Inspektionen und Service am Auto: So können Autofahrer sparen

Leuchtet die Service-Leuchte auf, wissen Autofahrer: In der Werkstatt des Vertrauens werden demnächst mehrere hundert Euro fällig. Wir klären mit dem Autopapst, worauf man bei Wartung und Inspektion verzichten kann.

Ölwechsel am Auto (Symbolfoto)
Bildrechte: IMAGO / Westend61

Autofahrer haben gerade wirklich kein leichtes Leben. Benzin und Diesel sind so teuer wie lange nicht. Gleichzeitig steigen die Kosten für Reparaturen und die Wartung vom Auto immer weiter. Die fällige Inspektion ist of auch eine echte finanzielle Belastung, weil für viele Autos auch die Fahrt zur Markenwerkstatt Pflicht ist. Deshalb schieben manche Autofahrer den Termin für die fällige Inspektion immer weiter raus oder verzichten gleich ganz darauf. Wir haben „Autopapst“ Andreas Kessler gefragt:

Auf den fälligen Service, den Ölwechsel oder die Wartung der Klimaanlage verzichten: Was soll da schon passieren?

Autopapst Andreas Kessler
Bildrechte: MDR JUMP

Das ist nicht empfehlenswert. Wer an der Wartung seines Autos spart, riskiert einen Ausfall des Fahrzeugs. Und wer darauf angewiesen ist, der weiß, dass der Wagen einfach fahren muss und da ist Wartung das A und O. Man muss sich um sein Auto kümmern. Und gerade bei modernen Autos mit kleinen aufgeladenen Motoren ist ein Überziehen des Ölwechselintervalls eine ganz schlechte Idee.

Was passiert denn, wenn man so einen Ölwechsel ein ganzes Jahr verschleppt?

Das Öl wird, gerade bei einem Turbomotor, hochbelastet. Das kriegt also sehr viel Hitze ab. Und wenn man es falsch behandelt, also das Ölwechsel-Intervall überzieht, entstehen Kohle und saure Bestandteile, die die Lager des Motors stark belasten. Und gerade bei kleinen Motoren, die auf Verbrauchsoptimierung getrimmt sind, sind die Lagerstellen sehr empfindlich. Ich würde es nicht empfehlen, sondern immer genau das machen, was der Hersteller vorschreibt.

Wie sieht es bei den normalen Inspektionsintervallen aus? Die sind ja bei festen Kilometergrenzen festgeschrieben. Wenn man da einfach sagt: Ich fahre 10.000 oder 15.000 Kilometer länger, was passiert dann?

Die Hersteller sagen ja immer: Entweder einmal im Jahr oder nach 15.000 Kilometern oder nach Wartungsintervall-Anzeige. Aber mindestens einmal pro Zeiteinheit, meistens einmal im Jahr muss man sich um das Auto kümmern. Wer jetzt also im Januar 8.000 Kilometer fährt, sollte trotzdem einmal im Jahr einen Fachmann reingucken lassen. Denn es gibt auch Sachen, die unabhängig von der Laufleistung passieren können, also beispielsweise Marderschäden.

Ist man denn zur Inspektion verpflichtet?

Nein, man muss keine Inspektion machen. Wenn man nicht will, lässt man es und gibt das Geld auch nicht aus. Allerdings hat dann aber unter Umständen Nachteile bei Garantie und Gewährleistung.

Jetzt sieht es bei Gebrauchtwagen so aus, dass ich da ja keine Werkstattbindung habe. Da können Autofahrer den Service überall machen lassen, auch bei einer freien Werkstatt. Kann man etwas sparen?

Auf jeden Fall. Die Stundensätze bei Vertragswerkstätten, die gehen in Ballungsräumen jetzt schon stramm in Richtung 200 Euro. Da wird richtig Kohle fällig. Und wenn man jetzt vielleicht einen preiswerten Gebrauchtwagen gekauft hat, der ohnehin keine Garantie mehr vom Hersteller hat, kann man sich natürlich eine freie Werkstatt suchen. Die Qualität einer Werkstatt hängt immer mit der Qualität der Mitarbeiter zusammen. Die können sowohl auf dem Land als auch oft in einer Großstadt gut sein.

Gibt es denn eine Sache, die man sich wirklich sparen kann, bei man gerade das Geld einfach beisammen halten kann?

Das ist auf jeden Fall der Ölwechsel. Da wird wirklich extrem übertrieben in den Markenwerkstätten, was die Literpreise fürs Öl betrifft. Es gibt kein BMW-Öl, oder VW- oder Skoda- oder Alfa Romeo-Öl. Öl kommt aus einer Raffinerie und solange das Öl die Hersteller Freigabe erfüllt, kann man es auch in den Motor einfüllen.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP - Die Themen des Tages | 08. April 2022 | 19:10 Uhr

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