Vorsicht: Das sind die aktuellen Betrugsmaschen bei ebay- Kleinanzeigen!

Eigentlich wolltest du nur was bei ebay-Kleinanzeigen verkaufen. Und dann wirst du plötzlich wegen Betrugs angezeigt. Welcher fiese Trick dahinter steckt und wie du sicher verkaufst, klären wir jetzt:

Die App von eBay Kleinanzeigen auf einem Smartphone
Bildrechte: IMAGO / Kirchner-Media

Eine Milliarde Dollar Umsatz – 35 Millionen Nutzer, bei ebay-Kleinanzeigen läuft das Geschäft so richtig rund. Ein Grund: Pandemiebedingt waren wir seltener bei uns in den Geschäften vor Ort. Soviel Geld lockt aber auch viele Betrüger an. Und selbst mit halbwegs klarem Blick kannst du schnell auf die eine oder andere Art abgezogen werden.

Pfiffig... Pfiffiger... Die Speditions-Betrugsmasche

Opfer dieses Betrügertricks werden meist Anbieter von großen und sperrigen Gütern. Und wie so oft beginnt auch diese Masche ganz harmlos. Also stellen wir uns mal vor, ihr wollt ein größeres Möbelstück auf ebay-Kleinanzeigen loswerden. Auf euer Inserat meldet sich ein vermeintlicher Käufer, der Interesse an eurem Angebot bekundet, sich über den Preis und Zustand des Objektes erkundigt und dann dem Kauf zustimmt. Dann fehlt nur noch eins: Der Käufer fragt nach euren Zahlungsdaten und jetzt fängt der Betrug an.

Der Käufer behauptet zum Beispiel nicht in derselben Stadt wie ihr zu leben oder sich im Ausland zu befinden. Der Vorwand dafür, dass er das Möbelstück nicht persönlich abholen könne. Stattdessen soll eine Spedition beauftragt werden, die das Objekt abholen soll. Der betrügerische Interessent bittet euch, das Transportunternehmen zu bezahlen, schickt euch die Bankverbindung der Spedition und versichert euch die Kosten für das Möbelstück zusammen mit den Mehrkosten für die Spedition zu überweisen. Er liefert euch auch noch den "Beweis" dazu: eine angeblich getätigte Zahlungsbestätigung per Mail. Überzeugt davon, dass ihr gerade das Geld erhalten habt, überweist ihr die Kosten an die vermeintliche Transportfirma und seid damit in die Falle getappt, denn die Firma existiert nicht und Kontodaten, die ihr erhalten habt, sind die des Betrügers.

Nicht ganz neu, aber aktuell sehr beliebt: Die Dreiecksmasche

Es ist ganz simpel und gemein: Ein Käufer will dein Produkt haben. Er stellt gleichzeitig exakt dasselbe Produkt online. Will jetzt ein Dritter das Angebot vom Käufer, gibt der ihm deine Bankdaten. Du bekommst Geld für das Produkt vom Dritten und denkst, es ist vom Käufer. Du schickst das Produkt an den Käufer. Der macht sich damit aus dem Staub. Was bleibt ist der Dritte, der Geld an dich überwiesen hat, ohne etwas von dir zu bekommen. Rein rechtlich kann er das Geld jetzt von dir zurückfordern.

Wie lässt sich sowas verhindern?

Stefanie Siegert von der Verbraucherzentrale Sachsen rät vor allem zu Vorsicht bei Anbietern, die im Ausland sitzen:

Ebenso wenn der Kauf oder Verkauf an gängigen Zahlungsmethoden vorbeigeht, also zum Beispiel über Western Union gezahlt werden soll oder sie der Einfachheit halber über die Freunde- und Familie-Option bezahlen sollen. Lassen Sie die Finger davon. Auch wenn Sie an eine Packstation oder ähnlich neutrale Adressen verschicken sollen, ist Vorsicht geboten.

So hältst du dich rechtlich auf der sicheren Seite

Das Beste ist natürlich immer die Barzahlung vor Ort, die du dir quittieren lässt oder du hast Zeugen dabei. Alles was online abgewickelt wird, solltest du ausschließlich über die Plattform machen. So lässt sich der Schriftverkehr später einwandfrei nachvollziehen. "Zahlen Sie keine Vorschüsse, legen Sie nicht irgendwelche Amazon-Gutscheine auf Ihr angebotenes Produkt drauf, wenn die andere Seite das wünscht und wickeln Sie den Kauf und Verkauf immer nur nach den Richtlinien der Plattform ab, auch wenn das mitunter ein paar Euro Gebühren extra kostet“, rät unsere Expertin von der Verbraucherzentrale.   

Das solltest Du nicht machen

Wenn der Verkäufer im Ausland ist – Vorsicht. Selbst in der EU hast du über die Landesgrenze immer erheblich mehr Schwierigkeiten, bei Betrügereien, zu deinem Recht zu kommen. Wechsle in der Kommunikation nicht auf andere E-Mail-Adressen oder Dienste.

Das solltest Du auf gar keinen Fall machen

Manche Betrüger schicken dir zur Sicherheit ein gescanntes Bild von ihrem Ausweis, ihrer Bankkarte oder ähnliches. Und weil sie ja so ehrlich sind, wollen sie von dir das Gleiche sehen. FINGER WEG! Denn du kannst nicht überprüfen, ob das geschickte Material echt ist. Und im schlimmsten Fall werden deine gescannten Daten dann für den nächsten Betrug verwendet! 

Betrug beim Onlinekauf kann Dir nicht passieren? Ähm – doch! Denn die Betrüger denken sich immer wieder andere Maschen aus. Neue Bezahldienstleister und -optionen machen es möglich. Stefanie Siegert von der Verbraucherzentrale dazu:

Es werden Pay-Pal-Accounts gefaked, genauso wie E-Mail-Adressen. Da kann es tatsächlich jeden, der irgendwo das erste Mal kauft, erwischen. Deshalb wäre das Sicherste immer der Kauf auf Rechnung, bei Privatanbietern ist das allerdings eher ungewöhnlich.

Was tun im Notfall?

Wenn es dich erwischt hat, hilft ein Blick auf die SOS-Karte fürs Onlineshopping vom Bundesamt für Sicherheit und Information. Da bekommst Du einen schnellen Überblick wie und wo Dir im Ernstfall geholfen wird.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Die Themen des Tages | 07. März 2022 | 19:37 Uhr

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