"Ich will mein Leben zurück" - Britney Spears emotionales Plädoyer vor Gericht

Seit ihrem sehr öffentlichen Zusammenbruch im Jahr 2008 steht Britney Spears unter der Vormundschaft ihres Vaters. Jetzt versucht sie vor Gericht, die Kontrolle über ihr Leben zurückzubekommen.

Mit einem emotionalen Plädoyer versucht Britney Spears das Ende der Vormundschaft durch ihren Vater zu erreichen.

"Ich wollte es nicht wahrhaben. Ich stand unter Schock. Ich bin traumatisiert", sagte die Sängerin in einer 23-minütigen Ansprache per Telefon, die auch öffentlich übertragen wurde.

Ich will einfach nur mein Leben zurück.

Weiter sagte sie: "Ich glaube, dass diese Vormundschaft ein Missbrauch ist. Ich denke, ich kann kein richtiges Leben führen." Außerdem sei ihr nicht bewusst gewesen, dass sie beantragen könne, die Vormundschaft zu beenden.

Nach dem Ehe-Aus mit Kevin Federline 2007 machte Spears mit einer Reihe von Eskapaden und Skandalen auf sich aufmerksam. Sie rasierte sich die Haare ab und wurde in eine Entzugsklinik eingeliefert.

Vormundschaft mit gutem Gehalt

Als ihr Ex-Mann das Sorgerecht für die Kinder zugesprochen bekam und Spears sie nur noch unter Aufsicht besuchen durfte, verbarrikadierte sie sich mit den Kindern in ihrer Villa. Daraufhin wurde sie in eine psychiatrische Klinik eingewiesen und ihr Vater übernahm die Vormundschaft für die Sängerin.

Seither darf Britney Spears keine Entscheidungen mehr selbstständig treffen. Ihr Vater verwaltet, zusammen mit einem Anwalt, das Vermögen der Sängerin. Und das, obwohl er lange Zeit kaum eine Rolle in ihrem Leben gespielt hat. Spears Vater bekommt dafür nicht nur ein ordentliches fünfstelliges Gehalt im Monat, sondern wird auch an Gewinnen von Spears Alben und Konzerten beteiligt.

Zu viel Kontrolle?

Seit ein paar Jahren versucht die Sängerin vor Gericht, wieder die Kontrolle über ihr Leben zurückzubekommen. Sie wirft ihrem Vater vor, zu kontrollierend zu sein. Spears' Mutter zufolge soll er seine Tochter einmal als "Rennpferd" bezeichnet haben, das auch behandelt werden müsse wie eines.

Er soll trinken und in eine "physische Auseinandersetzung" mit einem von Spears Söhnen verwickelt gewesen sein. Die genauen Umstände sind nicht öffentlich, aber seither darf er die Kinder nicht mehr besuchen. An einer Stelle in ihrem Plädoyer beschreibt Britney, dass sie nicht einmal über die Farbe ihrer Küchenschränke bestimmen durfte. Das Gericht stuft ihren Vater aber weiterhin als geeigneten Vormund ein.

Ob und wie die Vormundschaft durch ihren Vater vom Gericht beendet wird, ist nach dem Plädoyer allerdings weiter unklar. Auch, welche weiteren Schritte sie vor Gericht gehen will. Erstmal möchte sie sich "einfach nur die Haare und die Nägel machen lassen" und Freunde besuchen, "die acht Minuten entfernt wohnen", sagte sie am Ende des 23-minütigen Statements.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 24. Juni 2021 | 13:45 Uhr

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