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Deine Rechte bei Rückgabe und Umtausch

Stand: 06. Februar 2020, 00:00 Uhr

Zuhause ist die Farbe des Shirts doch nicht mehr so schön oder es ist doch etwas zu klein - Gründe für den Umtausch und die Rückgabe von Kleidung und anderen Einkäufen gibt es viele. Aber: Was dürfen Kunden und was nicht?

Rücknahme aus Kulanz

Auch wenn viele Geschäfte einen Umtausch innerhalb von 14 Tagen anbieten, ein allgemeines Recht auf Umtausch oder Rückgabe der gekauften Sachen gibt es nicht. Das 14-tägige Rückgaberecht wird von den Geschäften aus Kulanz gewährt.

Es gibt kein Recht auf Umtausch, wenn beim Händler vor Ort gekauft wird.

Rechtsanwalt und Experte für Internetrecht Christian Solmecke

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Da es kein festgelegtes Gesetz zum Umtausch gibt, dürfen die Händler auch die Bedingungen dafür stellen und zum Beispiel den Kassenzettel verlangen. Sind an der gekauften Ware aber Fehler, wie Nähte, die sich auflösen, haftet der Verkäufer nach dem Gesetz zwei Jahre für Mängel.

Online-Kauf: Zwei Wochen Widerrufsrecht

Beim Onlinekauf verhält es sich anders: Werden Sachen im Internet bestellt, gilt ein grundsätzliches Widerrufsrecht von zwei Wochen. Denn Einkäufe im Internet zählen rechtlich gesehen als Fernabsatzgeschäfte. Da die Ware erst Zuhause begutachtet werden kann und nicht vor Ort, wie in einem Geschäft, gibt es ein Widerrufsrecht. Ohne Angabe von Gründen kann die Ware dann zurückgesendet werden. Aber das Widerrufsrecht gilt nicht bei Käufen von Privatverkäufern, wie auf eBay Kleinanzeigen.

Hinweis: "Vom Umtausch ausgeschlossen"

Generell kann man fehlerhafte Ware innerhalb von zwei Jahren gegen fehlerfreie umtauschen oder reparieren lassen. In diesem Fall gilt das sogenannte Gewährleistungsrecht. Gibt es an der Ware aber ein Schild mit dem Hinweis "Vom Umtausch ausgeschlossen" weist der Händler so schon daraufhin, dass er die Ware auch aus Kulanz nicht zurücknehmen wird. Das gilt auch für Ware, die schon fehlerhaft verkauft wird, weil ein Knopf oder ähnliches fehlt.

Gutschein oder Bargeld

Nimmt der Händler aus Kulanz Ware zurück, kann er selbst entscheiden, ob er dem Kunden dafür einen Gutschein gibt oder den Kaufpreis erstattet. Der Kaufpreis muss aber erstattet werden, wenn Ware wegen Mängeln zurückgegeben wurde.

Getragene und gewaschene Kleidung umtauschen

Das Anprobieren im Geschäft verpflichtet natürlich nicht zum Kauf. Wann Kleidung als getragen gilt, weiß Rechtsanwalt Thomas Kinschewski:

Wenn ich es Zuhause abtrage und Makeup-Flecken oder Lippenstift auf dem Kragen sind, oder das Teil nach Essen riecht - dann war es das. Dann darf ich es nicht zurückgeben. Das ist dann gebrauchte Ware. Die ist, wenn nicht ein Mangel vorliegt, von der Rückgabe ausgeschlossen.

Bei gewaschener Kleidung verhält es sich nochmal anders. Hier kommt es darauf an, ob die Waschanleitung eingehalten wurde, erklärt Rechtsanwalt Thomas Kinschewski:

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Das ist natürlich schwer zu beweisen. Grundsätzlich: Wenn ich selber meinen neuen Pulli kaputt mache oder meine Leggins, indem ich sie einlaufen lasse. Dann darf ich es nicht zurückgeben. Es sei denn, ich kann beweisen, dass ich die Waschanleitung befolgt habe. Manche Händler sind auch kulant und sagen: Okay, kann passieren. Aber da hat es der Käufer echt schwer.

Unterwäsche umtauschen ist schwierig

Die Unterwäsche muss sich noch in der Originalverpackung befinden, sonst kann sie in Geschäften nicht zurückgegeben werden. Gleiches gilt aus hygienischen Gründen auch für Bademode und ähnliche Dinge, die unmittelbar am Körper getragen werden. Deshalb gibt es in vielen Schuhläden auch Probiersocken. Wenn jemand keine Strümpfe trägt, aber trotzdem Schuhe anprobieren möchte.

Entfernte Preisschilder

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Etiketten und Kassenbons helfen den Geschäften den Kauf nachzuvollziehen. So sehen sie wann und wo ein Teil gekauft wurde. Das gilt zum Beispiel auch für die Strichcodes auf Büchern. Fehlen die Etiketten oder ist ein Strichcode durchgestrichen, ist ein Umtausch in vielen Geschäften nicht mehr möglich.

Rückgabe ohne Kassenbon

Ein Umtausch, obwohl der Kassenbon verschollen ist, ist nicht unmöglich, erklärt Rechtsanwalt Thomas Kinschewski:

Das ist ein weit verbreiteter Irrtum. Das ist Quatsch! Man muss nur beweisen, dass man tatsächlich bei diesem Händler den Pullover, die Jacke gekauft hat. Da reicht zum Beispiel ein Kontoauszug aus dem sich die EC-Kartenbelastung ergibt. Oder eine Kreditkartenabrechnung, aus der sich die Buchung zugunsten des Händlers vom Tag mit Betrag ergibt.

Gültigkeit von Gutscheinen

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Wie lange ein Gutschein gültig ist, dass dürfen Händler selbst bestimmen. Wird er beispielsweise für eine bestimmte Dienstleistung oder Ware ausgestellt, hat der Verkäufer dafür eine Kalkulation aufgestellt. Damit die auch aktuell bleibt, kann er die Gültigkeitsdauer begrenzen. Hat der Gutschein keinen begrenzten Zeitraum oder ist auf einen festen Geldbetrag ausgestellt, so gilt die gesetzliche Verjährungsfrist von drei Jahren. Sie beginnt mit dem Ablauf des Jahres, in dem der Gutschein ausgestellt wurde.

Gewährleistung vs GarantieDie Gewährleistung ist gesetzlich geregelt und unterstützt den Käufer, wenn er mangelhafte Ware gekauft hat. Sie beträgt ab Kauf zwei Jahre.

Die Garantie wird für einen bestimmten Zeitraum freiwillig angeboten. Gibt es auf eine Ware Garantie, können Käufer bei einem Mangel den Umtausch oder eine Reparatur verlangen.

Dieses Thema im ProgrammMDR JUMP Feierabendshow | 13. Februar 2020 | 10:54 Uhr

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