Wohnung und Haus aufräumen und entrümpeln: Mit diesen Tipps geht es leichter

Für viele ist ein Wochenende mit schlechtem Wetter die perfekte Gelegenheit: Endlich mal klar Schiff machen und Dinge loswerden, die schon lange nicht mehr benutzt werden. Im besten Fall gibt’s noch gutes Geld dafür.

Junge saugt im Wohnzimmer auch unter dem Teppich vor dem Sofa (Symbolbild)
Bildrechte: IMAGO / Westend61

Das muss an der Jahreszeit und an den ersten Sonnenstrahlen liegen: Viele nehmen sich im Frühling Zeit, um einmal klar Schiff zu machen. Dann wird in der Wohnung und im Haus geputzt und gleich auch vieles aussortiert, dass in den letzten Monaten nur noch herum lag. Ungenutzte Küchengeräte, verschmähtes Spielzeug, alte Bücher und DVDs und Kleidung wandern dann zum Sammelcontainer, werden verschenkt oder über Kleinanzeigen und Ankaufdienste zu Geld gemacht. Das ist anstrengend, aber danach fühlt man sich gleich etwas wohler. Mit den Tipps von Anika Schwertfeger geht alles noch etwas leichter und schneller. Sie ist einer der ersten Ordnungscoaches in Deutschland, die von der berühmten Aufräumexpertin Marie Kondo zertifiziert wurden.

MDR JUMP: Anika, warum ist es aus deiner Sicht wichtig, sich Zeit fürs Ausräumen zu nehmen?

Ausmisten heißt letztendlich nichts anderes, als Entscheidungen zu treffen. Wir sagen Ja zu Dingen, die wir wirklich lieben und die uns guttun, die wir mehr in unserem Leben haben wollen. Und wir sagen Nein zu allem, was uns belastet und uns nicht guttut. Das ist einfach unwahrscheinlich befreiend.

Warum fällt es trotzdem vielen von uns schwer, sich von Sachen zu trennen?

Für die meisten heißt eben loslassen Verlust. Das heißt: Wir haben von etwas weniger und das ist ja vom Kopf her gesehen etwas Negatives. Deswegen findet der Kopf unwahrscheinlich viele Gründe, ein Ding festzuhalten und das in unserem Leben zu behalten.

Beim Aufräumen und Entrümpeln haben wir erstmal einen großen Berg Arbeit vor uns. Hast du einen Tipp, wie wir das am besten angehen?

Ich würde vorschlagen, einen Plan zu machen: Was ist leicht und was ist schwer? Ich arbeite gern so, dass ich von der leichtesten zur schwersten Aufgabe gehe. Damit man eben motiviert bleibt, kleine Schritte macht und die Schritte abhaken kann.

Wie entscheide ich denn im konkreten Einzelfall, was ich noch brauche und ich besser weggebe oder verkaufe?

Ausgeräumte Sachen zum Mitnehmen
Bildrechte: IMAGO / teutopress

Ich stelle mir dann Fragen wie: Gehört das zu mir? Tut mir das gut? Fällt mir das leicht? Wenn ich diese Fragen mit Ja beantworten kann, nicht nur vom Kopf sondern auch vom Gefühl her, dann behalte ich das. Und wenn mein Gefühl zu etwas Nein sagt, dann hinterfrage ich. Woran liegt das? Liegt es wirklich am Gegenstand oder an einer anderen Sache, die dahinter steckt? Und dann entscheide ich, was damit gemacht werden soll.

Eltern kennen das Gefühl: Man muss Kinderzimmer immer wieder aufräumen und trotzdem sind sie zu voll. Woran liegt das?

Das Hauptproblem ist, dass wir zu viele Geschenke bekommen. Das kennen viele Eltern da draußen, die sagen: Ich will ja gar nicht, dass mein Kind zu viel Zeug hat. Aber wir kriegen es ständig geschenkt. Vielleicht spricht man da auch mit der Familie und den Freunden und gibt gewisse Sachen vor. Oder schlägt ein Gemeinschaftsgeschenk vor. Was vielleicht auch ein bisschen größer ist. Aber das muss man eben aktiv machen. Ich persönlich sage zum Beispiel auch: Zu Weihnachten mehr Zeit zu schenken statt mehr Krimskrams ist ein viel besseres Geschenk.

Hast du noch einen Tipp für Eltern?

Bezieht eure Kinder einfach mit ein. Ich weiß, das hört sich hart an. Aber schlimm ist nur, wenn man Kinder mit Aufräumen bestraft. Denn dann bekommen sie so eine Abneigung und mögen gar nicht mehr aufräumen. Eltern können das besser mit positiven Dingen verknüpfen. Zum Beispiel mit einem coolen Aufräum-Song. Und dann sagt man: Hey, während des Songs räumen wir so schnell wie möglich auf. Wer schneller ist, der hat gewonnen. Also besser einen spielerischen Wettbewerb daraus machen und das Ganze mit ein bisschen Humor sehen.

Das heißt auch: Aufräumen und ausräumen kann man lernen?

Von ganz vielen Menschen, höre ich: Ich bin einfach unordentlich, ich kann nicht aufräumen. Und das sind negative Glaubenssätze, die man über sich selbst hat. Die hat man vielleicht als Kind irgendwie von den Eltern gehört oder sich selbst ein geredet. Und das versuche ich wirklich rauszukriegen aus den Leuten. Denn jeder kann aufräumen. Jeder kann Ordnung schaffen. Dabei helfe ich Menschen, und das mache ich ja, indem ich coache. Das liebe ich, weil ich merke: Sobald das aufgelöst ist, funktioniert es auch. Und man merkt, es geht!

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Wochenende | 13. März 2021 | 06:10 Uhr

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