechte: Privat / Sophie Schroeder

Denn auch auf das Gesamtgewicht sollte beim Ausbau geachtet werden. Jeder Ein- oder Anbau bedeutet dann am Ende auch mehr Sprit. Reisen mit einem ausgebauten Wagen kann günstiger als herkömmliches Reisen sein, da die Kosten für die Unterkunft wegfallen. Der Van selbst und der Ausbau ist weniger kostengünstig. Etwa 5.000 Euro hat Sophie allein für den Ausbau ihres Rettungswagens ausgegeben, verrät sie.

Vor dem Ausbau testen, ob das Camperleben zu einem passt

Camping oder Urlaub mit ausgebautem PKW – das sogenannte Vanlife liegt im Trend. Wer sich damit auch anfreunden kann, lieber erst mal einen Camper leihen oder im eigenen Auto auf der umgeklappten Rücksitzbank schlafen, gibt Sophie als Tipp mit.  Immerhin steckt auch eine Menge Arbeit dahinter. Und dann - einfach machen:

Sicht aus Camper auf Wald in Frankreich
Bildrechte: IMAGO / Westend61

Es muss nicht alles hübsch und perfekt aussehen wie auf Instagram, Youtube oder anderen Plattformen. Es ist völlig ok, wenn etwas nicht funktioniert. Davon nicht verunsichern lassen.

Und wenn das Vanlife doch nichts für euch ist, gibt es zum Glück noch viele weitere Möglichkeiten, wie ihr euren Traumort erkunden könnt.

Dieses Thema im Programm Die MDR JUMP Feierabendshow | 22. Juli 2022 | 15:10 Uhr

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