Thüringer Polizei: Wie steht es um die Fahrtauglichkeit der Beamten?
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Eigentlich müssen Polizisten in Thüringen alle fünf Jahre zur Fahrtauglichkeitsprüfung. Doch durch Corona und Ärztemangel verzögern sich die Untersuchungen. Sind die Beamten noch sicher unterwegs?
Eine wilde Verfolgungsjagd auf der Autobahn, im Eiltempo zum Einsatzort rasen – Polizisten müssen richtig gute Autofahrer sein. Um das zu gewährleisten, werden die Beamten in Thüringen alle fünf Jahre zum polizeiärztlichen Dienst geschickt. Dort wird eine Fahrtauglichkeitsprüfung gemacht.
Ärztemangel auch bei der Polizei
Doch momentan kommen die Ärzte mit den Untersuchungen nicht hinterher. Eigentlich müssten bis zum Jahr 2023 Hunderte Polizisten im Freistaat zum Test, weil ihre 5-Jahres-Frist abgelaufen ist. Doch ob der Zeitplan eingehalten werden kann, ist fraglich. Das liegt zum einen an zusätzlichen Aufgaben, die durch die Corona-Pandemie entstanden sind. Zum anderen herrscht auch bei der Polizei Ärztemangel, sagte Patrick Martin, Sprecher der Thüringer Landespolizei im MDR JUMP-Gespräch:
Wir brauchen mehr Ärzte. Das ist richtig. Die Kollegen arbeiten unter einer enormen Belastung. Der Bedarf ist groß, aber es gibt einfach nicht genügend Bewerber.
Die Situation werde sich im Herbst etwas entspannen, da dann die ärztlichen Untersuchungen für das neue Studien- und Ausbildungsjahr abgeschlossen sind, sagt Martin zuversichtlich. Im MDR JUMP-Gespräch betont er, dass es keine Folgen haben werde, sollte ein Kollege nicht rechtzeitig untersucht werden:
Wir sagen dann nicht: Du darfst jetzt nicht mehr fahren oder so etwas. Wenn 2023 nicht gehalten werden kann, wird dies folgenlos bleiben.
Dennoch werden jetzt Kollegen priorisiert, die beispielsweise gefährliche Einsätze auf der Autobahn fahren oder im Streifenwagen unterwegs sind. Auch Polizisten, die sicherheitshalber freiwillig einen Check machen wollen bzw. ältere Kollegen werden vorrangig beachtet, so Martin.
Dieses Thema im Programm MDR JUMP Nachrichten | 19. August 2021 | 06:00 Uhr